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Castro will mit der DFB-Elf zu einem großen Turnier

Traum lebt weiter

Es ist eine Punktlandung, die Gonzalo Castro am Mittwochabend hinlegt: Eben noch auf dem BVB-Trainingsplatz in Brackel, jetzt frisch geduscht auf der Bühne von "19:09 – Der schwarzgelbe Talk". Entspannt erzählt der 29-Jährige aus dem Alltag der neuformierten BVB-Mannschaft, aber auch über das leidige Thema Nationalmannschaft. Seit 2008 wurde er nicht nominiert, doch abgehakt hat er die DFB-Auswahl noch nicht.

DORTMUND

, 07.10.2016

Fünf A-Länderspiele für Deutschland stehen im Lebenslauf von Gonzalo Castro, absolviert hat der Mittelfeldspieler sie allesamt im Jahr 2007, damals noch als rechter Verteidiger. Auf einer Position also, der er heute komplett abgeschworen hat. Im Notfall, das betont er in dem Gespräch mit den Moderatoren Sascha Klaverkamp (Ruhr Nachrichten) und Mathias Scherff (Radio 91.2), helfe er zwar dort natürlich auch heute noch aus. „Aber ich bin kein Außenbahnspieler. Im Zentrum kann ich mich und meine Qualitäten viel besser einbringen.“ Davon rückt er nicht ab – und seine Leistungen geben ihm Recht.

Große Konkurrenz

Manch einer in der Branche munkelt, dass ihm seine deutlich und wiederholt artikulierte Anti-Haltung zur Verteidiger-Position eine größere Karriere in der Nationalelf bislang verbaut hat. Bundestrainer Joachim Löw ist nicht dafür bekannt, Profis mit besonders klaren eigenen Meinungen gezielt zu fördern. Ist ihre Qualität zu hoch, um sie zu ignorieren, werden sie integriert. Sind sie – auch aufgrund der Konkurrenzsituation – nicht zwingend nötig, werden sie mit Nichtbeachtung gestrafft.

Der langjährige Leverkusener und heutige Dortmunder passt perfekt in letztere Schublade, gibt es doch keine andere Position in der deutschen Elf, die über eine so hohe Leistungsdichte verfügt wie die des zentralen Mittelfeldspielers. Aktuell sind Ilkay Gündogan, Sami Khedira, Toni Kroos und Julian Weigl Löws Auswahlkandidaten. Für Castro sei die Tür zwar nicht zu, „wir haben ihn wieder im Blick, aber auf seiner Position sind wir sehr gut besetzt“. Worte von Löw, die nicht unbedingt dazu geeignet sind, Castros Hoffnungen auf eine baldige Nominierung in die Höhe zu treiben.

Deutschland statt Spanien

Doch der 29-Jährige ist noch nicht bereit, seinen Traum ganz aufzugeben: Einmal, das ist sein großes Ziel neben dem Gewinn der Meisterschale, möchte er in seinem Leben ein großes Turnier spielen. Und das geht nur für den DFB, für den er sich durch sein erstes Länderspiel am 28. März 2007 festgespielt hat. Bei der 0:1-Niederlage gegen Dänemark in Duisburg wurde er damals von Löw 19 Minuten vor dem Ende eingewechselt.

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Erledigt hatte sich an diesem kühlen und regnerischen Tag im Ruhrgebiet eine mögliche Karriere in der spanischen Nationalelf, für die er aufgrund seiner spanischen Eltern ebenfalls spielberechtigt gewesen wäre. „Doch für mich war klar, dass ich für Deutschland spielen möchte. Ich bin in Wuppertal und Leverkusen aufgewachsen“, erinnert er sich, „da lag es nahe, mich für den DFB zu entscheiden.“ Und das, obwohl er vom spanischen Verband früh umworben wurde: 2005 wurde er zu einem U17-Lehrgang eingeladen und traf dort auf spätere Weltstars wie Cesc Fabregas. Doch die Entscheidung stand – und daran hat sich bis heute nichts geändert. „Ich war komplett überzeugt“, sagt Castro, „es wäre in der spanischen Nationalmannschaft doch auch genauso schwierig geworden.“

U21-Europameister

Und es ist ja auch nicht so, als wäre seine Karriere im DFB-Trikot komplett unerfüllt geblieben. 2009 wurde er U21-Europameister, traf beim 4:0 im Finale über England zum wichtigen 1:0 und bereitete einen weiteren Treffer vor. Gespielt hat Castro damals übrigens im rechten Mittelfeld. 

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