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Jugendstil gegen routinierte Bayern

DORTMUND Das Gipfeltreffen an der B 1 elektrisiert die Massen. 80 552 Zuschauer wollen am heutigen Samstag (15.30 Uhr, Signal Iduna Park) Borussia Dortmund gegen die Bayern sehen, Deutschlands Fußball-Tempel Nummer eins ist ausverkauft, die Lust auf den BVB ist riesengroß. Die Aufbruchsstimmung, die den Namen Jürgen Klopp trägt, ist förmlich mit Händen zu greifen. Erst recht nach dem 3:2-Auftakt bei Bayer Leverkusen.

Jugendstil gegen routinierte Bayern

Setzte erste Duftmarken: Marcel Schmelzer.

Und Klopp, der Meister des geschliffenen und humorigen Wortes, ließ im Vorfeld keinen Zweifel, wie wichtig ein jeder der 80  552 sei: „Wir brauchen jeden Mann, jede Frau, jedes Kind.“

So aussichtslos, wie diese Aussage auszudrücken scheint, sieht Klopp seinen BVB aber gar nicht. Im Supercup haben sie die Bayern schon einmal besiegt, „das war Vorbereitung“, weiß Klopp. Aber warum soll es nicht noch einmal gelingen? Im Spiel eins nach dem Dede-Schock vertraut Klopp links in der Kette dem jungen Marcel Schmelzer (20). Mit Subotic, Hummels (beide 19) und Antonio Rukavina (24) bildet er die jüngste Defensivreihe der Fußball-Bundesliga – und das gegen eine routinierte und mit Stars gespickte Formation wie die der Bayern. Für Klopp was ganz Normales. Er sagt: „Das Vertrauen in Marcel ist riesengroß.“

Vielleicht kann Schmelzer ja davon profitieren, dass sein Startelf-Debüt wegen einer anderen Personalie fast schon in den Hintergrund rückt. Es ist nämlich auch Spiel eins von Neuzugang Mohamed Zidan. Jürgen Klopp macht sich keine Sorgen, dass Zidan sein Glück in Dortmund nicht findet. „Es ist ja klar“, meinte er, „dass so ein Transfer kritisch begleitet wird, wenn man einen abgibt, der 13 Tore gemacht hat und einen holt, der es nur auf zwei gebracht hat.“ Klopps Vertrauen in Zidans Potenzial aber ist so groß wie die Vorbehalte der Zweifler.

Die Strömungen rund um den BVB hat Klopp schnell mitbekommen. Und so bekam auf der offiziellen Pressekonferenz auch einer Rückendeckung, der oft genug in der Schusslinie steht. Gefragt nach seiner Beteiligung bei der Suche nach einem Ersatz für Dede sagte Klopp einen bemerkenswerten Satz: „Wenn´s gut läuft, kriegen´s alle ab, wenn´s schlecht läuft, nur der Michael. Ich suche schon mit, bin zu 50 Prozent beteiligt.“ Sportmanager Michael Zorc dürfte das gern gehört haben. Und Klopp wäre nicht Klopp, wenn es nicht einen amüsanten Nachsatz gegeben hätte: „Natürlich gilt das auch, wenn´s positiv läuft.“

Zur zukünftigen Transferpolitik nahm gestern auf der Bilanzpressekonferenz KGaA-Boss Hans-Joachim Watzke Stellung. Er sagte: „Wen wir holen können, hängt entscheidend davon ab, wie weit wir im UEFA-Cup kommen.“ Eine klare Ansage.  

Ziegler – Rukavina, Subotic, Hummels, Schmelzer – Blaszczykowsky, Hajnal, Kehl, Kringe – Valdez, Zidan

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