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Beim BVB ist die Ruhe abhandengekommen

Ständige Störgeräusche

Seit dem 7. Juli arbeitet Peter Bosz nun mit seiner neuen Mannschaft. Unruhe ist eigentlich seit Tag eins ein ständiger Begleiter des BVB-Trainers. Erst Pierre-Emerick Aubameyang, dann Ousmane Dembele, und jetzt beide auf einmal. Die Ruhe, die den BVB über viele Jahre auszeichnete, die ein großes Plus war, sie ist in Dortmund seit Längerem abhandengekommen.

DORTMUND

, 15.08.2017
Beim BVB ist die Ruhe abhandengekommen

Turbulente Zeiten: Pierre-Emerick Aubameyang und Ousmane Dembélé halten Borussia Dortmund in dieser Sommerpause auf Zack. Immer wieder sorgen Spekulationen um die beiden Offensivkräfte für Unruhe.

Wann eine Entwicklung ihren Anfang nimmt, ist manchmal im Rückblick gar nicht so einfach zu sagen. Im Fall von Borussia Dortmund könnte man vielleicht am 21. Mai 2016 ansetzen. Der BVB verliert an diesem Tag im Finale des DFB-Pokals 3:4 nach Elfmeterschießen gegen Bayern München. Trainer Thomas Tuchel rechnet danach öffentlich mit Kapitän Mats Hummels ab, der sich nach 78 Minuten mit muskulären Problemen auswechseln lässt. Zudem ätzt der Trainer unter anderen auch gegen Henrikh Mkhitaryan, der damals die Verantwortung vor einem Elfmeter scheut. Hummels wechselt später zu Bayern München, Mkhitaryan nach einigem Getöse zu Manchester United.

Schlammschlacht zum Ende

Es folgt eine Spielzeit mit vielen Nebengeräuschen. Immer wieder ist Unruhe. Demonstrative Geschlossenheit, wie in den Jahren zuvor, es gibt sie nicht mehr. Eine denkwürdige Pressekonferenz in Frankfurt. Eine unnötige Kapitäns-Diskussion um Marcel Schmelzer. Eine Rückrunde voller Debatten über Thomas Tuchels Zukunft, die am Ende in einer öffentlichen Schlammschlacht und der Trennung endet. Dazu kommt der Schock des schrecklichen Anschlags auf den Mannschaftsbus.

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Und nun, wo Tuchel weggeschickt worden ist und eigentlich alles besser werden soll, herrscht immer noch keine Ruhe. Erst das Wechseltheater um Pierre-Emerick Aubameyang und einen vermeintlichen Megadeal in China, jetzt Ousmane Dembélé samt Streik und Suspendierung. Die Störgeräusche reißen nicht ab.

Flirt mit Milan

Zu allem Überfluss erzählt Aubameyang am Samstagabend im Internet auf seinem Instagram-Profil, dass er sich einen Wechsel zum AC Mailand wunderbar vorstellen könne. „Ich möchte zurück, aber die Verantwortlichen schlafen“, sagt er bei einer persönlich inszenierten Fan-Fragestunde. Er sagt es mit einem Lächeln.

Vielleicht meint er es nicht ernst. Wirklich hilfreich ist es dieser Tage sicher nicht, zumal der BVB bereits verkündet hat, dass der Gabuner mindestens noch ein Jahr in Dortmund spielt.

Kritik aus der Mannschaft

In der Mannschaft stößt das auf deutliche Kritik. Genauso wie das Verhalten Dembélés. Von „charakterlos“ sprechen die Mitspieler, von einem „Egozentriker“, von "unkollegial“. Es fehle an Respekt vor dem Verein, der alles für seine Profis tue. Dembélé habe sich „zuviel rausgenommen“. Lob gibt es für die harte Linie der Klubführung.

Zumindest die Verantwortlich symbolisieren zurückgewonnene Geschlossenheit. Die Suspendierung Dembeles erfolge auf gemeinsames Geheiß von Geschäftsfüher Hans-Joachim Watzke, Sportdirektor Michael Zorc und Bosz, wie der Klub in der Pressemitteilung unterstreicht. Michael Zorc spricht von einer „konzentrierten Vorbereitung“ auf das Wolfsburg-Spiel am kommenden Samstag. Darauf liege der Fokus. Neuzugang Maximilian Philipp erklärt nach dem Pokalspiel gegen Rielasingen-Arlen, der Trubel rund Dembélé betreffe die Mannschaft nicht direkt. „Das ist ein Thema zwischen Ous und den Verantwortlichen.“

Kein Kontakt

Ein Thema, das den BVB wohl bis Ende August begleiten wird, wenn das Transferfenster schließt. Wirklich Neues gibt es in der Causa Dembélé derweil nicht zu vermelden. der 20-jährige Franzose lehnt das Angebot, individuell auf dem Trainingsgelände in Dortmund-Brackel arbeiten zu dürfen, bis dato dankend ab. Es gibt so gut wie keinen Kontakt zu den Klubbossen. Aus Barcelona gibt es weiter kein zweites Angebot. Die Katalanen seien im Bild, was der BVB erwartet, heißt es von Seiten der Borussia. Ansonsten herrscht Funkstille.

Es ist die einzige Stille, die der BVB derzeit genießen darf. Vielleicht kehrt am ersten September wirklich Ruhe ein. Zumindest bis in den Winter. Für ein paar Monate. Es wäre ein Schritt zurück für den BVB. In diesem Falle ein guter. 

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