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Die BVB-Defensive und das Hoffen auf Schmelzer

Vor dem Bundesliga-Auftakt

Knapp sechs Wochen Saison-Vorbereitung neigen sich dem Ende entgegen, am Wochenende wird es wirklich ernst: Der VfL Wolfsburg lädt Samstag-Nachmittag zum Bundesliga-Auftakt. Größte Baustelle im Spiel des BVB dürfte die Defensive sein, auch, aber nicht nur wegen der angespannten Personallage. Ein Blick auf den Abwehr-Block.

Dortmund

, 15.08.2017
Die BVB-Defensive und das Hoffen auf Schmelzer

Wettlauf mit der Zeit: Marcel Schmelzer (r.) könnte am Samstag in Wolfsburg einen Kaltstart hinlegen.

Das 4-3-3-System des neuen Trainers Peter Bosz ist gesetzt. In kleinen Häppchen vermittelt der Niederländer den Spielern seine Idee vom Fußball und vom Verteidigen. Der 53-Jährige setzt auf Dominanz durch Ballbesitz. Entweder seine Mannschaft hat den Ball, oder sie soll ihn so schnell wie möglich zurückgewinnen. Dafür setzt er zum einen auf gepflegtes Passspiel, zum anderen auf bedingungsloses Pressing. Der Lernprozess dauert weiter an. Noch nicht alle Rädchen greifen über die gesamte Spielzeit ineinander. Es gibt Phasen, die schon richtig gut sind. Es gibt aber auch noch Phasen, in denen sich der BVB anfällig präsentiert - vor allem in der Rückwärtsbewegung.

Beste lässt aufhorchen

Die Pokalpartie gegen den Verbandsligisten aus Rielasingen-Arlen (4:0) fällt bei der Betrachtung eigentlich aus der Wertung, zu groß war der Leistungsunterschied. Trotzdem war der erfrischende Auftritt des jungen Jan-Niklas Beste (18) in der Viererkette ein Mutmacher für kommende Aufgaben. „Ich versuche auf und neben dem Platz immer viel von den anderen Jungs zu lernen und mich weiterzuentwickeln“, gab er danach zu Protokoll. Beste scheint schnell zu lernen.

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Trotzdem dürfte die Wunschlösung des Trainers für den Auftakt in Wolfsburg eine andere sein. Marcel Schmelzer, seit Mitte Juli ausgebremst durch einen Außenbandanriss im Sprunggelenk, steigt diese Woche wieder voll ins Mannschaftstraining ein und soll die ansonsten feststehende Viererkette komplettieren. Der Kapitän wäre mit seiner Erfahrung ein wichtiges Puzzle-Teil in der Defensive. Auch, weil in Raphael Guerreiro (Fußbruch) ein weiterer Linksverteidiger noch bis in den Herbst ausfällt. Wenn es irgendwie Sinn ergibt, wird Schmelzer am Samstag also in der Startelf stehen.

Piszczek ist eine Bank

Hinten rechts ist Lukasz Piszczek eine Bank. Felix Passlack und Erik Durm, der wegen Hüftproblemen noch immer nur individuell trainieren kann, sind die Herausforderer des Polen. 

Im Zentrum haben Sokratis und Marc Bartra die Vorbereitung genutzt, um sich in die Pole Position zu spielen. Vor allem Bartra überzeugt mit starker Präsenz und gutem Spielaufbau, im Pokal zeichnete er sich zudem mit einem Tor aus. Ömer Toprak, für zwölf Millionen Euro von Bayer Leverkusen gekommen und zuletzt von einem Nasenbein-Bruch gestoppt, muss sich hinten anstellen. Gleiches gilt für Neven Subotic. Dan-Axel Zagadou (18) sammelte während der Vorbereitung jede Menge Spielpraxis auf der Linksverteidiger-Position, spielte dort auch im Supercup gegen Bayern München. Doch der gelernte Innenverteidiger, der im Sommer ablösefrei aus Paris kam, ist mit seinen 1,96 Metern eher ein Mann für die Mitte denn für die Außenbahn.

Viel Arbeit für die letzte Reihe

Unabhängig von der personellen Besetzung der Viererkette wartet in Bosz‘ System viel Arbeit auf die letzte Abfangreihe. Durch das frühe Anlaufen des Gegners schiebt auch die Abwehrreihe sehr hoch, um die Räume von hinten zu verdichten. Dadurch wird freilich der Raum im Rücken der Viererkette entsprechend groß. Vor allem gegen Bayern München im Supercup führte das dazu, dass die Bayern in der ersten Hälfte häufig in Weg hinter die letzte Linie fanden. Insbesondere dann, wenn sie Lösungen fanden, um die erste Pressingreihe des BVB zu überwinden und aus dem Mittelfeld in die Tiefe zu spielen.

Für die Borussia wird es also darum gehen, weiter an der richtigen Balance zu feilen. Zum einen hohes Pressing, um den Gegner zu Fehlern zu zwingen und Ballgewinne zu generieren, zum anderen die nötige defensive Absicherung, um Konter des Gegners unterbinden und kontrollieren zu können.

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