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BVB-Gegner Leipzig

Bei RB hängt nach drei Niederlagen der Haussegen schief

LEIPZIG RB Leipzig wird an der Vize-Meisterschaft der vergangenen Saison gemessen. Da passen drei Niederlagen in Serie nicht ins Bild. Guido Schäfer, RB-Experte der Leipziger Volkszeitung, analysiert die Lage beim etwas anderen Klub.

Bei RB hängt nach drei Niederlagen der Haussegen schief

Nach drei Niederlagen in Serie hängt beim RB Leipzig der Haussegen schief. Foto: dpa

Zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt passen bei RB Leipzig noch zwei, drei Partien. Vor den Spielen in Frankfurt, gegen Neapel und Köln war bei den Rasenballern alles wunderbar. RB stand auf einem Champions-League-Platz, das Achtelfinale der Europa League war nahezu fixiert und Coach Ralph Hasenhüttl galt als die Bückware des Trainerwesens.

Beinhartes Programm

Drei Niederlagen später war für Bedenkenträger gerade noch erwähnenswert, dass RB auch in der kommenden Saison erstklassig kickt, nicht den ganz großen Verwerfungen wie einst Schalke 04, Bayer Leberkusen, Gladbach ausgesetzt ist und Hasenhüttl froh sein kann, wenn er bleiben darf.

1:2 gegen Köln. Den Letzten. Runter von zwei auf sechs. Es gibt keinen guten Zeitpunkt für Rückschläge. Es gibt aber ausgesucht schlechte. Das war so einer. In der Liga geht es für RB beinhart weiter: Erst gegen Dortmund, dann in Stuttgart und gegen die Bayern. Und zwischen Dortmund und Stuttgart drängelt sich die Europa League und Zenit St. Petersburg.

1:2 gegen Kölle. Nach einer 1:0-Führung. RB spielte mit dem Effzeh Katz und Maus, berauschte sich am eigenen Können. Weil die Meister des Vorspiels nicht zur Sache kamen, drehte sich das Ganze. Der Kater schrumpfte, die Maus wuchs. Lässliche Sünde? Nein. RB ist in allen sieben Bundesliga-Spielen 2018 1:0 in Führung gegangen, hat aber nur gegen Schalke, in Gladbach und gegen Augsburg gewonnen.

"Ab in die Braunkohle!"

In den sozialen Medien steppte der Bär bzw. der erfolgsverwöhnte RB-Fan. "Arbeitsverweigerung!" war noch eine der freundlicheren Beschreibungen. Vorschlag aus dem Kreis der anonymen Besorgten: "Ab in die Braunkohle!" Das war in der DDR ein Ort für subversive Elemente. Und, na klar: "Hasenhüttl muss weg!" Netiquette? Nicht nach der Saison 2016/2017 und der Vize-Meisterschaft. Nicht nach einem 1:2 gegen den Effzeh. Nicht in den Tiefen des Word Wide Web. Der Fluch der guten Taten.

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Nach Köln und vor Dortmund war vieles - zumindest virtuell - irgendwie weg. Sogar Hasenhüttls Können, das ihn auf eine kurze Besetzungsliste im Süden der Republik gebracht hat, wurde bezweifelt.

Umgang mit Erfolg und Misserfolg

Ist Hasenhüttl noch der Richtige? Aber ja doch. Der Mann hat ein fantastisches erstes Bundesliga-Jahr mit RB hingelegt, die Mühen der Ebene des zweiten Jahres inklusive Mehrfachbelastung vorzeigbar gemeistert. Vorschlag zur Güte: Hasenhüttl verlängert vorm Hit gegen den BVB seinem Vertrag und schüttet damit eine Baustelle zu.

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Der Umgang mit Erfolg und Misserfolg ist die Königsdisziplin. Und an dieser Front bestand und besteht Redebedarf. Zum Wochenanfang stieg bei RB ein Kommunikationsgipfel. Die Bediensteten redeten Klartext miteinander. Unter vier Augen, in Gruppen. Und das war laut Hasenhüttl "gut so".

Wir-Gefühl nicht mehr so ausgeprägt

Fakt ist: Die Roten Bullen der Vorsaison zogen zig knappe Spiele mit Willen und Unbekümmertheit auf ihre Seite. An diesen Stellen wurde es in dieser Saison weniger. Weil RB anders wahrgenommen und bespielt wird. Aber auch, weil das Wir-Gefühl nicht mehr so ausgeprägt ist.

Wenn die französischen bzw. französisch sprechenden Spieler beim Warmmachen unter sich bleiben, spricht das Bände.

Übrigens: RB Leipzig hat einen Kader (und einen Etat), der auf einen Platz in der Europa League hinweist. Wenn Leipzig also im Mai Fünfter oder Sechster wird, müssten Ralf Rangnick und Geschäftsführer Oliver Mintzlaff eigentlich die Ihren küssen und lobpreisen. Eigentlich.

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