Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Ist der BVB-Kader in der Breite zu schwach?

Pro und Kontra

Am Wochenende warf Thomas Tuchel mal wieder die Rotationsmaschine an. Der BVB-Trainer änderte seine Startelf auf vier Positionen im Vergleich zum 4:0-Sieg gegen Benfica Lissabon in der Champions League. Das Ergebnis war ernüchternd: 1:2 hieß es unter dem Strich in Berlin. Wir diskutieren: Ist der BVB-Kader in der Breite zu schwach?

DORTMUND

, 13.03.2017
Ist der BVB-Kader in der Breite zu schwach?

Glückloser Auftritt in Berlin: Matthias Ginter.

PRO: Eine Frage der Qualität (Von Tobias Jöhren)

Die Liste der Neuzugänge des BVB in dieser Saison ist lang. Andre Schürrle, Mario Götze, Ousmane Dembele, Raphael Guerreiro, Sebastian Rode, Emre Mor, Marc Bartra und Mikel Merino fanden im Sommer den Weg nach Dortmund. Im Winter kam Alexander Isak dazu. Gute 120 Millionen Euro hat das alles gekostet.

Besser gewappnet für die Dreifachbelastung

Es war die Rede von Transfers, die sowohl die Spitze des Kaders als auch die Breite verstärken sollten, nachdem in Henrikh Mkhitaryan, Mats Hummels und Ilkay Gündogan drei Säulen des BVB-Spiels weggebrochen waren. Matthias Ginter wurde trotz lukrativer Angebote gehalten, auch Adrian Ramos durfte erst im Winter weg. Der Grund lag auf der Hand: Besser gewappnet wollte man sein für die Dreifachbelastung aus Liga, Pokal und Königsklasse, besser gewappnet wollte man sein für etwaige Verletzungssorgen.

Doch jetzt, da der BVB vor entscheidenden Wochen steht, muss man feststellen: Borussia Dortmund ist nicht besser gewappnet. Im Gegenteil: Dem Kader fehlt die Substanz, die Qualität in der Breite. Zu viele Neuzugänge spielen keine Rolle. Das 1:2 in Berlin hat den nächsten Beweis geliefert.

Keine Alternative

Manch einer mag ob der Rotation auf den Trainer schimpfen. Dabei bleibt Thomas Tuchel in diesen belastenden Tagen gar keine Alternative, als auch mal durchzuwechseln. Wer das Problem beim Trainer sucht, sollte vorher lieber mal nach fehlender Qualität auf der BVB-Ersatzbank suchen - und wird fündig werden. 

KONTRA: Zu viele außer Form (Von Jürgen Koers)

Borussia Dortmunds Trainer Thomas Tuchel steht der zweitbeste Kader der Bundesliga zur Verfügung. Die Ursachen für die - mittlerweile nur noch vereinzelt auftretenden - Rückschläge liegen im Umbruch in der Mannschaft und vor allem in der fehlenden Form.

Unerklärlich schwache Arbeit

Vor einem Jahr spielte der BVB eine Rekordsaison, zum selben Zeitpunkt der Spielzeit 2015/16 hatten die Schwarzgelben satte 14 Zähler mehr gesammelt. Nicht, weil der Kader um Längen besser aufgestellt war als aktuell, sondern in erster Linie weil die Elf eingespielt war. Mit dem nun ein für allemal ausreichend beweinten Abschied des Führungstrios Hummels, Gündogan und Mkhitaryan ging der Borussia auch ganz fundamental die Statik im Spiel flöten. Zu ähnlicher Stabilität hat Tuchel seine derzeitige Auswahl noch nicht führen können.

Das wiederum ist auch in der Formschwäche mancher vermeintlicher Startelfkandidaten begründet. Einem Matthias Ginter gelingt auch im dritten Jahr in Dortmund nicht der große Durchbruch. Ein Andre Schürrle liefert, gemessen an seiner Erfahrung und seiner Ablöse, unerklärlich schwache Arbeit ab.

Kunst der Rotation

Die zweite Reihe um Shinji Kagawa, Emre Mor oder Mikel Merino übt keinen großen Druck aus auf die Stammkräfte, sie sind schlechter drauf. Erhoffte Größen wie Sven Bender oder Mario Götze fehlen zu allem Überfluss dauerhaft. Tuchel hat viel von seinem Vorbild Pep Guardiola gelernt. Die Kunst der Rotation beherrscht er noch nicht.  

Lesen Sie jetzt