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Subotic-Tagebuch aus Äthiopien: Tag 7

Die Bildung steht wieder im Mittelpunkt

ÄTHIOPIEN Dubai? Die Malediven? Oder vielleicht die Seychellen? Für Neven Subotic stellt sich diese Frage auch in diesem Sommer nicht. Der Innenverteidiger des BVB ist bis zum 20. Juni im Auftrag seiner Stiftung in Äthiopien unterwegs, um die dortigen Projekte zu besuchen. Im Tagebuch berichtet er über seine Erlebnisse in Afrika.

Die Bildung steht wieder im Mittelpunkt

Neven Subotic unterwegs in Äthiopien, Tag 7.

Liebe Freunde,

heute waren wir ganz in der Nähe unseres Quartiers, um die Mai Agam Elementary School, eine Grundschule, in der Region um Hawzen zu besuchen. Ganz in der Nähe, das heißt für äthiopische Verhältnisse nichts anderes, als dass wir pro Weg insgesamt drei Stunden mit dem Auto unterwegs waren. Eine Stunde davon auf befestigten Straßen, zwei Stunden „offroad“.

Abgelegene Gemeinde

Die Gemeinde, in der die Schule beheimatet ist, liegt sehr abgelegen und ist auch mit Hilfe nur schwer zu finden. Doch trotz der Schwierigkeiten, die diese Region mit sich bringt, ist es dem Drill-Team in den vergangenen Tagen gelungen, einen Brunnen zu bohren und Latrinen zu bauen. Zum Glück, denn die Kinder hier haben das gleiche Recht auf Bildung wie die Kinder, die in der Stadt groß werden.

Neven Subotic unterwegs in Äthiopien, Tag 5

Neven Subotic unterwegs in Äthiopien, Tag 5.
Neven Subotic unterwegs in Äthiopien, Tag 5.
Neven Subotic unterwegs in Äthiopien, Tag 5.
Neven Subotic unterwegs in Äthiopien, Tag 5.
Neven Subotic unterwegs in Äthiopien, Tag 5.
Neven Subotic unterwegs in Äthiopien, Tag 5.

Neven Subotic unterwegs in Äthiopien, Tag 6

Neven Subotic unterwegs in Äthiopien, Tag 6.
Neven Subotic unterwegs in Äthiopien, Tag 6.
Neven Subotic unterwegs in Äthiopien, Tag 6.
Neven Subotic unterwegs in Äthiopien, Tag 6.
Neven Subotic unterwegs in Äthiopien, Tag 6.
Neven Subotic unterwegs in Äthiopien, Tag 6.

Neven Subotic unterwegs in Äthiopien, Tag 7

Neven Subotic unterwegs in Äthiopien, Tag 7.
Neven Subotic unterwegs in Äthiopien, Tag 7.
Neven Subotic unterwegs in Äthiopien, Tag 7.
Neven Subotic unterwegs in Äthiopien, Tag 7.
Neven Subotic unterwegs in Äthiopien, Tag 7.
Neven Subotic unterwegs in Äthiopien, Tag 7.
Neven Subotic unterwegs in Äthiopien, Tag 7.
Neven Subotic unterwegs in Äthiopien, Tag 7.
Neven Subotic unterwegs in Äthiopien, Tag 7.
Neven Subotic unterwegs in Äthiopien, Tag 7.
Neven Subotic unterwegs in Äthiopien, Tag 7.
Neven Subotic unterwegs in Äthiopien, Tag 7.

Die Mai-Agam-Schule war bislang die sauberste und gepflegteste, die wir bei unserem Trip besuchen durften. Ein Verdienst vor allem von Nigisti Haile, einer 22-jährigen Lehrerin, mit der ich im Rahmen unseres Besuchs sprechen konnte. Dank ihr sind die Kinder bereits sehr weit in ihrer Entwicklung. Ein Mädchen der vierten Klasse las ihren Mitschülern so schnell einen Text vor, wie wir es in unserer Muttersprache kaum könnten. Beeindruckend. Schnell war uns klar: Kinder wie dieses sind es, für die das Projekt „100% Hygiene“ gedacht ist.

Guten Ruf erarbeitet

Nigisti Haile hat sich direkt nach Abschluss der zehnten Klasse als Lehrerin beworben und ist seit vier Jahren in dieser Funktion an der Mai-Agam-Schule tätig. Sie hat sich in dieser Zeit einen sehr guten Ruf in der Gemeinde erarbeitet. Die Schülerinnen und Schüler schätzen und respektieren sie ebenso wie ihre Mitmenschen. Sie lächelt viel und kommt sehr sympathisch rüber – und sie wirkt sehr, sehr schlau. Wir konnten uns beispielsweise problemlos in englischer Sprache verständigen. Und das ist wahrlich keine Selbstverständlichkeit in dieser Region.

Sie strahlte über das ganze Gesicht, als sie mir davon erzählte, wie sehr der Brunnen und die Latrinen das Leben ihrer Schülerinnen und Schüler verbessern werde. Sie sind für sie wie ihre eigenen Kinder, deshalb wünscht sie ihnen auch nur das Beste und schenkt ihnen viel Zeit und Aufmerksamkeit. Als Lehrerin sind ihre Mittel trotzdem begrenzt, doch der Brunnen und die Latrinen helfen ihr bei ihrer schweren Arbeit. Sie heben die Kinder auf ein neues Gesundheitsniveau und erleichtern so ihren sozialen Aufstieg.

Komplett auf Bildung konzentrieren 

Nigisti Haile weiß aus eigener Erfahrung, wie das Leben ohne saubere Wasserversorgung aussieht. Als Kind musste sie jeden Morgen das Wasser für ihre Familie besorgen. Das raubte dermaßen viel Zeit, dass sie es oft gar nicht zur Schule schaffte. Umso mehr schätzt sie es, dass ihre Schülerinnen und Schüler diese Sorgen jetzt nicht mehr haben. Sie können sich komplett auf ihre Bildung konzentrieren und müssen nicht mehr auf den Gang zur Schule verzichten.

Subotic-Tagebuch aus Äthiopien: Tag 6

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Ich habe euch gestern bereits von den Sorgen der Mädchen berichtet, wenn sie ihre Menstruation haben. Sie werden häufig von ihren Mitschülern gehänselt, wenn sie von ihnen beim Toilettengang erwischt werden. Wie peinlich und unangenehm das ist, kann sicher jeder nachvollziehen.

Getrennte Toiletten

An der Mai-Agam-Schule gibt es dank eurer Spenden nun geschlechtergetrennte Toiletten, die von innen abgeschlossen werden können, damit die Intimsphäre gewährt ist. Jedes Kind kann dort nun sorgenfrei zur Toilette gehen – und sich anschließend an gesonderten Wassertanks die Hände mit sauberem Wasser waschen.

Eine der Schülerinnen, die von den neuen hygienischen Bedingungen profitiert, ist Letebrehan. Sie besucht die vierte Klasse und eifert Nigisti Haile nach. Wie sie will auch Letebrehan unbedingt Lehrerin werden. Ihr Ziel ist es, in der Schulzeit so viel Wissen wie möglich aufzusagen, um das dann hinterher an die nachfolgenden Generationen weitergeben zu können. Zugleich würde der Lohn für ihre Arbeit die Versorgung ihrer Familie sichern. Als Jahrgangsbeste stehen ihre Chancen gut, dass sie ihr Lebensziel auch erreichen wird.

Kaum Privatsphäre

Letebrehan erzählte mir aber auch von den Problemen, die sie bislang an ihrer Schule hatte. Auch sie wurde von den Jungs manchmal verfolgt, wenn sie auf Toilette gehen musste. Und es war so schon schwer genug, in der Nähe überhaupt so etwas wie Privatsphäre zu finden. Umso größer ist ihre Freude über die neuen Latrinen und den Brunnen mit dem sauberen Wasser.

Das erspart ihr und ihren Mitschülerinnen einen Menge Zeit, die sie jetzt mit Lernen verbringen können. Und das, ohne dass sie sich Sorgen machen müssen, von dem Wasser, das sie trinken oder mit dem sie sich waschen, krank zu werden. Ein bedeutender Fortschritt.

Kein Einzelfall

Wir sind uns sicher, dass Letebrehan kein Einzelfall ist. Jeden Tag lernen wir Kinder wie sie kennen, die nach einem besseren Leben streben und dafür hart arbeiten. Deshalb bemühen wir uns, die Bedingungen für so viele Kinder wie möglich zu verbessern, damit sie alle ihre Chance ergreifen können. Ganz so, wie es Nigisti Haile getan hat.

Euer Neven

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