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Der BVB reist heute als Tabellenletzter nach Frankfurt

"Kein Kindergeburtstag"

Muntermacher Champions League, das hat am Mittwoch erstmals in dieser Saison nicht funktioniert. Die Krise bei Borussia Dortmund ist in die Königsklasse übergeschwappt, die Sorgenfalten aber könnten vor dem in dieser Woche wichtigeren Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt (17.30 Uhr) ohnehin nicht größer sein.

DORTMUND

, 30.11.2014

Jürgen Klopp war natürlich auch am Freitag bemüht, Zuversicht auszustrahlen. Das fällt dem Trainer des BVB von Woche zu Woche zunehmend schwerer angesichts der anhaltenden sportlichen Flaute. Mitte der Woche erreichte sie auch die Wohlfühl-Oase London, wo Borussia Dortmund diesmal ein weiteres Negativ-Kapitel in dieser von Negativ-Erlebnissen so geprägten Saison schrieb.

Klopp ahnt, dass vieles von dem, was er derzeit propagiert, nach Durchhalteparolen klingen muss. „Dass wir schon eine Weile über immer dieselben Dinge reden, ist ein Indiz dafür, dass es nicht funktioniert“, meinte er. Aber es helfe ja nicht, zu lamentieren: „Wir bleiben dran.“ Dortmunds Auftritt in der englischen Hauptstadt hat neue Fragen aufgeworfen und alte, bekannte nicht beantwortet. Die Mannschaft gibt Rätsel auf, auch wohl für den Trainer, der mühsam nach kleinen Lichtblicken sucht.

Klopp kennt sich eigentlich aus mit Abstiegskampf. Er hat Mainz zwei Mal durch eine solche Phase geführt, es macht die Aufgabe in Dortmund aber nicht einfacher, dass hier die Mannschaft eine ganz andere, höhere Qualität hat. Das Gegenteil ist eher der Fall. „Es steht außer Frage“, meinte der 47-Jährige am Freitag, „dass die Jungs besser kicken können.“ Keiner aber erreiche sein Limit. Was dagegen helfe? „Weiterarbeiten, weiterkämpfen.“

Mehrere Kamerateams beobachteten am Freitag einen Trainingsversuch von Mats Hummels. Der BVB-Kapitän ist vor der Partie in Frankfurt so etwas wie die personifizierte Hoffnung auf eine Kehrtwende beim kriselnden Vize-Meister. Nach vier Wochen Pause wäre Hummels unter normalen Umständen wohl kein Kandidat für die Startelf, was ist aber schon normal in diesen Wochen?Der Eindruck verfestigt sich, als müsse der BVB nach jedem Strohhalm greifen. Krise, meint auch Klopp, „das ist kein Kindergeburtstag.“ Die Mannschaft aufzurichten, wird nicht einfacher. „Man gewöhnt sich nicht an Niederlagen.“ Wie Dortmund sich heute in Frankfurt präsentiert, davon wird auch abhängen, ob der bislang bedingungslos hinter dem Team stehende Anhang eventuell ein wenig mehr auf Abstand geht. Klopp hat die Diskussion verfolgt nach dem Support in London, er habe nicht das Gefühl, meinte er, „dass sich die Mannschaft davon einlullen lässt. Aber am besten spielen wir so, dass die Diskussion Sonntag beendet ist.“

Personell tut sich noch wenig. Hummels bleibt ein Wackelkandidat, Jakub Blaszczykowski sei nach seinen 75 Minuten Praxistest „sehr kaputt“ gewesen und brauche idealerweise noch Zeit. Wie Nuri Sahin hat er ohnehin monatelang nicht gespielt, was die Frage aufwirft, inwieweit er in einer solchen Situation helfen kann. Es müssen wohl die richten, die die Karre auch in den Dreck gezogen haben.

Dennoch bietet sich eine moderate Rotation an. Nicht nur der dauer-schwächelnde Henrikh Mkhitaryan bettelt um eine Pause.  

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