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FCI-Coach Kauczinski: "Situation nicht einfach"

Der BVB-Gegner

Seit diesem Sommer steht Markus Kauczinski als Nachfolger von Ralph Hasenhüttl auf der Kommandobrücke des FC Ingolstadt 04. Der Saisonstart ging für den 46-jährigen Gelsenkirchener und sein Team mächtig daneben. Bei den "Schanzern" leuchtet die Rote Laterne. Tobias Jöhren hat sich mit Kauczinski über den Fehlstart des FCI unterhalten.

DORTMUND

, 21.10.2016
FCI-Coach Kauczinski: "Situation nicht einfach"

Mit dem FC Ingolstadt 04 noch sieglos: Trainer Markus Kauczinski.

Nur ein Punkt aus den ersten sieben Spielen. Jetzt kommt der BVB: Fluch oder Segen? Darüber habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht (lacht). Wir waren bislang vermutlich in keinem unserer Spiele der Favorit. Trotzdem haben wir gezeigt, dass wir gefährlich sein können. Deswegen freue ich mich auf das Dortmund-Spiel genauso, wie ich mich auf die anderen Spiele auch gefreut habe.

Trotz der schlechten Ergebnisse gab es diese Saison bereits häufig Lob für Ihre Mannschaft, beispielsweise in München (1:3) oder zuletzt in Köln (1:2). Was fehlt, damit neben Lob auch Zählbares für den FCI rausspringt? Das sind viele kleine Sachen, das lässt sich schwer auf den Punkt bringen. Hier und da ist uns ein Fehler zu viel passiert. Und manchmal hat uns auch das Spielglück gefehlt, wie beispielsweise vergangenes Wochenende in Köln, als uns die Schiedsrichter-Fehlentscheidungen sicherlich nicht geholfen haben. Ich merke aber auch, dass die Gegner sehr gut auf uns eingestellt sind. Auf unser Pressing, das die Mannschaft in der vergangenen Saison ausgezeichnet hat. Insofern müssen wir auf dem Platz auch neue Lösungen finden.

Durchlebt Ingolstadt gerade das oft zitierte schwere zweite Jahr in der Bundesliga oder durchleben Sie ein schweres erstes Jahr in Ingolstadt? Das eine schließt das andere nicht aus. Die Situation ist mit Sicherheit nicht einfach. Ich habe aber schon andere Herausforderungen gemeistert. Ich bin mit dem Karlsruher SC in die dritte Liga abgestiegen und danach wieder aufgestiegen. Dann hatten wir den Niederschlag in der Relegation zur 1. Liga gegen den HSV. Es ist nicht so, dass ich nicht weiß, wie es ist, in einem Tal zu stecken. Als Trainer ist man immer auch Krisenmanager. Fakt ist, dass wir merken: Auf dem, was letztes Jahr war, lässt sich aktuell kein Haus bauen. Die Mannschaft hat sich verändert, das Umfeld hat sich verändert und wir werden als Klub anders wahrgenommen. Das reicht, um es für uns schwierig werden zu lassen.

Nach dem 1:2 in Köln haben Sie gesagt, Druck habe man immer und Sie würden noch gut schlafen. Trotzdem: Wie viel von der Situation kann man im Trainerbüro lassen und wie viel nimmt man nach Feierabend mit nach Hause? Der Beruf ist allumfassend. Das ist immer so, auch nach Siegen. Trotzdem sind Niederlagen natürlich unangenehmer. Wir wollen jetzt nach vorne schauen und nach Auswegen suchen. Das war immer meine Stärke, auch in einer schwierigen Zeit den Blick für die Lösung zu behalten und nicht aufzugeben. Das tue ich nach wie vor.  

In Ingolstadt können Sie dies in Ruhe praktizieren. Andernorts ist das nicht so. Was denken Sie, wenn nach sieben Spieltagen schon drei Ihrer Kollegen den Job verloren haben? Erst einmal spricht das für Ingolstadt und die Konstellation hier. Das ist sicherlich besonders und ich weiß auch zu schätzen, dass der Verein die Geduld aufbringt. Trotzdem weiß ich, dass man im Fußball gewinnen muss, dass man irgendwann den Bock umstoßen muss.

Ihnen persönlich hat Ihr Sportdirektor Thomas Linke nach der Niederlage in Köln eine Jobgarantie ausgesprochen. Freuen Sie sich darüber oder ist das nicht eigentlich selbstverständlich für einen Trainer, der erst seit dem Sommer mit einer neuen Mannschaft arbeitet? Zunächst einmal ist das gut für unser Innenleben hier. Aber noch einmal: Mir ist schon bewusst, wie die Dinge im Fußball laufen können. Jeder Verein ist individuell. Ich glaube nicht, dass man irgendwas Generelles daraus machen darf. Bei uns ist es beispielsweise so, dass wir uns für keines unserer Spiele schämen müssen. Es waren alles umkämpfte Spiele, in denen wir einzelne Momente leider nicht auf unserer Seite hatten. Auch wenn die Ergebnisse noch nicht passen, gibt es viele Dinge, die wir als Mannschaft schon sehr gut machen.

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Welche Dinge muss Ihre Mannschaft denn konkret umsetzen, um gegen den BVB für Punkte in Frage zu kommen? Das hört sich banal an, aber wir müssen in unserem System funktionieren, unsere Chancen effektiv nutzen und individuelle Fehler vermeiden. Wir müssen in unseren Aktionen konsequent sein und wollen unsere Spielidee durchbringen. Kurzum: Wir brauchen einen perfekten Tag. Das wissen wir - und dafür werden wir alles tun.

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