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BVB-Mobilmacher erlebt eine Saison zum Vergessen

Guerreiro kommt nicht in Tritt

Eine wesentliche Erklärung für die insgesamt enttäuschend verlaufene Saison von Raphael Guerreiro liegt noch in der Spielzeit davor. Die endete mit einer Verletzung, von der sich der Linksfuß nie richtig erholt hat.

DORTMUND

, 12.06.2018
BVB-Mobilmacher erlebt eine Saison zum Vergessen

Erlebte eine Saison zum Vergessen: Raphael Guerreiro. © Kirchner

Im medizinischen Stab der Portugiesen fehle wohl ein Augenarzt, frotzelte man in Dortmund. Am 21. Juni hatte sich Guerreiro nicht etwa eine Prellung zugezogen, wie die Mannschaftsärzte des Europameisters nach Betrachtung der Röntgenbilder diagnostiziert hatten, sondern einen Mittelfußbruch. BVB-Sportdirektor Michael Zorc tobte. „Das war so eindeutig, da fragt man sich schon, was da gesehen wurde.“

Nicht gänzlich integriert

Für Guerreiro, von Ex-Trainer Thomas Tuchel als „Bessermacher“ tituliert, begann die Saison 2017/18 also mit Zuschauen. Sein Comeback gab er erst Ende Oktober, und nach Weihnachten war schon wieder Schluss. Im Trainingslager klagte der Linksverteidiger, der im Jahr zuvor mit Sturm und Drang nach vorne für Aufsehen gesorgt hatte, über muskuläre Beschwerden. Zwei Faserrisse, immer wieder Rückschläge - am Ende sammelte Guerreiro gerade einmal 546 Bundesliga-Minuten. Die Durchschnitts-Bewertung von 4,5 spricht Bände über seine Leistungen in dieser Zeit.

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Und noch etwas sorgte für Verstimmung: In Dortmund reagierten die Verantwortlichen äußerst verschnupft darauf, dass sich Guerreiro unter anderem in punkto Ernährung vorwerfen lassen musste, nicht immer dem Idealbild eines Leistungssportlers zu folgen. Oder kurz formuliert: Einen Teil der muskulären Verletzungen hatte sich Guerreiro demnach selbst zuzuschreiben. Dieser Hinweis seitens des Klubs schlug hohe Wellen, die bis nach Portugal schwappten. Integriert ist der in Frankreich aufgewachsene Techniker bis heute nicht gänzlich, sprachliche Schwierigkeiten kommen hinzu.

Anschlag wirkt nach

Nach dem großen Turnier vor zwei Jahren, der EM in Frankreich, kam „Rapha“ als potenzieller Star nach Dortmund und rechtfertigte diese hohen Erwartungen zunächst. Doch der guten ersten Spielzeit (Notenschnitt: 3,21 und zwölf Scorerpunkte in der Liga) folgte eine niederschmetternde zweite Serie. Wenn beim BVB Themen wie Professionalität und Mentalität zur Sprache kamen, durfte sich auch Guerreiro angesprochen fühlen.

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Wie sehr den Familienvater der Anschlag auf die Mannschaft beschäftigt und immer noch beeinträchtigt, lässt sich nur spekulieren. Als Guerreiro im Mai vor Gericht aussagen musste, flossen Tränen. Auch diese Momente gehören zum Gesamtbild.


Ausblick: Guerreiro, der Mobilmacher auf dem linken Flügel oder Guerreiro, der mit den ewig maladen Muskeln - zwischen Hoffnung und Verzweiflung dürfte sich auch die Bewertung von Borussia Dortmunds Bossen bewegen.

Bei der WM in Russland wird sich der Schattenmann von Superstar Cristiano Ronaldo wieder zeigen, vielleicht vor allem von seiner guten Seite. Kommt dann ein üppiges Gebot für Guerreiro am Dortmunder Rheinlanddamm an, müssen sich die Chefs entscheiden, ob die Hoffnung überwiegt.

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