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Party geht weiter

BVB feiert Geburtstag mit ehrlich erkämpftem Arbeitssieg

DORTMUND Lucas Barrios (25) weilt erst seit diesem Sommer in Dortmund. Sicher zu kurz, um erfassen zu können, warum das Umfeld des BV Borussia 09 die zeitlichen Begleitumstände seines Tores zum 1:0 gegen Freiburg als einen Wink des Schicksals verstand.

BVB feiert Geburtstag mit ehrlich erkämpftem Arbeitssieg

Lucas Barrios erzielte in den vergangenen zehn Liga-Spielen all seine neun Hinrundentore.

Am 100. Geburtstag des BVB, der am 19. Dezember 1909 gegründet worden war, erzielte der Argentinier in der 19. Minute seinen 9. Saisontreffer. Das konnte in den Augen vieler Borussen-Sympathisanten kein Zufall sein… Weniger mystisch betrachtet, war Barrios‘ Kopfballtor, das nach einer Ballverlagerung durch Neven Subotic (21) und einem Doppelpass von Kevin Großkreutz (21) und Marcel Schmelzer (21) zustande gekommen war, der positive Schlusspunkt unter eine starke BVB-Hinrunde. „Vor sieben Partien“, sagte Trainer Jürgen Klopp später, „haben wir uns vorgenommen, Meister der letzten sieben Spieltage zu werden.“ Damals quälte Dortmund sich und seine Fans als Tabellenzehnter mit 13 Punkten und einem negativen Torverhältnis (- 4).

Es folgten in der Liga vier Siege aus sechs Begegnungen, in denen Torhüter Roman Weidenfeller lediglich dreimal hinter sich greifen musste. Selbst das Torverhältnis (+6) gibt keinen Anlass mehr zur Kritik. „Wir haben unsere Stabilität der vergangenen Rückrunde endgültig zurück“, meinte der serbische Nationalspieler Subotic am Samstag nach einem Spiel, das Klopp als „reinen Arbeitssieg“ wertete, weil mehr „auf diesem Eisboden nach einem Temperatursturz um 16 Grad“ und der bedingungslosen Kapitulation der Rasenheizung „gar nicht möglich“ gewesen sei. 30 Punkte hat Klopps Team in der Hinrunde geholt. „Das ist ein Brett“, sagt der Coach, eine ganz außerordentliche Leistung also. Geplagt von Verletzungen diverser Leistungsträger (Kehl, Hajnal, Dede) ist die Borussia auch dank einer Systemumstellung (vom 4-4-2 auf ein 4-2-3-1) und trotz eines beinahe jugendlichen Durchschnittsalters von phasenweise unter 23 Jahren auf internationales Gebiet (Rang 5) vorgestoßen.

Unter dem Strich ist das Geleistete viel mehr, als man von diesem Kader erwarten durfte, der mit seinem Etat (33 Millionen Euro) in der Grauzone der Liga versinkt. „Ich neige nicht dazu, aus der Emotion heraus große Reden zu schwingen, auch wenn man das von mir glaubt“, sagte Klopp: „Es war uns nur wichtig, die Feier nicht zu verderben.“ Sein Kollege Robin Dutt gratulierte aus gegebenem Anlass. „Unser Blumenstrauß“, sagte er geknickt, „ist größer ausgefallen als wir das vorhatten.“ Während die Trainer über das Roulette auf Eis sprachen, verfolgten bei -12 Grad im größten deutschen Kühlschrank 80 100 Fans eine imposante Lasershow. „Bei dieser Kälte ist es echte Liebe“, sagte Stadionsprecher Norbert Dickel in Anspielung auf den Slogan der Feierlichkeiten „100 Jahre echte Liebe“.

Der Liebe zum BVB wurde am Abend in der Westfalenhalle vor mehr als 11 000 Gästen gefrönt. Viele Helden von einst sollen die After-Show-Party erst am Morgen verlassen haben. Vielleicht ja mit dem Gefühl, dass Klopps Hochgeschwindigkeits-Team auch in der Rückrunde Knalleffekte für die Gegner bereithalten wird.

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