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Lucien Favre wird neuer BVB-Trainer

Kauzig und launisch - aber mit einer klaren Spielidee

DORTMUND Gut eine Woche nach Saisonende bestätigt Borussia Dortmund die Verpflichtung von Lucien Favre als Cheftrainer. Den neuen Mann begleiten einige Vorbehalte auf dem Weg zum BVB. Seine Trainerqualitäten allerdings sind unbestritten. Dirk Krampe kommentiert.

Kauzig und launisch - aber mit einer klaren Spielidee

Hat eine klare Spielidee: Lucien Favre. Foto: imago

Als Borussia Dortmund am Dienstagvormittag endlich aus der Deckung kam und die Verpflichtung von Lucien Favre als neuen Trainer vermeldete, sorgte dies ebenso wenig für einen Ausruf des Erstaunens wie Peter Stögers Bekanntgabe vor einer Woche, die Borussia am Saisonende zu verlassen. Der Neuigkeitswert hielt sich in Grenzen, die Dinge waren bekannt. Es fehlte nur noch der offizielle Vollzug.

Dritter Trainer binnen zwölf Monaten

Der erste Schritt der Umgestaltung des BVB ist nun endlich auch offiziell getan. Lange genug hat es gedauert. Favre wird nach der Entlassung von Thomas Tuchel, die tatsächlich gerade einmal zwölf Monate her ist, der dritte Trainer, dem die Vereinsführung die Verantwortung für die Profi-Mannschaft überträgt. Das allein zeigt, welch' schwieriges Jahr hinter Borussia Dortmund liegt.

Der neue Mann wird nicht von allen mit offenen Armen empfangen. Zwar erhoffen sich die in dieser Saison leidgeplagten Anhänger einen Neustart und haben sich als ersten Schritt dafür mehrheitlich auch den Wechsel an der Spitze der Mannschaft gewünscht - den Schweizer Favre aber begleiten Vorbehalte auf seinem Weg aus dem sonnigen Süden Frankreichs ins Ruhrgebiet. Denn Favre gilt als kauzig, launisch, manchmal auch unberechenbar. Das Ende seiner Bundesliga-Stationen Berlin und Mönchengladbach bestimmte er durch zum Teil eigenmächtiges Vorpreschen selbst und irritierte damit auch in höchstem Maße die, die eng mit ihm zusammengearbeitet hatten. Nachzufragen nicht nur bei Max Eberl.

Klarer Plan wird verfolgt

Kommt man aber auf seine Fähigkeiten als Trainer zu sprechen, fällt auch beim Gladbacher Manager kein schlechtes Wort. Favres Ruf als jemand, der seine Mannschaften im Griff hat, der sie auch besser macht, ist tadellos. Er hat eine klare Spielidee - das ist das, was Borussia Dortmund dringend benötigt. Er verfolgt einen klaren Plan und seine Vorstellungen konsequent - auch das kann der BVB von der Bank aus sicher gut gebrauchen. Und er ist bekannt dafür, Talente zu fördern und weiterzuentwickeln. Davon hat der BVB reichlich in seinem Aufgebot.

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Ob Favre Wunschlösung Nummer eins ist oder „nur“ die beste Alternative zum nicht verfügbaren Julian Nagelsmann, ist daher zweitrangig. Er ist von denen, die auf dem Markt waren, sicher einer der profiliertesten. Und er verkörpert die große Hoffnung, dass Borussia Dortmund wieder zur Ruhe kommen, sich ausschließlich auf den Fußball besinnen und wieder als Einheit auftreten kann.

Enge Verbindung zu Marco Reus

Wer wollte, der konnte übrigens schon sehr früh erahnen, dass der BVB und der 60-jährige Favre nach dem vergeblichen Werben im vergangenen Jahr im zweiten Anlauf zueinander finden würden. Als Marco Reus im März seinen Vertrag verlängerte, war in den Gesprächen zuvor die zukünftige Ausrichtung des Klubs und seine Ambitionen sicher ein Schwerpunktthema. Und Reus ist im Kader einer der größten Befürworter von Lucien Favre - der hatte aus ihm in Gladbach einst einen der besten Bundesliga-Spieler geformt.

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