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"Neid ist der falsche Weg"

BVB-II-Talente Arweiler und Dietz im Interview

DORTMUND Jonas Arweiler (19) und Lars Dietz (20) kommen in dieser Saison bislang zusammen auf 43 Spiele für den BVB II in der Regionalliga West. Der Sprung aus der U 19 in den Seniorenbereich ist geglückt. Im Interview sprechen die beiden BVB-Talente über Wege in den Profifußball, das anstehende Spitzenspiel der Zweitvertretung gegen Viktoria Köln (Samstag, 14 Uhr) und drohende Terminprobleme.

BVB-II-Talente Arweiler und Dietz im Interview

Stammspieler: Jonas Arweiler (l.) und Lars Dietz spielen schon im ersten Seniorenjahr eine Hauptrolle beim BVB II.

Wie fühlt es sich an, mit Borussia Dortmund Meisterschaften zu feiern? Dietz: Es ist eine überragende Sache.Arweiler: Es fühlt sich sehr gut an. (lacht)

 

Sie beide haben es mit der U 17 und der U 19 schon geschafft. Klappt’s dieses Jahr auch mit der U 23? Dietz: Ich habe vor der Saison nicht unbedingt damit gerechnet, dass wir so gut dastehen würden. Meisterfeiern sind immer was ganz Besonderes. Und ich hoffe natürlich, dass es dieses Jahr auch wieder eine zu feiern gibt.Arweiler: Lars und ich durften es zweimal erleben. Wir wissen, wie es sich anfühlt. Unser Ziel ist es aufzusteigen – und dafür müssen wir auch Meister werden.

 

Wie groß ist der Glaube daran, dieses Ziel zu erreichen? Dietz: Sehr groß. Der Fokus liegt voll auf diesem Ziel. Wir wollen die Relegationsspiele erreichen.Arweiler: Wir haben gegen jeden Gegner schon mindestens einmal gespielt. Und die meisten Spiele haben wir dominiert. Wir haben gesehen, dass wir die Qualität haben, jede Mannschaft in dieser Liga zu schlagen. Insofern können wir voller Selbstvertrauen sagen, dass wir Meister werden wollen.

Dortmund Eigentlich sollten die Gastspiele des BVB II bei den Sportfreunden Siegen und RW Oberhausen längst über die Bühne gegangen sein. Doch die ursprünglichen Termine waren aus den diversen Gründen, im Fall von Siegen sogar vier (!) Mal, abgesagt worden. Jetzt wurden die Spiele neu angesetzt - die BVB-Fans dürften mit den Terminen aber nicht glücklich sein.mehr...

 

Bekommt man dieses Sieger-Gen frühzeitig eingeimpft, wenn man die Jugendmannschaften von Borussia Dortmund durchläuft? Arweiler: Kann schon sein. Ich bin jetzt seit 2013 beim BVB. Und eigentlich habe ich nie etwas anderes kennengelernt, als zu gewinnen. Seitdem ich hier bin, bin ich in der Jugend zweimal Deutscher Meister geworden. Das ist ein unfassbares Gefühl – und man will es immer wieder erleben.Dietz: Es ist von Anfang an so, dass man jedes Jahr um den Meistertitel mitspielt. Ich bin seit der U 11 im Verein, und es ging immer darum, ganz oben mitzuspielen. Deswegen ist die Situation jetzt nicht neu. Besonders ist es trotzdem, weil es mein erstes Seniorenjahr ist.

 

Am Samstag steht das Topspiel gegen Viktoria Köln an, das Duell Erster gegen Zweiter. Ein richtungsweisendes Spiel? Arweiler: Es ist ein Spiel, in dem wir Viktoria Köln zeigen wollen, dass wir die bessere Mannschaft sind. Insofern ist es ein wichtiges Spiel. Richtungsweisend oder entscheidend ist es aber nicht.

 

Ausgerechnet vor diesem Spiel gilt es, die erste Saisonniederlage zu verdauen. Vergangenen Freitag gab‘s ein 0:1 in Wuppertal. Nimmt das negativen Einfluss auf das Duell gegen Köln? Dietz: Nein. Wir haben das Spiel und die Fehler analysiert und abgehakt. Die Niederlage spielt keine Rolle mehr. Irgendwann verliert man leider auch mal ein Spiel im Laufe der Saison. Das ist zwar ärgerlich, aber jetzt sind wir voll auf Köln fokussiert.

 

Am 20. Mai beginnt die U 20-WM in Südkorea, für die Sie aller Voraussicht nach von Trainer Guido Streichsbier nominiert werden. Am 20. Mai findet auch der letzte, der 34. Spieltag in der Regionalliga West statt. Das Derby gegen Schalke II. Wo sind Sie lieber am 20. Mai, in Südkorea oder auf Schalke? Dietz: Das kann ich noch nicht sagen. Das entscheidet am Ende der Verein. Und natürlich geht es darum, die Saison gut und erfolgreich zu beenden. Im Idealfall warten dann nach dem 20. Mai noch zwei Relegationsspiele auf uns.Arweiler: Natürlich träumt man von einer WM. Das ist doch klar. Wir haben die Chance dabei zu sein. Und so eine Chance bekommt man vermutlich nicht so oft. Trotzdem ist es so, dass ich sage: Der Verein geht vor. Im Verein erarbeitet man sich die Chance ja erst, überhaupt dabei sein zu dürfen. Deswegen ist die U-Nationalmannschaft für mich immer ein Bonus. Auch wenn die WM wahrscheinlich eine coole Erfahrung wäre.

DORTMUND Das für Dienstagabend angesetzte Gastspiel des BVB II bei den Sportfreunden Siegen fällt aus. Wie die Sportfreunde auf ihrer Vereinshomepage mitteilten, habe die Stadt am Montagmorgen den Rasen im Leimbachstadion gesperrt. Es ist bereits die vierte Absage der Partie. Die Beteiligten nehmen es mit Humor.mehr...

 

Und das Schaufenster U 20-WM, in dem man sich als junger Spieler präsentieren kann, ist ein anderes als die Regionalliga West. Dietz: Klar. Eine WM kann man nicht jedes Jahr spielen. Gerade wir nicht. In der U 21 sind fast nur noch Bundesliga-Profis. Dass wir in der U 20 immer wieder das Vertrauen des Trainers bekommen haben, zeigt, dass wir auch in der Regionalliga einen gewissen Fokus haben. Aber nochmals: Am Ende entscheidet der Verein, wo wir am 20. Mai spielen.

 

Aber Sie dürfen schon einen Wunsch äußern, oder? Dietz: Natürlich werden wir auch gefragt. Und noch sind wir ja auch gar nicht nominiert. Ich bin mir aber sicher, dass am Ende so oder so eine Entscheidung stehen wird, die alle Seiten voll mittragen.

 

In der Regionalliga haben Sie sehr gut Fuß gefasst. Wie groß war oder ist der Sprung von den Junioren zu den Senioren? Arweiler: Für mich war der Sprung sehr groß. Nicht unbedingt im technischen oder im taktischen Bereich, darauf werden wir im Jugendbereich perfekt vorbereitet. Aber im körperlichen Bereich muss man sehr hart an sich arbeiten. Man spielt nicht nur noch gegen Gleichaltrige, sondern auch gegen ältere, abgezockte Spieler. Der Unterschied ist schon groß.Dietz: Ich habe gar nicht damit gerechnet, so viele Einsatzzeiten zu bekommen. Aber ich freue mich natürlich (lacht). Vor allem die ersten Trainingseinheiten waren eine große Umstellung. Der Trainer hat mir dann auf einer eigentlich ungewohnten Position (Linksverteidiger, Anm. d. Red.) das Vertrauen geschenkt – auch mal nach einem schlechteren Spiel. Und dann merkt man, dass man mithalten kann. Ich hoffe, dass es so weitergeht.

DORTMUND Trainer Daniel Farke hatte die Partie gegen den Wuppertaler SV im Vorfeld als "undankbare Aufgabe" bezeichnet - und genau so ist es gekommen. Beim Aufsteiger haben die Regionalliga-Fußballer des BVB II am 25. Spieltag ihre erste Saison-Niederlage kassiert. 0:1 (0:1) hieß es am Freitagabend nach 90 intensiven Minuten aus Dortmunder Sicht.mehr...

 

Wie wertvoll sind die Erfahrungen in der Regionalliga West? Andere Vereine, beispielsweise Bayer Leverkusen, haben ihre Reserveteams abgemeldet. Dietz: Ich bin sehr froh, dass ich hier in der zweiten Mannschaft spielen kann. Der Sprung in den Seniorenbereich ist ja schon groß. Und wir spielen Regionalliga. Der Sprung zur ersten Mannschaft ist noch viel größer. Bis jetzt haben ihn ja auch nur Christian Pulisic und Felix Passlack auf Anhieb geschafft. Deswegen ist die U 23 für junge Spieler optimal, um sich im Seniorenbereich präsentieren zu können.

 

Sie sprechen es an: In Christian Pulisic, Felix Passlack, Dzenis Burnic und Jacob Bruun Larsen haben vier ehemalige Mitspieler von Ihnen schon Einsätze bei Thomas Tuchel erhalten. Ist man da neidisch oder glücklich, dass die Ex-Kollegen es gepackt haben? Arweiler: Absolut glücklich. Neid ist der falsche Weg. Wir haben lange zusammengespielt, viel zusammen erlebt – wer da neidisch wird, ist an der falschen Adresse.Dietz: Ich freue mich für die Jungs. Wir haben alle das Ziel, Profifußballer zu werden. Hoffentlich erreichen es möglichst viele von uns.

 

Wie groß ist der Traum, selber mal vor der Südtribüne spielen zu dürfen? Dietz: (lacht) Diesen Traum habe ich, seit ich Fußball spiele. Ich war immer Fan von Borussia Dortmund. Ich weiß nicht, ob es klappt. Aber wünschen tue ich es mir sehr.Arweiler: Man muss doch diesen Traum haben, glaube ich. Wenn man ihn nicht hat, muss man auch nicht hier Fußball spielen.

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