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BVB-Profi am Scheideweg - mit gerade einmal 25 Jahren

Mario Götzes Karriere stagniert

90 Minuten lang schmorte Borussia Dortmunds Mario Götze am Sonntag im Spiel gegen den VfB Stuttgart auf der Ersatzbank. Eine der vielversprechendsten Karrieren im deutschen Fußball ist ins Stocken geraten.

Dortmund

, 10.04.2018
BVB-Profi am Scheideweg - mit gerade einmal 25 Jahren

Es läuft nicht rund für Mario Götze, auch nach ausgestandener Stoffwechsel-Erkrankung nicht. Das 3:0 gegen Stuttgart sah Götze von der Bank aus. © dpa

In der Bundesliga-Pause vor Ostern hat Mario Götze ein Bild gepostet. Er vor dem Fernseher, wo gerade das Spiel der Nationalmannschaft lief. Daumen hoch, viel Glück für die Jungs, das machen Profis so, wenn sie selbst nicht dabei sind oder sein können.

WM-Teilnahme steht infrage

Götze hätte gekonnt, aber Bundestrainer Joachim Löw hat auf ihn verzichtet in den Test-Länderspielen gegen Spanien und Brasilien, den letzten beiden vor der Bekanntgabe des WM-Kaders Mitte Mai. Das sorgte für Aufsehen, denn plötzlich steht Götzes Teilnahme an der Endrunde in Russland ganz offiziell infrage. Ausgerechnet Götze, der sich sportlich gesehen unsterblich machte, als er in Rio Deutschland mit seinem Tor im WM-Endspiel gegen Argentinien zum Weltmeister machte.

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Als die Bundesliga weiterging, wurde es nicht besser für den WM-Helden von 2014. Schwaches Spiel in München (als einer von vielen allerdings), dann saß er am Sonntag im Heimspiel gegen Stuttgart 90 Minuten auf der Bank. Eingewechselt hat BVB-Trainer Peter Stöger dort den 18-jährigen Jadon Sancho und den noch 17-jährigen Sergio Gomez. Und das alles passt zum Verlauf einer Karriere, die für den einst als Jahrhundert-Talent gepriesenen Dortmunder schon lange nicht mehr schnurgerade verläuft. Geschweige denn schnurgerade nach oben.

Final-Traumtor als Schlüsselmoment

Ja, dieses einmalige Erlebnis. Was macht das mit einem Spieler? Was macht es vor allem mit jemandem, wenn der da erst 22 Jahre alt ist? Die 113. Minute, die perfekte Ballmitnahme mit der Brust, der perfekte Linksschuss, das Traumtor. Blickt man auf die vergangenen Jahre zurück, wird dieser Moment von Rio immer mehr zum Schlüsselmoment von Götzes Karriere.

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Eine Weltkarriere wurde Götze danach prophezeit, und in Dortmund waren sie ohnehin davon überzeugt, denn sie hatten seine Entwicklung ja so hautnah miterleben dürfen wie niemand sonst, seit er mit 16 Jahren erstmals sporadisch am Training der Profis teilnahm. Die Erwartungshaltung wuchs ins Unermessliche, doch Götzes Leistungen, mittlerweile spielte er beim FC Bayern, konnten damit nicht standhalten. Der Druck wurde immer größer.

Rückkehr bringt noch keinen Erfolg

„Die drei Jahre in München haben ihn auf jeden Fall nicht weitergebracht“, sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke jetzt der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Auch die Rückkehr nach Dortmund brachte noch nicht den erwünschten Erfolg. Watzkes Vermutung: Der Erfolg von Rio laste „wie eine Hypothek“ auf Götze. „Irgendwie fehlt ihm etwas.“

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In der zweiten Saison nach dem Abbruch des fehlgeschlagenen Experiments beim FC Bayern wird das in unschöner Regelmäßigkeit immer wieder deutlich. Er ist immer noch einer der ballsichersten Borussen, man kann ihn in jeder Bedrängnis anspielen und er weiß auch dann etwas mit der Kugel anzufangen. Doch viel lieber sähe man Götze öfter in Strafraumnähe. Als Vorbereiter mit dem „tödlichen“ Pass. Oder als Vollstrecker.

Erinnerungen sind noch frisch

Die Erinnerungen daran sind noch recht frisch, weshalb Götze immer sehr schnell im Fokus der Kritik steht. Fakt ist aber: Aus dem Ausnahmespieler ist einer geworden, der um seinen Platz kämpfen muss. Götze steht, mit noch nicht einmal 26 Jahren, am Scheideweg seiner Karriere. Watzkes Worte vom Wochenende belegen die Sorge, die auch im Verein umgeht. Am Saisonbeginn hatte der Geschäftsführer seine große Hoffnung ausgedrückt, man werde nach ausgestandener Stoffwechselerkrankung in dieser Spielzeit „einen anderen Götze“ sehen. Auch in diesem Punkt wurden Watzkes Hoffnungen enttäuscht.

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