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"So einfach ist es nicht"

Hummels über Erwartungen und das Irland-Spiel

DORTMUND Dortmunds Nationalverteidiger Mats Hummels benötigte nur wenige Sätze, um am Dienstagabend das bittere 1:1 gegen Irland treffend zu analysieren. Matthias Dersch hat die Aussagen des 25-Jährigen in der Gelsenkirchener Mixed Zone aufgezeichnet.

Hummels über Erwartungen und das Irland-Spiel

Einen Tick zu spät: Mats Hummels (l.) kann das Gegentor durch Irlands John O'Shea nicht verhindern.

"Wenn wir das Ding in der letzten Minute nicht fangen, dann sagen alle, dass wir alles richtig gemacht haben. Defensiv haben wir fast nichts zugelassen bis auf die Szene, in der Erik Durm blockt, und eben das Gegentor. Offensiv haben wir einen komplett tiefstehenden, nur verteidigenden Gegner konsequent bespielt, auch wenn es uns nicht gelungen ist, viele Chancen herauszuzaubern. Aber wir haben das Tor gemacht."

"Theoretisch müssen wir das am Ende – so banal das klingt – souveräner herunterspielen. Und zwar mit Ball am Fuß und nicht mit Befreiungsschlägen. Sonst schlägt der Gegner lange Bälle und lauert vorne mit fünf, sechs Spielern. Dann wird es gefährlich, speziell wenn der Gegner so eine körperliche Wucht und Stärke im Zweikampf mitbringt wie die Iren."

EM-Qualifikation: Deutschland - Irland 1:1 (0:0)

Den Ball fest im Blick: Erik Durm absolvierte sein fünftes Länderspiel.
Im Kopfballduell: Mats Hummels und Jon Walters.
Julian Draxler bei seinem "Heimspiel" im Zweikampf mit Glenn Whelan.
Er konnte nicht wirklich zufrieden sein: Bundestrainer Jogi Löw.
Deutschlands Karim Bellarabi im Zweikampf mit dem Iren Marc Wilson.
Matthias Ginter dribbelt an Stephen Quinn (M) und Stephen Ward vorbei.
Jerome Boateng im Zweikampf mit Irlands Superstar Robbie Keane.
Deutschlands Antonio Ruediger kommt vor Robbie Brady an den Ball.
Kurze Freude: Torschütze Toni Kroos (M.) feiert mit seinen Teamkollegen seinen Treffer zum 1:0.
Lukas Podolski und David Meyler kämpfen um den Ball.
In Gelsenkirchen waren auch zahlreiche irische Fans im Stadion. Am Ende des Spiels konnten sie sich über einen Punkt gegen den Weltmeister freuen.
Kaum ein Durchkommen: Toni Kroos versucht, an David Meyler vorbeizukommen.
Lukas Podolski kam nach der Halbzeitpause für Matthias Ginter.
Wieder von Anfang an dabei: Karim Bellarabi lief zum zweiten Mal von Beginn auf. Hier kann James McClean dem Ball nur hinterherschauen.
Der Ire Jeffrey Hendrick setzt im Kopfballduell mit Mario Goetze alles ein, was er hat.
In letzter Minute: John O'Shea (vorne) jubelt mit James McClean (M.) und Jon Walters über sein Ausgleichstor in der Nachspielzeit.

"Das war erstaunlich. Ab der 85. Minute waren unfassbare Dinger dabei. Bedingt dadurch haben wir die nächsten Aktionen schlecht ausgespielt, haben uns teilweise nicht mehr gezeigt. Es war auch auffällig, dass Spieler, die sich hätten anbieten können, den Ball dann nicht mehr haben wollten. Da lag am Ende der Hund begraben."

"Man wird mir wieder die Schuld geben. Aber meiner Meinung nach kann ich auch nur noch versuchen zu retten."

"Dazu fällt mir ein Beispiel ein. Als wir vor der Abfahrt ins Stadion am Hotel Autogramme geschrieben haben, stand einer in der Menge und sagte: "Heute aber 7:0!" Das ist die Erwartungshaltung, die die Menschen inzwischen bei unseren Spielen haben. Das hat sich in den vergangenen Jahren so entwickelt, bedingt natürlich auch durch gute Leistungen. Aber so einfach ist es nicht. Mein Vereinstrainer Jürgen Klopp sagt immer: "Wer es sich einfach macht, hat es nicht einfach."

"Die Leute müssen sich bewusst sein, dass ein Gegner, der nur verteidigt, nicht auszuzaubern ist. Da muss man hart arbeiten. Da muss man konsequent abschließen. Das haben wir theoretisch mit dem 1:0 getan. Das jemand noch einmal ein 7:0 fordert, wird wieder vorkommen. Ist aber weit hergeholt."

"Wir waren natürlich alle enttäuscht, auch wenn keiner dabei war, der wild herumgebrüllt hat. Drei, vier Leute waren sauer, das muss auch so sein. Wir haben uns jetzt Druck aufgebürdet. Das ist so, und das muss man auch so klar sagen. Wir haben nur vier Punkte nach drei Spielen. Aber, das wissen wir selbst auch, wir haben die Qualität, uns zu qualifizieren, wenn wir in den restlichen Spielen alles abrufen. In unserer Gruppe ist noch alles möglich."

"Es bleiben einem oft nur die Zauberspiele in Erinnerung. Aber auch bei der WM war es in fünf von sieben Spielen einfach knallharte Arbeit. Dazu gehörte, das Glück auf seiner Seite zu haben. Das hatten wir in den vergangenen beiden Partien nicht. Es wird in der Bewertung nicht gern gesehen, dass Glück und Pech oder kleine Zufälle eine große Rolle spielen. Aber in einem Sport wie Fußball, wo nur wenige Tore fallen, sind die kleinen Sachen oft entscheidend."

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