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Frankfurter System steht in keinem Lehrbuch

BVB-Gegner in der Analyse

Eintracht Frankfurt ist eine der großen Überraschungen der laufenden Saison. Besonders die Defensive steht bombensicher – dank eines außergewöhnlichen Systems. Was das Trainerteam um Niko Kovac zur Zeit mit viel Erfolg spielen lässt, ist nicht aus dem Lehrbuch und am ehesten vergleichbar mit dem FC Ingolstadt der vergangenen Saison.

DORTMUND

von Martin Rafelt (spielverlagerung.de)

, 25.11.2016
Frankfurter System steht in keinem Lehrbuch

Makoto Hasebe, hier im Duell mit Marco Reus, ist Frankfurts Schlüsselspieler.

Der kommende BVB-Gegner (Samstag, 15.30 Uhr) kommt mit aggressivem Pressing und Mannorientierungen im Mittelfeld daher. Dazu kommen enge Flügelspieler in der Offensive, ein starker Fokus auf Gegenpressing und riskante Bälle in den gegnerischen Strafraum.

Wie agiert Frankfurt mit dem Ball?

Dass man im Ballbesitz zwischen Dreier- und Viererkette wechselt, ist heutzutage erst einmal nicht so ungewöhnlich. Bei der Eintracht ist Hasebe der Schlüsselspieler dafür. Er treibt sich mal zwischen den Verteidigern herum, mal auf der Sechserposition, manchmal fällt er sogar wie ein Libero hinter die Abwehr zurück. Das Bilden der Dreierkette nutzt die Eintracht vor allem, um das Flügelspiel zu forcieren. Frankfurt baut dann sehr weiträumig mit vielen Verlagerungen auf. Die nominellen Außenstürmer rücken fast permanent ein; im Grunde spielt die Eintracht mit drei Mittelstürmern.

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Wie agiert Frankfurt gegen den Ball?

Ohne Frage, die Defensive ist das Prunkstück des Frankfurter Spiels. In den letzten fünf Pflichtspielen hat die Eintracht nur einen Gegentreffer kassiert. Diese Stärke basiert auf einem modernen Pressing und einem eher weniger modernen Abwehrspiel.

So agieren die drei Stürmer auch gegen den Ball sehr kompakt. Die Flügelstürmer stehen eng und verschließen das Zentrum. Hinter dieser kompakten Raumdeckung gibt es viele Manndeckungen. Die Mittelfeld- und Abwehrspieler rücken in ihren Räumen immer wieder nach vorne, um anspielbare Gegenspieler eng zu decken, verschieben aber trotzdem zum Ball. Wichtig ist, dass diese Herausrückbewegungen sauber abgesichert werden, indem dann eine klare Viererkette gebildet wird. So wird der klassische Manndecker mit dem modernen Kettenspiel verbunden.

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Wo liegen die Chancen für den BVB?

Weil sich die zentralen Mittelfeldspieler immer wieder in Manndeckungen nach vorne orientieren, entsteht ständig Raum zwischen Mittelfeld und Abwehr. Wenn der BVB zwei bis drei seiner Kreativspieler zwischen den Linien positioniert und es dann gelingt, diese mit diagonalen Pässen anzuspielen, könnte Frankfurts System zusammenbrechen.

Die enge Angriffsreihe der Frankfurter könnte damit zu weiten Wegen gezwungen werden und auf Dauer Kräfte abbauen. In einigen Spielen der laufenden Saison waren die Schwarzgelben auch äußerst geschickt darin, aus den Flügelräumen direkt in die Offensivreihe zu spielen. Da diese Räume gegen Frankfurt größer sind als üblich, könnte das eine wirksame Qualität werden. 

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