Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Jürgen Klopp: "Mir fehlte die Aggressivität"

DORTMUND „Wir haben zwei Punkte verschenkt“, sagte BVB-Kapitän Sebastian Kehl, „wir haben bekommen, was wir verdient haben“, meinte BVB-Trainer Jürgen Klopp am Samstagnachmittag. Im Anschluss an das 1:1 gegen den FC Bayern sprach Sascha Fligge mit Borussia Dortmunds Trainer.

von Von Sascha Fligge

, 23.08.2008
Jürgen Klopp: "Mir fehlte die Aggressivität"

BVB-Trainer Jürgen Klopp prophezeit einen stürmischen Beginn.

Herr Klopp, für Sie war es das Bundesliga-Heimspieldebüt als BVB-Trainer. Es muss ein Nachmittag mit gemischten Gefühlen gewesen sein.Jürgen Klopp: Ja. Auf der einen Seite war die Stimmung großartig. Sie hat sicher dazu beigetragen, dass wir so lebendig und aktiv waren - gerade in der Anfangsphase. Aber dann kam die Geschichte mit van Bommel und der gelb-roten Karte. Ich glaube nicht, dass sie uns wahnsinnig beeinflusst hat. Dennoch war unser Auftreten im Anschluss ein Problem. Wir haben kaum noch Fußball gespielt.

Was heißt das im Detail?Klopp: Bei eigenem Ballbesitz fehlte mir die Aggressivität. Wir haben unglaublich viele Bälle verloren – und zwar ungezwungen. Dazu kam: Bei der hohen Anzahl an Ecken für die Bayern (14:6, d. Red.) war klar, dass es irgendwann mal brenzlig werden würde. In der Entstehung des 1:1 ist es genauso gekommen. Wir haben am Ende genau das gekriegt, was wir verdient haben. Mehr war’s nicht! Das Team muss lernen, das, was wir uns vornehmen, über 90 Minuten konsequenter durchzuziehen. Wir sind einfach zu oft hinterhergerannt.

Sie haben gegen München zwei 19-Jährige und einen 20 Jahre jungen Abwehrspieler aufgeboten. Wie beurteilen Sie die Leistung der Talente?Klopp: Mein Sohn ist auch Jahrgang 1988. Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht. Spaß beiseite: Marcel Schmelzer hat seine Sache sehr gut gemacht. Er hat in den Zweikämpfen einen sehr, sehr unangenehmen Eindruck gemacht. Aber das war seine Aufgabe. Ich bringe ihn ja nicht, um zu gucken wie’s läuft, sondern weil ich weiß, dass er es kann. Bei Neven Subotic und Mats Hummels mache ich mir ohnehin nie Sorgen. Das sind zwei der talentiertesten Innenverteidiger in Deutschland. Ich erwarte einfach, dass sie spielen wie sie spielen.

Trügt der Eindruck, dass bei manch einem Akteur trotz der Überzahl-Situation nach 60 Minuten die Kraft fehlte?Klopp: Nein. Jakub Blaszczykowski war ein wenig ausgepowert, deshalb habe ich Bajram Sadrijaj gebracht. Bei Mohamed Zidan wussten wir aufgrund der wenigen Trainingstage seit seinem Wechsel aus Hamburg nicht genau, für wie lange die Kraft reichen würde und haben den Einsatz bedingt dadurch etwas früher beendet. Er war lange quicklebendig, hat richtig gut ausgesehen, dann wurde es aber irgendwann ein Tick weniger. Uns haben in ihm und Blaszczykowski in der Schlussphase zwei wichtige Anspielstationen gefehlt.

Waren Sie überrascht, dass Blaszczykowski dermaßen große Räume bekam, in denen er anfangs seine Sprintstärken nahezu ungehindert ausspielen konnte?Klopp: Die Bayern hatten aus meiner Sicht durchaus ihre Konsequenzen aus dem 2:2 gegen Hamburg gezogen und das Mittelfeld etwas breiter angelegt. Nur konnten die Automatismen noch nicht greifen, Jürgen Klinsmann durfte während der Woche ja genauso wenig mit seinem kompletten Team arbeiten wie ich. Die gegenseitige Absicherung von Philipp Lahm, der sehr offensiv ausgerichtet ist, und Bastian Schweinsteiger funktioniert offenbar …nun ja, sagen wir mal … noch nicht perfekt. Diesen Vorteil hat Blaszczykowski genutzt.

Sie haben vor dem Saisonstart zwar keine Wunderdinge versprochen, aber doch Inbrunst und Leidenschaft. Haben Ihre Akteure in dieser Hinsicht schon alles gezeigt?Klopp: Nein, da geht noch viel mehr.

Lesen Sie jetzt