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Ex-Borusse will mit dem VfB in Dortmund überraschen 

Ginczek spricht über Stuttgarts Erfolgsserie

Mit Trainer Tayfun Korkut rockt der VfB Stuttgart die Bundesliga. Seit acht Liga-Spielen sind die Schwaben ungeschlagen. Vor dem Spiel in Dortmund (Sonntag, 15.30 Uhr) hat Nina Louwen mit dem Ex-Borussen Daniel Ginczek gesprochen. 

DORTMUND

, 07.04.2018
Ex-Borusse will mit dem VfB in Dortmund überraschen 

Daniel Ginczek traf in dieser Saison trotz zwischenzeitlicher Verletzung fünfmal für den VfB Stuttgart. © dpa

Der VfB Stuttgart ist seit acht Liga-Spielen ungeschlagen. Wie ist da momentan die Stimmung im Team?

Es ist natürlich gut, wenn man so eine Serie spielt, da macht es besonders viel Spaß, zum Training zu kommen. Die vergangenen Spiele ist es natürlich oft positiv für uns ausgegangen. Die Stimmung ist gut, auch im Umfeld rund um den Verein und in der Stadt.


Sie sind nach einem Jahr zweite Liga mit dem VfB wieder in die Bundesliga aufgestiegen, wie überrascht sind Sie, dass Sie nach 28. Spieltagen auf Platz acht stehen?

Vor acht Wochen, in der Phase des Trainerwechsels, hat sicherlich keiner damit gerechnet. Wir sind Aufsteiger, wir wollen in der Liga bleiben und wir sind auf einem guten Weg, das zu schaffen. Wir möchten natürlich versuchen, den Platz zu halten und die Saison so gut wie möglich abzuschließen.

Sie haben den Trainerwechsel angesprochen. Was hat sich unter Tayfun Korkut verändert?

Er hat das System umgestellt auf zwei Stürmer. Wir haben derzeit eine mannschaftliche Kompaktheit, und es ist schwer, gegen uns Tore zu schießen oder sich Chancen herauszuarbeiten. Wir stehen sehr eng zusammen, verschieben gut als Mannschaft, und in den richtigen Situationen versuchen wir dann auch zu pressen.


Seit Januar ist Mario Gomez beim VfB, zusammen scheinen Sie beide gut zu harmonieren. Wie ist es, mit ihm zusammenzuspielen?

Mario war früher schon ein Stürmer, auf den ich geschaut habe. Wir beide ergänzen uns sehr gut und nehmen uns auch gegenseitig etwas den Druck, immer treffen zu müssen. Es macht viel Spaß, ich verstehe mich sehr gut mit ihm.


In der vergangenen Woche haben Sie ein Tor gegen Hamburg geschossen. Der HSV steckt ziemlich tief drin im Abstiegskampf. In dieser Saison haben Sie damit nicht ganz so viel zu tun wie in früheren Jahren. Wie anstrengend ist das für ein Team, für einen Spieler?

Da wird der Druck natürlich größer, besonders wenn es auf das Ende der Saison zugeht. Dann braucht man jeden Punkt, man ist angespannter, und der Druck lässt nicht mehr nach. Man nimmt die Themen auch teilweise mit nach Hause und kann nicht mehr richtig abschalten. Es ist sicherlich eine schwierige Situation, und die möchte keiner haben.


Sie haben in Ihrer Karriere immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen gehabt - auch in dieser Saison. Was motiviert Sie, immer wieder zurückzukommen
?

Gerade solchen Momente wie gegen Hamburg oder vergangene Saison der Aufstieg. Das sind Situationen, die man dann einfach genießt und wo man weiß, wofür man die harte Arbeit reingesteckt hat. Früher war es mein Hobby, jetzt ist es auch mein Beruf.


Dortmunds Jugendkoordinator Lars Ricken hat Sie als einen perfekten und robusten Mittelstürmer. Was bedeutet Ihnen so ein Lob?

Ich kenne Lars Ricken gut, er war schon Jugendkoordinator, als ich noch bei den Amateuren gespielt habe. Ich hatte eine sehr schöne Zeit in Dortmund, bin dort groß geworden und Profi geworden. Ich hab viele schöne Erinnerungen und komme immer gerne dorthin zurück. Dieses Mal klappt es ja auch endlich mal mit einem Spiel in Dortmund, was ja vorher aufgrund meiner Verletzungen nie geklappt hat - und ich freue mich natürlich riesig aufs Spiel. Solche Komplimente hört man gerne, und ich versuche auch am Sonntag zu zeigen, dass sie zutreffend sind.


Was sind rückblickend Ihre schönsten Erinnerungen an die Zeit in Dortmund?

Mein erster Profivertrag, das bleibt immer in Erinnerung. Ich hatte schöne Momente in der Jugend, als wir im Finale um die Deutsche Meisterschaft standen und auch der Aufstieg mit den Amateuren. Dann ist da natürlich auch die Deutsche Meisterschaft mit Jürgen Klopp, obwohl ich kein Spiel gemacht und nur dem Kader angehört habe. Da ist man natürlich stolz drauf, auch wenn man auf dem Platz nicht viel dafür geleistet hat. Aber ich hatte Zeit, mich weiter zu entwickeln. Das war in der Phase Gold wert.


Was erwarten Sie vom BVB nach der 0:6-Niederlage gegen den FC Bayern?

Natürlich will der BVB Wiedergutmachung. Ich glaube, nach so einem Spiel hat man den „Jetzt-erst-Recht“-Gedanken. Man geht auf die Basics zurück und versucht, einfach ins Spiel zu kommen und den Gegner unter Druck zu setzen. Natürlich wird Dortmund auch versuchen, ein schnelles Tor zu erzielen, um Sicherheit zu bekommen. Aber wir sind nicht einfach zu schlagen und wollen das auch am Sonntag wieder zeigen. Wir können uns gegen einen Gegner auf Champions-League-Niveau beweisen.

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Das Hinspiel hat der VfB mit 2:1 gewonnen. Mit welcher Einstellung müssen Sie als Team auftreten, um das zu wiederholen?

Im Hinspiel haben wir versucht, früh zu stören. Wir haben Pressing gespielt und versucht, fast auf dem ganzen Platz Eins-gegen-Eins zu spielen. Der BVB kann das Spiel durch seine individuelle Klasse entscheiden. Wir wissen auch, dass man sie wahrscheinlich nicht 90 Minuten stoppen kann. Was dann dabei herauskommt, werden sehen.


Sie erzielen am Sonntag in der Nachspielzeit das entscheidende Tor für den VfB. Wie jubeln Sie dann?

Viele Spieler jubeln ja gegen den Ex-Verein nicht, aber ich bin ja jetzt auch schon eine lange Zeit weg. Klar ist die Verbindung immer da und wird auch nie abbrechen, aber ich spiele jetzt schon lange Zeit beim VfB. Wenn wirklich der Fall eintritt, dass ich in der Nachspielzeit treffe und das spielentscheidend ist, dann werde ich sehen, wozu die Emotionen mich leiten.


Sie haben in der kommenden Woche Geburtstag. Wäre ein Anruf von Bundestrainer Joachim Löw das schönste Geschenk?

Ich glaube, das ist immer das Schönste für einen Fußballer. Wenn dann der Anruf kommt, würde ich natürlich nicht auflegen, aber das ist schon noch ein Stück weit weg. Es gibt gerade schon noch ein paar Stürmer in der Bundesliga, die eine bessere Saison als ich spielen und es mehr verdient hätten.

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