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Fehlstart für Borussia: 0:2 gegen Leverkusen

Fußball-Bundesliga

Wer sich so nachhaltiig die Zähne an einem Gegner ausbeißt wie Borussia Dortmund am Sonntag beim 0:2 (0:2) im Duell mit Bayer 04 Leverkusen, der wird am nächsten Morgen vermutlich über Zahnschmerzen klagen. Für den BVB war der Start in die Bundesliga gegen einen allerdings hochklassigen Kontrahenten ziemlich ernüchternd.

DORTMUND

von Von Sascha Fligge

, 22.08.2010

Das Spiel vor 73 300 Zuschauern im Signal Iduna Park stand medial ganz im Zeichen der Rückkehr von Michael Ballack. 99 Tage nach seinem Syndesmosebandriss und mehr als vier Jahre nach seinem letzten Bundesligaspiel (3:3 mit Bayern München gegen Dortmund am 13. Mai 2006) stellte der fast 34 Jährige vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw seinen aktuellen Leistungsstand unter Beweis. „Das Schicksal will, dass es nun wieder Dortmund ist“, hatte Ballack im Vorfeld gesagt.

Auf dem Rasen muss ihm einiges fremd vorgekommen sein, denn viele von Ballacks Gegenspielern, die vor seinem Wechsel zum FC Chelsea allenfalls hoffnungsvolle Talente gewesen waren (u.a. Hummels, Schmelzer, Subotic, Sahin, Großkreutz), sind inzwischen gestandene Bundesliga-Persönlichkeiten. Ballack, der in Leverkusens 4-4-2 als eine Hälfte der Doppel-Sechs wirkte, überließ den Regiestuhl allerdings weitgehend seinen Kollegen. Und die verfügen im Offensivbereich auch ohne den verletzten Helmes (Muskelfaserriss) über derart viel Qualität, dass deutschlandweit nur der FC Bayern auf mehr Talent verweisen darf.

Nach 22 Minuten führte Bayer bereits mit 2:0. Derdiyoks abgefälschter Schuss an den Pfosten (14.) war der Dosenöffner für das Werkself-Spiel. Der Schweizer Barnetta (19., Schuss aus 20 Metern) und sein brasilianischer Mittelfeld-Kumpel Renato Augusto (22., Schuss aus 18 Metern) ließen die 4000 Bayer-Anhänger jubeln. Schiedsrichter Florian Meyer (Burgdorf) hatte Sekunden vor dem zweiten Tor allerdings zu Unrecht einen Treffer des Dortmunders Sebastian Kehl nicht anerkannt. Der stand keineswegs im Abseits (21.), eine folgenschwere Fehlentscheidung.

Die Borussia, die massive Probleme auf der linken Seite hatte – Marcel Schmelzer gewann während der ersten 45 Minuten nur 27,2 Prozent seiner Zweikämpfe – , besaß in Shinji Kagawa ihre auffälligste Kraft. Der Japaner war früh im Spiel nach begeisterndem Antritt an Nationaltorhüter René Adler gescheitert (10). „Bayer hat bekannte Mittel angewandt. Lange Bälle auf Stürmer, die dann ablegen. Der Trainer hat das angesprochen, wir haben dennoch nicht konsequent verteidigt“, klagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc in der Pause.

Dortmunds Talente-Brutkasten, der im Aufbau eine ungewohnt hohe Fehlerquote aufwies, drückte in der zweiten Hälfte anfangs aufs Tempo, entwickelte aus dem Spiel heraus jedoch viel zu wenig Durchschlagskraft – und Nuri Sahins Freistoß aus 20 Metern entschärfte Adler spektakulär, aber sicher (57.). Nach diversen innerbetrieblichen Umstellungen (u.a. ersetzte Robert Lewandowski in der 63. Minute Kapitän Kehl) verlor Dortmund in der Schlussphase sogar noch an Offensivkraft. Was blieb, war die Ernüchterung des blutjungen Ensembles. 

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