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Julian Weigl sucht seine alte Sicherheit

BVB-Mittelfeldspieler durchlebt schwierige Wochen

DORTMUND Der Shootingstar der Saison 2015/16 ist auf der Suche nach Form und alter Sicherheit in seinem Spiel. Julian Weigl macht sein schwerstes Jahr durch, seit er von 1860 München zu Borussia Dortmund wechselte.

BVB-Mittelfeldspieler durchlebt schwierige Wochen

Julian Weigl befindet sich auf der Suche nach der richtigen Balance. Foto: Kirchner/Inderlied

Lange mochte er sich nicht aufhalten in den Katakomben des Signal Iduna Parks nach dem dramatischen 3:2 gegen Eintracht Frankfurt. Julian Weigl gibt eigentlich gerne Auskunft, diesmal aber wollte er nicht reden. Also: Kopf zwischen die Schultern. Und weg.

Schwere Sprunggelenkverletzung

Weigl hatte von Trainer Peter Stöger zunächst eine Erholungspause bekommen. Eine Pause für die Beine, wohl mehr noch aber eine für den Kopf. Denn es läuft nicht beim jungen Mann aus Bayern, der 2015 zum BVB wechselte und dann unter Trainer Thomas Tuchel raketenartig durchstartete. Was ihn schnell auf das Beobachtungs-Radar auch europäischer Top-Klubs hievte.

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Im Mai des vergangenen Jahres dann bremste ihn eine schwere Sprunggelenkverletzung aus. Weigl fiel über drei Monate lang aus. Bei der Suche nach den Ursachen für die anhaltende Formschwäche des Sechsers kommt man an dieser Verletzung nicht vorbei. Sie ist freilich nicht der einzige Erklärungsansatz.

Radikale Änderung

In der Saisonvorbereitung war er weitgehend noch auf Individualtraining beschränkt, Weigl war dennoch froh, dass er zumindest wieder im Dunstkreis der Mannschaft seine Übungen machen konnte. Nach Wochen einsamer Reha, zum Teil auch weit weg von Dortmund. Es war ihm auch wichtig, viel aufzusaugen von den Ideen des neuen Trainers Peter Bosz. Dessen Spielweise, wie sich herausstellen sollte, bedeutete vor allem auch für seine Position eine radikale Änderung des eigenen Spiels.

Weigl war der ideale Spielertyp für den Tuchelschen Ballbesitzfußball. Er zog die Bälle wie ein Magnet an, er hielt die Fäden des Aufbauspiels zusammen. Tuchel gefiel, dass Julian Weigl kaum einen Ball verlor. Spiele mit mehr als 100 Ballkontakten des Sechsers waren die Regel, Passquoten von jenseits der 90 Prozent auch. Tuchel vernachlässigte, dass viele Bälle Weigls Kurzpässe waren, dass es auch kaum Bälle in die Tiefe gab, in die Schnittstellen. Als Weigl zum BVB kam, war „Packing“ groß in Mode, also das Messen der Anzahl von Spielern, die man mit einem Pass „überspielte“. In dieser Statistik lag Weigl nicht weit vorn, weil er kaum Vertikalpässe spielte.

Schneller unter Druck

Bosz‘ Idee vom Fußball war eine andere. Der Holländer verlagerte die Statik des BVB-Spiels deutlich weiter nach vorne. Weigl stand rund 15 Meter weiter in Richtung des gegnerischen Tores. Er geriet schneller unter Druck, hatte weniger Zeit für das Verteilen der Bälle - zumal gegnerische Trainer längst entschlüsselt hatten, wie sehr Julian Weigl in der zentralen Schaltzentrale gesucht wurde.

Zur größer werdenden Verunsicherung gesellte sich eine fehlende Wettkampfhärte. Julian Weigl in dieser Saison ist ein Paradebeispiel, wie wichtig die sechs Wochen Sommervorbereitung sind. Die fehlenden Prozentpunkte musste er sich mühsam erarbeiten - in einer Phase, in der die Ergebnisse ausblieben.

Eher ein Kopfproblem

An der Fitness liegt es aktuell nicht mehr. Auch Peter Stöger sieht eher ein Kopfproblem bei seinem Sechser. „Wir sind gefühlt richtig in der Kritik“, meint Dortmunds Trainer, „einige gehen damit entspannt um, weil sie erfahren sind, einige bekommen es gar nicht so mit, weil sie medial nicht so unterwegs sind. Julian gehört zu der Kategorie Spieler, die viel nachdenkt, wie sie ihr Spiel verändern kann, wie sie die Mannschaft besser machen kann.“ Weigl verlangt gerade vielleicht zu viel von sich, wie auch die 45 Minuten gegen Frankfurt nach seiner Einwechslung zeigten.

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