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Späte Aufholjagd

Immobile rettet BVB das 2:2 gegen Stuttgart

DORTMUND Borussia Dortmund hat eine Mini-Krise abgewendet und sich durch eine späte Aufholjagd beim 2:2 (0:0) gegen den VfB Stuttgart ein wenig Selbstvertrauen für das Revierderby auf Schalke am Samstag geholt. Pierre-Emerick Aubameyang und Ciro Immobile drehten mit ihren Toren einen 0:2-Rückstand.

Immobile rettet BVB das 2:2 gegen Stuttgart

Ciro Immobile rettete dem BVB das 2:2 gegen Stuttgart. Wirklich freuen konnte sich der Italiener darüber aber nicht.

Jürgen Klopp ist ein erfahrener Mann. Der 47-Jährige ist inzwischen nicht nur der dienstälteste Trainer der Bundesliga, sondern mit jetzt 209 Ligaspielen der Rekordtrainer des BVB. Man darf den Worten dieses Mannes also ruhig Glauben schenken, wenn es um seine Mannschaft geht. Vor der Partie gegen den Tabellenletzten aus Stuttgart hatte Klopp den Zuschauern angekündigt, es werde „kein Abend zum Genießen“. Und so kam es dann zunächst auch.

Fünf Tage nach der 0:2-Niederlage in Mainz und drei Tage vor dem Revierderby auf Schalke hatte Klopp seine Elf auf drei Positionen umgebaut. Adrian Ramos, Matthias Ginter und Erik Durm rotierten raus, Ciro Immobile, Neven Subotic und Marcel Schmelzer rein. Außerdem stand Mats Hummels erstmals in dieser Saison wieder im Kader, saß aber bis zur 74. Minute auf der Bank.

5. Spieltag: BVB - VfB Stuttgart 2:2 (0:0)

Arvoleda gegen Kevin Großkreutz.
Ciro Immobile jubelt nach seinem Treffer zum 2:2.
Mit einem blauen Auge davon gekommen.
Pierre-Emerick Aubameyang behauptet den Ball gegen Arvoleda.
Sokratis (oben) und Sven Bender (r.) setzen sich gegen Christian Gentner von Stuttgart durch.
Neven Subotic und Jürgen Klopp haben was zu besprechen.
Wieder dabei: Mats Hummels.
Jürgen Klopp herzt Ciro Immobile dem Treffer zum 2:2.
Nachdenklich: Jürgen Klopp.
Arvoleda, dieses Mal im Zweikampf mit Marcel Schmelzer.
Gruezo Arvoleda gegen Marcel Schmelzer.
Florian Klein gegen Kevin Großkreutz.
Arvoleda, dieses Mal im Zweikampf mit Sokratis.
Roman Weidenfeller, hier im Zweikampf mit Timo Werner, war gegen den VfB Stuttgart der beste Mann auf dem Platz.
Steht im Regen: Jürgen Klopp vor dem Spiel.
Kevin Großkreutz ist hier einen Schritt schneller als Florian Keil.
Ciro Immobile (M) und Moritz Leitner sowie die Stuttgarter Carlos Gruezo und Florian Keil (v.l.) kämpfen um den Ball.
Shinji Kagawa und Gotoku Sakai haben den Ball fest im Blick.
Milos Jojic und Daniel Didavi im Kopfballduell.

Von dort sah er ein Spiel, das zunächst so zäh war wie englisches Weingummi, das zu lange in der Kiosk-Auslage lag. Der VfB konzentrierte sich am Tag des unrühmliches Rauswurfs von Sportvorstand Fredi Bobic aufs Zustellen des eigenen Tores. Der BVB kontrollierte das Spiel, fand aber offensiv kein Mittel. Torszenen waren dann auch Mangelware. Je zwei notierten die Statistiker am Ende der ersten Hälfte für jede Mannschaft. Richtig gefährlich war aber nur der Lattenschuss von Shinji Kagawa (33.) gewesen.

„Es ist ein schweres Spiel für uns, weil Stuttgart es nicht schlecht spielt“, analysierte der am Knie verletzte Nuri Sahin in der Pause, trotzdem sei er guter Dinge für die zweite Hälfte. Nicht jeder im Stadion teilte jedoch angesichts der angespannten BVB-Personaldecke den Optimismus des 26-Jährigen. Denn auf der Bank der Borussia fand sich mit Ausnahme von Hummels kein einziger Kreativspieler, der eine Steigerung in puncto Spielkultur versprach.

Und es wurde noch komplizierter für den BVB, weil die Stuttgarter eine kollektive Schlafmützigkeit in der Dotmunder Defensive eiskalt ausnutzten: Weil weder Immobile noch Schmelzer nach einer kurzen Ecke entschlossen genug klärten, führte der VfB durch Daniel Didavi plötzlich mit 1:0 (48.). Alles hätte aus Sicht des BVB passieren dürfen, nur das nicht.

DORTMUND Trotz des enttäuschenden 2:2 gegen den VfB Stuttgart wollte BVB-Trainer Jürgen Klopp mit seiner Mannschaft nicht zu hart ins Gericht gehen. Die Gegentore bezeichnete er allerdings als "Quatsch". Solche Treffer habe er in 209 Spielen beim BVB noch nicht erlebt.mehr...

Denn natürlich spielte die Führung den ohnehin defensiv eingestellten Gästen in die Karten. Und es kam noch doller: Eine eingesprungene Klärungs-Aktion von Schmelzer ging nach hinten los, Didavi musste nach Querpass von Timo Werner nur noch abstauben – 0:2 (68.).

Seltsamerweise wachte erst jetzt die Kulisse auf. Mit zwei Niederlagen in Serie wollten die Borussen offenbar unter keinen Umständen ins Derby gegen Schalke starten. Es wurden noch einmal neue Energien freigesetzt.

Pierre-Emerick Aubameyang eröffnete mit einer starken Einzelleistung die Aufholjagd (73.), dann nutzte Immobile einen Patzer von VfB-Keeper Sven Ulreich zum umjubelten 2:2 (86.). „Weiter Jungs“, peitschte Stadionsprecher Nobby Dickel die mit Adrenalin und wohl auch Wut aufgepumpten Borussen an. Doch die dachten ohnehin nicht daran, sich mit diesem einen Punkt zu begnügen. Mehr als ein vor der Linie abgeblockter Schuss von Lukasz Piszczek sprang jedoch nicht mehr heraus, dann pfiff Manuel Gräfe die am Ende doch noch spektakuläre Partie ab.

TEAMS UND TORE
Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Sokratis, Schmelzer - Bender (66. Ramos), Jojic - Aubameyang (74. Gyau), Kagawa, Großkreutz (74. Hummels) - Immobile
VfB Stuttgart: Ulreich - Klein, Schwaab, Rüdiger, Sakai - Gruezo, Romeu, Gentner (89. Kostic) - Leitner, Didavi (79. Niedermeier) - Werner (78. Ibisevic)
Tore: 0:1 Didavi (48.), 0:2 Didavi (68.), 1:2 Aubameyang (73.), 2:2 Immobile (86.)
Schiedsrichter: Gräfe (Berlin)
Zuschauer: 79.500
Gelbe Karten: Sokratis (2), Subotic (2) / Gentner (1), Romeu (2)

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