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Kagawa lässt Qarabags Träume platzen

Die BVB-Einzelkritik

Beim klaren 4:0 (4:0)-Erfolg im Europa League-Playoff-Hinspiel gegen den FK Qarabag Agdam tankten die Spieler von Borussia Dortmund Selbstvertrauen en masse. Doch nicht jeder Kicker erwischte seinen besten Tag - wie unsere Einzelkritik zeigt.

DORTMUND

von Von Matthias Dersch

, 20.08.2010
Kagawa lässt Qarabags Träume platzen

BVB-Torschützen unter sich: Lucas Barrios (l.) und Shinji Kagawa.

Der Dortmunder Keeper verlebte einen ruhigen Tag und konnte sich kaum auszeichnen. Der einzig gefährliche Schuss der Aserbaidschaner ging am Tor vorbei (5.). Die restlichen Bälle in Richtung von Weidenfellers Kasten waren eine leichte Beute für den BVB-Schlussmann.

Der Pole rutschte überraschend für Patrick Owomoyela (Magen-Darm-Infekt) in die Startelf und löste seine Aufgabe solide. Defensiv wurde er kaum gefordert, so dass er sich nahezu ausschließlich auf seine Vorwärtsbewegungen konzentrieren konnte. Einigen Stockfehlern stand dabei die maßgenaue Flanke auf Barrios vor dem 3:0 (29.) entgegen. Insgesamt ein zufriedenstellendes Debüt für den früheren Berliner, auch wenn er gegen Ende konditionell abbaute.

Verschlief die ersten Minuten und leistete sich prompt einen dicken Stellungsfehler gegen Rubins (12.). Immerhin schien ihn dieser Schock aufgeweckt zu haben, denn anschließend agierte er deutlich konzentrierter und ohne gröbere Patzer. Gegen Leverkusen wird er allerdings ausgeschlafener auf den Platz gehen müssen.

Genau wie sein Innenverteidiger-Kollege Subotic wirkte auch er nicht ganz hellwach. Unterlief früh einen langen Ball der Aserbaidschaner, zudem fehlte ihm in seinen Zuspielen zuweilen die Genauigkeit. Profitierte davon, dass er defensiv kaum gefordert wurde und sich so Sicherheit gegen die harmlosen und zweikampfschwachen Qarabag-Angreifer holen konnte.

Defensiv musste er kaum angreifen, er verursachte durch sein zu zaghaftes Eingreifen allerdings die erste (und einzige) echte Qarabag-Chance (5.). Versuchte häufig, sich in die Offensive einzuschalten, kämpfte dabei jedoch mit dem einen oder anderen Fehler bei der Ballannahme. Klasse dagegen seine Flanke mit dem schwächeren rechten Fuß vor dem 4:0 (41.).

Einige feine Anspiele in die Spitze - etwa vor dem 3:0 (29.) -  konnten nicht verdecken, dass der BVB-Kapitän gegen Qarabag nicht in Bestform agierte. Vor allem technisch zeigte er einige Schwächen bei der Ballannahme und -weiterverarbeitung. Wird sich gegen Leverkusen steigern müssen.

Gegen Qarabag der deutliche stärkere Part der Doppel-Sechs. Im Aufbauspiel setzte er die Forderung des Trainers, mehr Ballbesitz zu schaffen, trotz der engen Räume in der Hälfte der Aserbaidschaner sehr gut um. Dazu überzeugte er durch eine starke Zweikampfführung und gefährliche Standards. Einzig der Zug zum Tor hätte in einigen Szenen noch ausgeprägter sein können.

 Wie schon im Pokal gegen Burghausen gab der polnische Flügelflitzer von Beginn an Gas und suchte früh die Eins-gegen-Eins-Situationen. Beteiligte sich an einigen schönen BVB-Kombinationen, auch wenn ihm keine direkte Torvorlage gelang. Wurde nach 49 Minuten angeschlagen ausgewechselt.

 Man muss vorsichtig sein und sollte nicht zu schnell ein abschließendes Urteil über den BVB-Neuzugang fällen - doch wenn der kleine Japaner in der Bundesliga so weitermacht wie gegen Qarabag, hat sich die Borussia ein echtes Juwel geangelt. An nahezu jeder gefährliche Szene war er beteiligt, dazu schoß er zwei Tore selbst (13., 41.). Hätte der rumänische Schiedsrichter und sein Assistent genauer hingesehen, wäre sogar noch ein dritter Treffer hinzugekommen. Besser als in dieser Partie geht es gegen einen Gegner dieser Kategorie kaum. Jetzt muss er beweisen, dass er dieses Niveau auch gegen größere Kaliber bestätigen kann.

 Trotz seiner Bauchmuskel-Verletzung ließ Jürgen Klopp ihn 90 Minuten durchspielen - obwohl der Dortmunder eine seiner schwächeren Leistungen zeigte. Offenbar gehemmt von seiner Verletzung traute er sich nur wenig zu. Einzig das wieder einmal enorme Laufpensum lieferte den Beleg dafür ab, dass der Mann mit der Nummer "19" wirklich Kevin Großkreutz war.

Mit seinen Europa League-Toren eins und zwei (20., 29.) stieß er das Tor Richtung Gruppenphase weit auf. Danach beschränkte sich der Stürmer jedoch weitestgehend auf einige - nutzlose - Hackentricks und Ballablagen. Mit zwei Treffen auf der Habenseite konnte er sich diesen Luxus jedoch auch erlauben.

 Der Youngster sammelte seine ersten Europa League-Erfahrungen und bewies dabei, dass er sich ohne Scheu an seine Aufgaben macht. Zwar konnte er nicht ganz an seine guten Testspiel-Eindrücke anknüpfen. Das lag jedoch auch daran, dass seine Mitspieler bei seiner Einwechslung schon längst den Schongang eingelegt hatten.  

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