Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

„Gibt viel zu tun“ - 09 BVB-Erkenntnisse zum Saisonstart

Zeit zum Durchschnaufen

Drei Spiele sind rum - und es ist schon wieder Pause. Die Ergebnisse des BVB sind gut, der Fußball ist es nur phasenweise. 09 Erkenntnisse.

Dortmund

, 02.09.2018
„Gibt viel zu tun“ - 09 BVB-Erkenntnisse zum Saisonstart

Sehen beim BVB noch viel Luft nach oben: Lucien Favre (r.) und Sebastian Kehl. © imago

01.) Dominanz: Borussia Dortmund ist noch nicht da, wo Favre hin will. Gegen Hannover verbuchten die Statistiker nur 44 Prozent Ballbesitz für den BVB. Das ist ein Wert, bei dem es Favre kälter den Rücken hinunterläuft als bei Gruselfilmen. „Wir müssen viel mehr den Ball haben“, sagt der Schweizer, „und wenn wir ihn haben, dürfen wir nicht so überhastet spielen und ihn so schnell wieder verlieren.“ Und Sebastian Kehl meinte nach dem Spiel in Hannover: „Wir waren nicht so überlegen, wie wir uns das erhofft hatten und hatten wenig Ruhe in unserem Spiel.“ Eine Aussage, die über weite Strecken auch auf das Spiel gegen Leipzig und phasenweise auch auf den Auftritt in Fürth zutrifft.


02.) Kaltschnäuzigkeit: Einmal hui, zweimal pfui: Während sich der BVB im Heimspiel gegen Leipzig vor dem Tor eiskalt präsentierte, schluderte er in der Fremde mit seinen Chancen. In Fürth wäre das beinahe in einer Blamage geendet, gegen Hannover führte es dazu, dass sich der BVB am Ende mit einem Punkt zufriedengeben musste. 49 Torschüsse feuerte Borussia Dortmund in den ersten drei Pflichtspielen ab, sechs Tore durften bejubelt werden. 6 aus 49 also - das sorgt beim Lotto für deutlich mehr Freude als beim Fußball. Der neue Stürmer Paco Alcacer soll diese Quote zukünftig aufbessern.

„Gibt viel zu tun“ - 09 BVB-Erkenntnisse zum Saisonstart

03.) Stabilität: Gegen Hannover musste Roman Bürki keinen einzigen Schuss parieren. Es war einer der Punkte, der Favre gegen 96 zufriedenstellte. „Es gibt auch positive Sachen“, meinte der 60-Jährige, „wir stehen hinten gut und haben vorne trotzdem Torchancen.“ Zwei Gegentore aus drei Spielen: Im Spiel gegen den Ball wirkt der BVB gefestigter als in der vergangenen Saison.


04.) Kreativität: Dortmund geizt im Spiel nach vorne bislang noch mit Überraschungsmomenten. Favre ist vor allem mit den Laufwegen seiner Spieler noch nicht einverstanden. Vieles sei eine „Sache der Bewegung“, sagt er. Das richtige Angebot für den Mitspieler zur richtigen Zeit schaffen, darum wird es in den kommenden Wochen gehen, damit sich der BVB noch mehr klare Tormöglichkeiten erspielt. Auch das Zusammenspiel der einzelnen Mannschaftsteile hakt noch zu häufig. Kehl sagt: „Es ist noch nicht alles im Fluss, trotzdem ist es nicht so, dass wir nervös werden.“


05.) Mentalität: Zweimal geriet der BVB in den ersten drei Spielen in Rückstand, zweimal drehte er ein 0:1 noch in einen Sieg. In Fürth geschah das auf durchaus glückliche, gegen Leipzig durchaus auf beeindruckende Weise.


06. Fitness: Die Mannschaft hinterlässt - anders als in der Vorsaison - einen sehr fitten Eindruck. In Hannover spulten die BVB-Spieler zusammen über 125 Kilometer ab. Bezieht man das Leipzig-Spiel mit ein, legte Borussia Dortmund an den ersten beiden Spieltagen exakt 243,93 Kilometer auf dem Platz zurück. Mehr rannte bislang nur Hannover 96 (249,08 Kilometer).

„Gibt viel zu tun“ - 09 BVB-Erkenntnisse zum Saisonstart

Dortmunds neuer Taktgeber im Mittelfeld: Axel Witsel. © dpa

07.) System: Favre präferiert ein 4-3-3-System. Vor der Viererkette spielt ein zentraler Sechser als Taktgeber, davor spielen zwei Achter, die vorne zusätzliche Torgefahr entwickeln sollen. An den ersten beiden Spieltagen in der Bundesliga vertraute Favre vor der Abwehr auf Neuzugang Axel Witsel, auf den Achterpositionen spielten Mahmoud Dahoud und Neuzugang Thomas Delaney. Für Mario Götze war kein Platz im BVB-Mittelfeld.


08.) Startschwierigkeiten: Es braucht ein bisschen Zeit, bis der BVB auf Betriebstemperatur ist. Gegen RB Leipzig dauerte es 20 Minuten, gegen Hannover 96 fast eine halbe Stunde. „Dann haben wir uns ins Spiel hinein gekämpft“, sagt Kehl, ist aber trotzdem nicht einverstanden mit den beiden schwachen Anfangsphasen in der Bundesliga. Nach der Länderspielpause sollte der BVB besser direkt voll da sein.


09.) Stimmung: Die Kunst wird darin bestehen, die Enttäuschungen, die der 29-köpfige Kader zwangsläufig für viele Spieler bereithalten wird, bestmöglich zu moderieren. Bislang ziehen alle mit, stellen sich in den Dienst der Sache. Sportdirekor Zorc fordert trotz aller Härtefallentscheidungen einen „professionellen Umgang“ mit der Situation - und Kehl sagt: „Wir haben die Situation allen erklärt. Es gibt Herausforderungen, das haben wir aber von Anfang an gewusst.“

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt