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Serie zum BVB-Trainer

Der Typ - ein großes Rätsel um Thomas Tuchel

DORTMUND Thomas Tuchel hat laut eigener Aussage kein Facebook-Profil, bei Twitter ist er nicht angemeldet. Und Messenger-Dienste wie Whatsapp sind ihm suspekt. Der Trainer von Borussia Dortmund gewährt nur selten private Einblicke. Zuletzt aber öffnete sich der 43-Jährige häufiger. Eine Annäherung an den Menschen Thomas Tuchel.

Der Typ - ein großes Rätsel um Thomas Tuchel

BVB-Trainer Thomas Tuchel hat klare Vorstellungen für die Bundesliga-Rückrunde.

Es ist ein Termin wie gemacht für Thomas Tuchel. Die DFB-Kulturstiftung hat Mitte Februar ins Fußballmuseum eingeladen. Tuchel soll zusammen mit dem deutschen Philosophen und BVB-Fan Hans Ulrich Gumbrecht die intellektuell angehauchte Gesprächs-Reihe „Spielkultur“ eröffnen. 2 x 45 Minuten diskutiert das Duo unterstützt von Moderator Christoph Biermann über Fußball – allerdings nicht über Trainerrausschmisse oder Personalentscheidungen, sondern über die höhere Geistesebene des Sports.

Nächtliche Städtetrips

Vor 200 Zuschauern erzählt Tuchel, wie schade er es finde, auf Auswärtsfahrten so wenig von den bereisten Orten mitzubekommen, dass er sich nächtliche Stadtführungen nach Champions-League-Spielen vorstellen könne und dass Fußballprofis häufig zu viel abgenommen werde. Es kommt ein Charakter zum Vorschein, der sich bei weitem nicht nur um Fußball dreht, sondern auch um Musik, Theater, Literatur, Wissenschaft, kurz: um Kultur.

DORTMUND Er packt vor jeder Trainingseinheit selbst mit an und erwartet von seinen Spielern im Training stets volle Konzentration. Wird diese nicht an den Tag gelegt, wird BVB-Coach Thomas Tuchel zur Furie. Sich selbst gestattet der Trainerchef der Borussen dabei allerdings auch keine Fehler - und feilt mit seinen engsten Vertrauten stundenlang an der Taktik.mehr...

Ein paar Tage zuvor hat Tuchel mit dem Musiker Clueso, der wie er mit dem Hamburger Rechtsanwalt Dr. Olaf Meinking zusammenarbeitet, ein Interview gegeben. Beide lernten sich in Tuchels Sabbatical kennen und freundeten sich an. Der Mensch Tuchel, der bei fast allem, was er tut, immer auch der Fußballlehrer Tuchel ist, interessierte sich damals für den Mut des Musikers, sich selbstständig zu machen, alles in die eigene Hand zu nehmen. Heute tauschen sie sich darüber aus, wie man eine Mannschaft bzw. eine Band führt.

Geburtstage merken 

Tuchel, so verriet es sein Manager Meinking einmal dem Spiegel, habe sich nach seiner Mainzer Zeit vorgenommen, sich die Geburtstage seiner Mitarbeiter künftig besser zu merken. Es ist ein Tipp, der von Clueso, dem Jungunternehmer, stammen könnte. Denn wer Menschen führt, muss nicht nur fachlich gut, sondern auch empathisch sein. Man darf kein Getriebener sein, sondern muss immer auch als Mensch erfahr- und wahrnehmbar sein.

DORTMUND Thomas Tuchel sehnt sich nach dem perfekten Fußballspiel, und auf seiner Suche lässt er sich aus verschiedenen Richtungen inspirieren. Er sei "getrieben von der Vision, den Fußball neu zu erfinden", schrieb "Die Zeit" über den BVB-Coach. Ansätze dazu fand Tuchel bei Gehirnforschern, Statistikern oder Philosophen.mehr...

Vielleicht hat sich Tuchel deshalb zu Jahresbeginn entschlossen, etwas mehr vom Menschen Tuchel preiszugeben. In einem WDR-Interview bekannte der gertenschlanke 43-Jährige, über den in der Bundesliga fast so viele Essens-Witze kursieren wie über den Gourmet und früheren Leverkusen-Manager Reiner Calmund, sich nach besonderen Ereignissen auch einmal „Schweinereien“ wie Erdnüsse, Schokolade oder Chips zu gönnen. Ein Glas Champagner gehöre mittlerweile zum festen Ritual nach Siegen, „sehr selten“ würde er sogar zu Fast Food greifen - „allerdings nur, wenn es dunkel ist“.

Ablenkungsmanöver?

Dass seine Öffnung ausgerechnet in jene Phase fiel, in der der Gegenwind in Dortmund zugenommen hatte, wurde ihm von einigen Kommentatoren als Ablenkungsmanöver ausgelegt. Tuchel lächelte diesen Vorwurf nach außen locker weg. Doch wie viel davon Fassade ist und wie viel echt, das lässt sich nach wie vor schwer beurteilen. Denn der Mensch Thomas Tuchel ist für die Öffentlichkeit noch immer eins: ein großes Rätsel.

DORTMUND Ob beim FC Arsenal oder beim FC Barcelona – der Name von BVB-Trainer Thomas Tuchel fällt in jüngster Vergangenheit immer häufiger in Verbindung mit einem von Europas Topklubs. Warum ist das so? In einer vierteiligen Serie beleuchten wir die Stärken und Schwächen des 43-Jährigen, der vor 630 Tagen sein Amt bei Borussia Dortmund angetreten hat. Zuerst: Thomas Tuchel, der Taktiker.mehr...

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