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Hitzfeld im Interview

"Ich sehe Dortmund mit den Bayern auf Augenhöhe"

DORTMUND Mit Borussia Dortmund hat Ottmar Hitzfeld (62) als Trainer in der deutschen Fußball-Bundesliga den Durchbruch geschafft. 1995 und 1996 wurde er mit dem BVB Deutscher Meister, 1997 gewann er in München die Champions League. Beim Bezahl-Sender „Sky“ ist Hitzfeld seit Jahren als Experte tätig.

"Ich sehe Dortmund mit den Bayern auf Augenhöhe"

Switzerland's German coach Ottmar Hitzfeld gestures during a team training session on June 23, 2014 at the Municipal Stadium in Porto Seguro, during the 2014 FIFA World Cup in Brazil. AFP PHOTO / ANNE-CHRISTINE POUJOULAT

Ein Gespräch über Dortmunds Chancen auf die Titelverteidigung, die Rolle der Bayern und mögliche Überraschungen in der neuen Saison.

Davon ist auszugehen. Eine Saison ohne Titel ist in München schon schlimm genug. Noch so ein Jahr können sich die Bayern nicht erlauben. Sie werden von Beginn an sehr aggressiv auftreten.

In München herrscht ohnehin immer eine große Erwartungshaltung. Die ist nach der enttäuschenden Saison jetzt natürlich nicht geringer. Die Bayern stehen gewaltig unter Druck, das kann sich natürlich auch negativ auswirken. Aber: Der Klub hat auf die Schwachstellen der vergangenen Saison reagiert. Man muss mit sehr starken Bayern rechnen.

Sie haben mich in der Vorbereitung schon wieder positiv überrascht. Der Fußball, den der BVB spielt, ist sehr erfrischend. Mich beeindruckt die immens hohe Laufbereitschaft. Ich sehe Dortmund mit den Bayern auf Augenhöhe! Trotz der hochkarätigen Neuverpflichtungen in München.

Die beiden Teams haben eine höchst unterschiedliche Philosophie. Bei den Bayern spielen viele Nationalspieler, die Mannschaft pflegt einen anderen Stil. Da wird mehr mit Bedacht und Vorsicht agiert. Die Dortmunder Mannschaft ist unverbraucht, sie lebt von ihrer Euphorie, geht hohes Risiko, in dem sie sehr offensiv spielt, und gleicht das dann mit unglaublicher Laufbereitschaft aus. Was der BVB da leistet, ist beispielhaft.

Obwohl die Anzahl der internationalen Spiele zumindest bis Weihnachten sogar abnimmt, sehe ich die Champions League als Gefahr. Wie geht der BVB mit der Belastung um, die dort doch noch wesentlich höher sein wird? Wie verkraftet die Truppe den Spagat, mittwochs auf Real Madrid zu treffen und samstags bei Hannover 96 antreten zu müssen und genau so aggressiv zu sein? Das ist auch eine mentale Herausforderung und wird für diese junge Mannschaft nicht einfach.

Wer die Bayern derart distanzieren kann wie es der BVB in der vergangenen Saison getan hat, der muss sich in der Champions League nicht verstecken. Ich glaube daran, dass Dortmund die Gruppenphase überstehen kann. Sie haben das Potenzial fürs Achtelfinale. Dann kommt es natürlich auch auf ein bisschen Losglück an. Wenn man dann einen Klub wie Manchester United bekommt, ist das schon noch ein anderes Kaliber.

Rafinha habe ich am Dienstag im Audi Cup gesehen, er muss sich defensiv sicher noch steigern, ist aber ein guter Griff. Ich habe mich gewundert, dass Trainer Jupp Heyncken Boateng erst am Mittwoch eingesetzt hat. Bei Manchester City hat er wenig und zumeist die Außenposition gespielt. Jetzt soll er die löchrige Innenverteidigung stabilisieren. Das ist nicht ohne Risiko. Auf ihn bin ich sehr gespannt.

Wenn man als kleinerer Klub ein solches Jahr wie Mainz, Freiburg oder Nürnberg gespielt hat, ist es fast unmöglich, das noch einmal zu wiederholen. Schwer zu sagen, wer diese Rolle in der neuen Saison einnehmen könnte. Hoffenheim vielleicht, da ist einiges an Potenzial und ein neuer Trainer, der andere Wege geht. Vielleicht ja auch ein Aufsteiger. Bei Hertha leistet Markus Babbel einen tollen Job. Es wird Teams geben, die mit jungen, uns jetzt noch unbekannten Gesichtern nach vorne stürmen.

Auf viele tolle Spiele. Und auf Shinji Kagawa und Mario Götze. Mit ihnen hat Borussia Dortmund zwei absolute Weltklassespieler in den eigenen Reihen.

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