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BVB spielt gegen Leverkusen verrückt

Doch die Derby-Niederlage wirkt an allen Fronten nach

DORTMUND Der BVB gibt mit dem 4:0 gegen Leverkusen eine eindrucksvolle Antwort auf den desolaten Eindruck im Derby. Dieses 0:2 wirkt dennoch an allen Fronten nach. Das Verhältnis zwischen Fans und Spielern ist angespannt.

Doch die Derby-Niederlage wirkt an allen Fronten nach

Das Verhältnis zwischen Fans und Spielern ist angespannt. Foto: imago

So ein 4:0 sollte ja eigentlich bei allen Hochgefühle auslösen. Vor allem, wenn ein Tor schöner als das andere herausgespielt wurde, wenn noch ein höherer Erfolg möglich gewesen wäre und vieles auf dem aufgeheizten Rasen an den „alten“ BVB erinnerte. Doch den Spielern schlug Ablehnung entgegen. „Sie haben uns zu verstehen gegeben, dass wir gehen sollen“, meinte Julian Weigl einigermaßen konsterniert.

Feier fällt erstaunlich kurz aus

Nicht nur Weigl hatte sich nach diesem Spielverlauf mit einem positiven Gefühl zur „Gelben Wand“ begeben. „Aber der Zorn über unsere Derbyleistung“, folgerte der 22-Jährige, „war dann doch wohl noch da.“ Nach einer der besten Saisonleistungen, bei der die Leverkusener förmlich überrollt wurden, fiel die Feier mit den Fans erstaunlich kurz aus.


Dieses 0:2 vor einer Woche wirkte an allen Fronten nach. Bei den Anhängern, die ein vernichtendes Urteil über den Zustand dieses Kaders gefällt hatten und dieses auf einem Banner in Riesenlettern quer über die Südtribüne auch kundtaten. „Kein Wille, keine Leidenschaft, kein Mut – keine Mannschaft“, stand da geschrieben, und: „Niemand verkörpert Borussia Dortmund so wenig wie ihr.“ Das zu lesen und zu verarbeiten sei „nicht einfach“ gewesen, gab Marco Reus zu.

Drastische Maßnahme

Doch dem BVB gelang es, die Derby-Ohrfeige und auch die der eigenen Anhänger in positive Energie umzuwandeln. Dortmund war voll da, von der ersten Minute an. „Man hat gesehen, welche Qualität wir haben“, meinte Maximilian Philipp, den Trainer Stöger als vorderste Spitze aufgeboten hatte. „Jeder von uns hat sich die Frage gestellt, was im Derby los war.“

Inwieweit eine drastische Maßnahme des Trainers half, um alle wach- und durchzurütteln, das blieb nach der eindrucksvollsten Leistung unter der Regie von Peter Stöger eine hypothetische Frage. Der Österreicher war ins Risiko gegangen, als er voll auf die Jugend setzte und auf den offensiven Flügeln Jadon Sancho und Christian Pulisic aufbot, die Leverkusen mit ihren Dribblings von einer Verlegenheit in die nächste stürzten.

Stöger geht gestärkt aus dem Spiel hervor

Auch der Plan, Mario Götze in einem 4-1-4-1 als Doppel-Zehn mit Marco Reus aufzubieten, ging voll auf. Stögers Aufsehen erregendste Änderung aber fand auf der linken Abwehrseite statt. Er strich Marcel Schmelzer aus dem Kader. Den Kapitän. Stöger wusste, was das auslösen würde. Nach den 90 Minuten war daher nicht nur Schmelzer-Ersatz Manuel Akanji, der eine tadellose Leistung bot, einer der großen Gewinner. Auch der Trainer selbst ging gestärkt aus diesem Spiel hervor.

DORTMUND Vor dem richtungsweisenden Spiel gegen Leverkusen wirft Peter Stöger Kapitän Marcel Schmelzer aus dem Kader - und behält Recht. Bleibt die Frage, wie es weitergeht am nächsten Spieltag und nach der Saison.mehr...

Vor den letzten drei Saisonspielen verschaffte der deutlich herausgespielte Erfolg der Borussia nach den wunderschönen Treffern von Reus (55./79.), Philipp (63.) und dem wichtigen 1:0 des überragenden Sancho (13.) eine gute Ausgangsposition im Kampf um die direkte Qualifikation für die Champions League. Das schnelle 1:0, gab auch Weigl zu, habe das gute Gefühl bestärkt, in diesem Spiel auf dem richtigen Weg zu sein. „Danach fiel uns vieles leichter.“ Der ansehnliche Kombinationsfluss sorgte auf den Tribünen für lange vermisste Glücksgefühle.

Deutliche Mahnung

Was dann nach dem Abpfiff passierte, sollte von allen wohl als deutliche Mahnung verstanden werden. Zu oft hat der BVB nach ähnlichen Darbietungen seine Anhänger im folgenden Spiel wieder enttäuscht. Die kühle Verabschiedung war die Aufforderung, diese Leistung endlich einmal zu bestätigen. Auch Sportdirektor Michael Zorc warnte trotz der fünf Zähler Vorsprung auf Platz fünf: „Wir sind dabei, aber wir sind noch nicht durch.“

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