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"Es ist immer dasselbe"

DORTMUND Die Schar der Medienschaffenden, mit denen sich Bundesliga-Trainer auseinandersetzen – sie steigt. Der Grund: Viele Hobby-Homepages im Internet stellen Hobby-Redakteure, die hobbymäßig Pressekonferenzen besuchen. Einige davon sind eine Bereicherung. Aber nicht alle...

"Es ist immer dasselbe"

Viel Grund zum Ärger gibt's derzeit für Thomas Doll.

„Herr Doll“, sagte ein Mitarbeiter von www.dortmund-ist-online.de, während der Pressekonferenz am Donnerstag vor dem Ligaspiel am Samstag gegen Frankfurt sinngemäß und etwas verkürzt, „Sie dreschen seit Monaten nur Phrasen. Sie haben eine intakte Mannschaft auseinander gerissen. Mit Marc Ziegler im Tor gab es keine Gegentore, trotzdem spielt immer der Weidenfeller. Ich muss Ihnen sagen, in meinem Bekanntenkreis hat dafür keiner mehr Verständnis. Wir befinden uns in einer ernsten Situation!“ „Wir“, das sollte wohl heißen: Borussia Dortmund.

Monologisierte Attacke

Konsequenz der monologisierten Attacke: BVB-Pressechef Josef Schneck empfahl Doll, „auf das Pamphlet nicht zu antworten. Wir sind ja hier nicht in der Kneipe“, Doll selbst ging über die Wortwahl großzügig hinweg und riet dem Neue-Medien-Mann: „Setzen Sie sich doch aufs Podium und machen für mich weiter.“

Am Ende machte Doll doch lieber selbst weiter. Und zwar genau dort, wo er am Dienstag aufgehört hatte. Er kündigte als Folge des schwächsten BVB-Saisonstarts seit 20 Jahren (12 Partien, 6 Niederlagen) Konsequenzen an: „Einige Spieler, die beim 1:2 in Hannover in der Startelf standen“, sagte er, „werden gegen Frankfurt auf der Bank sitzen.“

Rumms, das saß. Top-Kandidaten für den unfreiwilligen Positionstausch sind Delron Buckley und Nelson Valdez, denen Doll neben einigen anderen gestern indirekt attestierte „dass manch einer zu zu brav und zu leise ist. Dass jeder kleine Rückschlag auf dem Platz den einen oder anderen sofort aus der Bahn wirft. Ich will aber Spieler, die dagegen halten. Wir beobachten ein paar Profis jetzt ganz genau...“.

„Das ist sinnvoll!“

Egal, wer nun die Bank wärmen muss – er wird wohl nicht durch einen Amateur ersetzt. Zwar stehen Christopher Nöthe und Sahr Senesie im Trainingskader, doch für einen Startelf-Einsatz kommen sie Doll zufolge genauso wenig in Frage wie Sebastian Kehl, dessen Einsatzzeiten nach etwas mehr als 500 Pflichtspielminuten in 15 Monaten sukzessive erhöht werden sollen. „Ich habe mir das lange überlegt“, sagte Doll: „Ich glaube, das ist sinnvoll!“

Der Trainer wirkt in diesen Tagen ernst. Ernüchtert. „Es ist doch immer dasselbe“, sagt er: „Wenn wir drei Spiele hintereinander gewinnen, wird mir immer die Frage gestellt, ob das denn so weiter gehen könne, weil in der Vergangenheit nach kleinen Serien stets ein großer Rückschlag kam.“ Dann spricht Doll ein wahres, ein desillusioniertes Wort. „Ehrlich gesagt“, merkt er an, „war das ja auch schon vor meiner Zeit beim BVB so...“

  • Lösen muss Doll vor dem Frankfurt-Spiel die System-Frage: In Betracht kommt ein 4-1-4-1 (Nachteil: zuletzt kaum Durchschlagskraft), ein 4-4-2 mit Raute (Doll vor einer Woche: „Ich mag die Raute. Aber um sie zu spielen, brauchst du eine Nummer 10. Die haben wir nicht“) oder ein 4-4-2 mit Doppel-Sechs.
  • Am Rande der Partie wird Borussia Dortmund das 30.000. Vereinsmitglied ehren. Es handelt sich dabei um den sehbehinderten Martin Will (25/aus Castrop).

  

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