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BVB darf 45 Minuten von der Überraschung träumen

1:2 in München

Lange Zeit ist Borussia Dortmund am Samstagabend in der Münchner Allianz-Arena einem ersten Ausrufezeichen in der Krise entgegengesteuert. Nach einer starken ersten Hälfte allerdings hielt der BVB dem übergroßen Druck der Bayern nicht mehr Stand und verlor am Ende verdient mit 1:2 (1:0). Die Situation verschärft sich weiter.

MÜNCHEN

, 01.11.2014
BVB darf 45 Minuten von der Überraschung träumen

Robert Lewandowski (r.) brachte die Bayern mit seinem Treffer zurück ins Spiel, Neven Subotic (l.) patzte vor dem 1:2.

Die fünfte Saisonniederlage in Serie markiert einen Tiefpunkt in der jüngeren Vereinsgeschichte. Der BVB wird den zehnten Spieltag zumindest auf dem Relegationsplatz abschließen und muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dass ähnlich wie im Pokalfinale im Mai 45 starke Minuten gegen diese Offensivpower der Bayern nicht ausreichen. Robert Lewandowski und Arjen Robben münzten die Überlegenheit der Gastgeber im letzten Spieldrittel in ein zählbares Resultat um. Marco Reus hatte den BVB per Kopf vor der Pause in Führung gebracht.

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10. Spieltag: FC Bayern München - BVB 2:1 (0:1)

Bilder der Bundesliga-Partie zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund.
01.11.2014
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Bilder der Partie Bayern gegen Dortmund.© Foto: DeFodi
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Samstag 01.11.2014, 1. Bundesliga, Saison 2014/2015, 10. Spieltag in Muenchen, FC Bayern Muenchen - BV Borussia Dortmund 2:1, Pierre-Emerick Aubameyang (BVB)

Foto: DeFodi.de +++ Copyright Vermerk DeFodi.de -- DeFodi Ltd. & Co. KG, Wellinghofer Str. 117, D- 44263 D o r t m u n d, sport@defodi.de, Tel 0231-700 500 44, Fax 0231-700 54 90, C o m m e r z b a n k D o r t m u n d, Kto: 36 11 76 100, BLZ: 440 400 37 // BIC COBADEFFXXX // IBAN: DE74 4404 0037 0361 1761 00 // Steuer-Nr.: 315/5803/1864 , USt-IdNr.: DE814907547 - 7% MwSt.© Foto: DeFodi
Bilder der Partie Bayern gegen Dortmund.© Foto: DeFodi
Samstag 01.11.2014, 1. Bundesliga, Saison 2014/2015, 10. Spieltag in Muenchen, FC Bayern Muenchen - BV Borussia Dortmund 2:1, Shinji KAGAWA (BVB)

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Samstag 01.11.2014, 1. Bundesliga, Saison 2014/2015, 10. Spieltag in Muenchen, FC Bayern Muenchen - BV Borussia Dortmund 2:1, Henrikh Mkhitaryan (BVB)

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Bilder der Partie Bayern gegen Dortmund.© Foto: DeFodi
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Jürgen Klopp kassierte mit dem BVB in der Bundesliga fünf Niederlagen in Serie.© Foto: dpa

Auf dem Relegationsplatz hatte Borussia Dortmund zuletzt in der Saison 2010/2011 einmal gestanden, das war am zugegebenermaßen nicht sehr aussagekräftigen ersten Spieltag nach einem 0:2 gegen Bayer Leverkusen. Als der BVB am Samstagabend um 17.10 Uhr die Allianz-Arena erreichte, hatten die Siege der Kellerkonkurrenz aus Bremen und Hamburg aber den Klub eben auf jenen Rang 16 gestürzt.

Ob das die Anspannung vor dem schwierigen Duell mit dem Rekordmeister aus dem Süden noch erhöhte? Dortmund trat zumindest von Beginn an so auf, wie Trainer Jürgen Klopp das von seiner Elf gern jede Woche sehen würde. Er hatte seiner Elf ein verkapptes 4-3-3 verordnet, in dem die offensiven Reus, Kagawa und Aubameyang sehr früh attackierten und so versuchten, die Bayern schon weit in der eigenen Hälfte zu attackieren. Bei den Münchnern stand wie erwartet Arjen Robben wieder in der Startelf, der es auf seiner Seite etwas überraschend doch mit Erik Durm zu tun bekam. Taktisch agierte Pep Guadiola defensiv wie zuletzt mit einer Dreierkette. Robben zeigte gleich, dass Spiele gegen den BVB für ihn etwas Besonderes sind. Nach einem Doppelpass mit Philipp Lahm forderte er mit einem fulminanten Linksschuss BVB-Schlussmann Roman Weidenfeller, der eine Hand noch an den Ball bekam (6.).

Das war der Auftakt zu einer sehr unterhaltsamen ersten Hälfte, wobei nach der frühen Bayern-Chance vor allem der BVB dazu seinen Beitrag leistete. Nach Mkhitaryans Solo quer über den halben Platz streifte sein Schuss noch den Außenpfosten (9.), kurz danach zögerte Aubameyang mit dem Schuss etwas zu lange.Der BVB war also im Spiel, musste aber defensiv in jeder Sekunde der ersten 45 Minuten auf der Hut sein. Müller mit langem Bein spitzelte den Ball knapp am Tor vorbei (14.), dann zog erneut Robben nach innen, diesmal parierte Weidenfeller den Flachschuss nicht minder spektakulär (24.).

Es war taktisch hoch interessant, wie Dortmund versuchte, Bayerns Offensive abzudecken und gleichzeitig die aufgrund der offensiven Ausrichtung der Münchner entstehenden Lücken zu suchen. Das gelang Mkhitaryan mit einem tollen Durchstecker auf Aubameyang - Neuer blieb lange stehen und entschärfte den Ball. Und das gelang dann noch besser beim nicht unverdienten 1:0 mit einem Traumangriff über nur vier Stationen.

Weidenfellers Abwurf leitete Aubameyang per Hacke weiter, Kagawa spielte den Doppelpass perfekt in den Lauf des Gabuners, dessen Flanke aus vollem Tempo heraus fand den Kopf von Marco Reus, der schneller war als Benatia und Neuer im Bayern-Tor keine Chance ließ (31.).

Der Treffer riss alle von den Sitzen auf der BVB-Bank und nicht nur dort. Reus, ohnehin stark in der Arbeit gegen den Ball, bewies in dieser Situation auch seinen extrem großen Torriecher. Auf das Gegentor reagierten die Bayern wie Bienen auf einen Angriff auf ihren Stock - mit wütenden Attacken. Götze bediente Robben, dessen Flanke an allen vorbeirauschte, dann senkte sich eine Müller-Flanke fast ins lange Eck, Und bei Robbens Traumpass auf Müller musste Weidenfeller Kopf und Kragen riskieren - das alles spielte sich binnen 120 Sekunden ab.

Dann war Zeit zum Luft holen, Dortmund musste sich allerdings in der Kabine auch neu ausrichten, denn für den starken Mats Hummels ging es nicht mehr weiter. Ihn ersetzte Neven Subotic.

Nach Wiederanpfiff starteten die Bayern sofort mit wütenden Attacken. Und nach Benatias toller Flanke kam Robert Lewandowski zu seiner ersten dicken Chance. Weidenfeller entschärfte aber auch dessen Seitfallzieher (50.) Eine Minute später rettete Piszczek gegen Müller.

Aubameyang spielte nun einzige Spitze, Kagawa und Reus zogen sich etwas zurück - eine taktische Änderung, die Klopp, wie er später erklärte, nicht explizit angeordnet hatte, die die Bayern-Dominanz auf dem Feld aber sofort vergrößerte und dazu führte, dass der BVB kaum einmal für konstruktive Entlastung sorgen konnte. Es dauerte daher knapp 15 Minuten, bis Dortmund erstmals produktiv nach vorne kam, Kagawa hatte mit einem tollen Drehschuss gleich eine richtig gute Chance (60.). Doch der Druck der Bayern hielt unvermindert an. Und nach Boatengs Flanke kam Benatia zum wiederholten Male frei zum Kopfball - um Zentimeter strich die Kugel am Pfosten vorbei (64.). Mit jeder Minute allerdings, die verrann, wurde das Schickeria-Publikum ungeduldiger. Rufe nach Franck Ribery wurden lauter, die Guardiola in der 70. Minute dann erhörte. Klopp reagierte mit der Hereinnahme von Kevin Großkreutz für Kagawa. Ein deutliches Zeichen, wo er in den letzten 20 Minuten Prioritäten setzen wollte.

Doch alle Überlegungen waren Makulatur, als Subotic den Steilpass Riberys auf Robben zwar verhinderte, der Abpraller aber bei Lewandowski landete. Der ließ Weidenfeller aus 20 Metern keine Chance - das 1:1 war mittlerweile hochverdient (73.).Das Anrennen allerdings hatte auch bei den Hausherren Körner gekostet. Ähnlich wie im Pokalfinale war es dann eine Einzelaktion, die doch noch die Entscheidung brachte. Ribery düpierte Subotic, der sich im Strafraum nur mit einem Zupfer helfen konnte - den fälligen Elfmeter verwandelte der Niederländer Robben sicher. Das 2:1 war auch der Endstand. Und die Verlierer mussten auch noch die höhnische Rufe der Bayern-Fans („2. Liga, Dortmund ist dabei“) über sich ergehen lassen.  

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