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Das größte Rätsel der Bundesliga

HANNOVER/DORTMUND In Indonesien freuen sich die Fans bald bestimmt auf einen dicken Fisch aus Deutschland. Nicht wissend, dass sie sportlich betrachtet eher eine graue Maus zu sehen bekommen, die auf dem Rasen vorwiegend durch Eselei auffällt: Borussia Dortmund, den Bundesliga-Zwölften.

05.11.2007
Das größte Rätsel der Bundesliga

Bleiben im Mittelmaß: Diego Klimowicz und der BVB

Vom 16. Dezember an soll der Klub in dem 225-Mio.-Einwohner-Land die Auslandsvermarktung der DFL vorantreiben. Vier Tage lang. Die Stippvisite dürfte dem BVB mit einem sechsstelligen Betrag versüßt werden. Ein nettes Weihnachtsgeschenk für das börsennotierte Unternehmen, dessen Finanzkennzahlen längst wieder vorzeigbar sind. Nur: Der Fußball ist es weiterhin nicht. Das hat die Niederlage in Hannover (1:2, Tore: Huszti, Schulz für 96, Kringe für Dortmund) abermals deutlich aufgezeigt.

Neun Punkte hinter Karlsruhe

24 Mio. Euro beträgt der Profi-Etat der Niedersachsen, die kernsanierte Borussia zahlt inzwischen wieder mehr als 30 Mio. Euro. Dennoch rangiert der BVB sieben Punkte hinter Hannover. Und neun hinter Aufsteiger Karlsruhe. „Wir stecken im Niemandsland der Tabelle fest“, sagt Trainer Thomas Doll. Bis zum ersten UEFA-Cup-Rang sind es sechs Zähler, bis zur Abstiegszone fünf. Über die Hinrunde dürfen Borussias Fans getrost ein Ei schlagen.

Nachzuvollziehen ist das nicht, denn Dortmund war mit einer bedingt durch das starke Bayern-Spiel (0:0) breiten Brust und einem Erfolgserlebnis (2:1 gegen Frankfurt) im Rücken an die Leine gereist. Es erwischte sogar einen perfekten Start mit 5:1 Chancen während der ersten 17 Minuten.

Ordnung verloren

Die Doll-Elf überrannte Hannover – und stellte dann unter anderem das Rennen weitgehend ein. Legte die Aggressivität ab. Schob nicht mehr mutig nach. Warum? Ein Rätsel! Mittelfeldspieler Florian Kringe raunzte: „Wir haben die Ordnung verloren. Das war undiszipliniert.“ Verteidiger Dede beklagte: „Wir haben 60 Minuten keinen Fußball mehr gespielt.“

Die Kette des Versagens wurde lang und länger. Sie begann bei Degens Sinnlos-Foul gegen Pinto im Strafraumeck, das zum Elfmeter führte, sie reichte über den verunsicherten Torhüter Weidenfeller und den abermals schwer dilettierenden Manndecker Kovac, die uneffektiven Buckley und Valdez bis zu Jakub Blaszczykowski, dessen Repertoire sich in Hannover erneut nicht in Zahlen widerspiegelte. 16 Ballkontakte verzeichnete der Pole in der ersten Hälfte und gewann nur knapp 30 Prozent seiner Duelle. „Mir ist das alles ein Rätsel“, sagte Sportdirektor Michael Zorc.

In Indonesien wird man sich dennoch auf den BVB freuen. Der größte Staat Südostasiens hätte auch Energie Cottbus bekommen können. Das wirbt nun aber in Vietnam

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