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"Der nächste Schritt"

Dortmunds internationale Rückkehr

DORTMUND Es ist sicher eine gemeine Unterstellung, aber vielleicht hat Qurban Qurbanov (38) seine Analyse der Dortmunder Borussia ja doch allzu sehr auf die finalen Minuten der DFB-Pokalpartie in Burghausen (3:0) begrenzt – eine Phase, die der BVB in Unterzahl bestreiten musste.

von Von Sascha Fligge

, 18.08.2010
"Der nächste Schritt"

Hans-Joachim Watzke: Nach dem Säen endlich ernten.

Auf die Frage, welche Qualitäten der Borussen ihm während seines sicher eingehenden Videostudiums besonders aufgefallen seien, antwortete er am Mittwoch jedenfalls wörtlich: „Von allen zehn alle!“

Qurbanov ist Trainer des FK Qarabag Agdam. Die Aserbaidschaner bestreiten am Donnerstag (21.05, ZDF) im Signal Iduna Park gegen (sicher eher elf) Borussen das Playoff-Hinspiel um den Einzug in die Europa League-Gruppenphase. Qarabags Coach sieht aus wie ein Türsteher. Überall Muskeln, Stiernacken, düsterer Ivan-Drago-Blick. Ein „Isch muss Disch vernischten!“ aus seinem Mund hätte niemanden gewundert. „Wir werden bis zum Ende kämpfen und natürlich gewinnen“, sagte er stattdessen. Kurios: Das Stadion des FK Qarabag Agdam ließ Qurbanov eigens mit BVB-Fangesängen beschallen, um seine Akteure auf die Atmosphäre einzustimmen. Er sagt: „Wir sind vorbereitet.“

„Alle bei uns spüren“, meint sein Dortmunder Trainer-Pendant Jürgen Klopp (43), „dass gegen Qarabag etwas ganz Wichtiges ablaufen wird, idealerweise für den Verein auch etwas ganz Großes.“ Vor 23 Monaten hat Dortmund zuletzt international gespielt, heute steigt vor mehr als 50 000 die 166. Europapokalpartie der Klubgeschichte (82 Siege, 32 Remis, 51 Niederlagen). Der angeschlagene Kevin Großkreutz soll dabei sein. Er bestand einen Belastungstest. Druck kommt vor dem Anstoß aus der BVB-Chefetage. „Wir müssen klar festhalten: Die wichtigsten Partien in naher Zukunft sind die Playoff-Spiele“, betont KGaA-Boss Hans-Joachim Watzke. Es gehe nach „zwei Jahren, in denen wir gesät haben, auch darum, zu ernten. Ernten in Form zusätzlicher Millionen, die wir einspielen, um den nächsten Schritt zu machen“. Das Erreichen der Gruppenphase würde laut Sportdirektor Michael Zorc (47) „einen Betrag oberhalb von fünf Millionen Euro“ in die Kasse spülen. Er wäre Grundstein „für die Weiterentwicklung von Mannschaft und Verein“ (Watzke).

Der KGaA-Chef wird am Freitag die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr bekanntgeben. Zu erwarten ist ein Verlust zwischen zwei und drei Millionen Euro (Vorjahr: 2,9 Mio. Euro), aber auch ein abermaliger Abbau der Verbindlichkeiten-Last (Vorjahr: 61,3 Mio. Euro). Aufgrund des erst nach dem Geschäftsjahres-Ende erfolgten Transfers von BVB-Stürmer Nelson Valdez (26) dürfte die reine Spieler-Transferbilanz mit ca. minus fünf Millionen Euro deutlich negativ ausfallen. Der Wechsel des Paraguayos, der bei Hercules Alicante einen Vertrag bis 2013 unterzeichnete und künftig mehr als zwei Millionen Euro pro Jahr verdienen soll, wurde zumindest von den Iberern am Mittwoch als perfekt gemeldet. „Die Transfersumme (ca. 3,5 Mio. Euro, d. Red.) stellt uns zufrieden, stimmt aber keineswegs euphorisch“, sagt Watzke. Star-Einkäufe werde es in den kommenden Tagen nicht mehr geben: „Wir waren finanziell ja schon in Vorleistung getreten!“

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