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Der BVB-Stadiondeckel im Test

Neues Bezahlsystem

DORTMUND Ein Pils braucht sieben Minuten! Von wegen. Der Stadiondeckel wischt die Phrase beiseite. Gestoppte acht Sekunden braucht es mit dem neuen Bezahlsystem im Signal Iduna Park, bis der Durstige seinen Durstlöscher dankbar lächelnd in den Händen hält.

von Von Arne Niehörster

, 06.08.2010
Der BVB-Stadiondeckel im Test

Fast dreimal so lang wie die Stadiondeckel-Bier-Bestellung hat die Bestellung mit Bargeldzahlung inklusive Kleingeldsuche gedauert: 22 Sekunden.

Feuertaufe hatte der Stadiondeckel am Mittwochabend: Der BVB empfing die Inselkicker von Manchester City. Die RN haben sich also einen Deckel aufladen lassen und BVB-Fan Florian Groeger (Dauerkarten-Inhaber seit 1991) an die Tresen unter die Tribünen geschickt. Hier die Chronologie: „Bitte ein Bier“ – Stadiondeckel gezückt – Scanner bucht ab – „Bitteschön, Ihr Bier“ – „Dankeschön. Prost!“ – Acht Sekunden später, Florian ist begeistert: „Das klappt ja super.“ Durst hat er immer noch.

Also schicken wir ihn mit Bargeld zurück zur Theke. „Bitte ein Bier“ – Portmonee gezückt, Zehner raus – Bedienung öffnet die Kasse – „Haben Sie Kleingeld?“ – Portmonee und Hosentasche durchwühlt, kein Kleingeld – „Moment, ich wechsle Ihnen das“ – Geld zurück – „Bitte, Ihr Bier“ – „Dankeschön. Prost!“ – Florian nippt, wir stoppen die Zeit: 22 Sekunden. Fast dreimal so lang dauerte die Bestellung (wir haben natürlich die Wartezeit in der Schlange jeweils nicht mitgerechnet) ohne Stadiondeckel. Ein beeindruckendes Ergebnis, oder? „Nicht ganz“, sagen die Mitarbeiter hinter dem Tresen. Probleme? „Die gibt es noch, ja. Weil die Fans ganz oft Bargeld und Guthaben mischen wollen“, sagt Ramona Barth. Aber die Aramark-Mitarbeiterin weiß auch: „Es war ja das erste Mal. Die müssen sich nur dran gewöhnen. Dann geht das richtig flott.“ Das hat BVB-Fan Eddie Kaleja schon längst gemerkt, nie konnte er bei seiner Bratwurst im Brötchen schneller abbeißen als am Mittwochabend: „Daumen hoch.“ Alles nur durch die Vereinsbrille betrachtet? Mitnichten.

Gretel Beba (schon etwas älter) ist das erste Mal im Signal Idun Park: „Ich wollte mir mal das berühmte Stadion anschauen.“ Den RN-Deckel durfte sie gleich mittesten. Und war begeistert: „Das ist eine pfiffige Alternative. Unkompliziert und schnell.“ Unser Fazit: Der Stadiondeckel hat die Feuertaufe bestanden – erstligatauglich. 

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