Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Kehl ist noch nicht der Alte

DORTMUND „Ausgesprochen selbstkritisch“, sagt Borussia Dortmunds Trainer Jürgen Klopp, seien die BVB-Profis mit sich umgegangen, nachdem sie in Führung liegend vor sieben Tagen mit einem Mann mehr auf dem Platz eine 1:0-Führung gegen den FC Bayern verspielt hatten. Kapitän Sebastian Kehl etwa gab zu: „Ich bin nie in dieses Spiel gekommen. Eine Erklärung habe ich nicht.“

von Von Sascha Fligge

, 29.08.2008
Kehl ist noch nicht der Alte

Schirmherr: Sebastian Kehl.

Kehl war schon beim 3:2-Sieg der Borussia in Leverkusen einer der schwächeren Akteure auf dem Platz. Warum er bislang noch nicht wie erhofft zum Zuge komme, wollte ein Journalist in der vergangenen Woche vom Ex-Nationalspieler wissen. Der reagierte freundlich, aber bestimmt: „Sie dürfen darüber schreiben, aber ich möchte nichts dazu sagen.“ Möglicherweise befindet sich der Borusse noch in einer Phase der Anpassung an sein neues Jobprofil. Er, der in Dortmund lange als Solokünstler im defensiven Mittelfeld unterwegs war, bildet unter Klopps Regie gemeinsam mit Tamas Hajnal die so genannte „Doppel-Sechs“. Kehl soll auf die Abstände zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen achten, dirigieren, aggressiv Duelle führen und in seiner Paradedisziplin – der Balleroberung – glänzen. „Bislang“, gesteht Klopp auf Nachfrage ein, „spielt Sebastian noch nicht auf dem Niveau, das er von sich selbst erwartet. Das liegt aber an seiner langen Verletzungspause und dem Mangel an Spielpraxis in den letzten Monaten.“ Die Theorie des Trainers: „Wann habe ich Zeit, wann keine? Wann kann ich mit einem Kontakt spielen, wann mit zwei Kontakten? Das sind Dinge, die Kehl sich erst wieder mühsam aneignen muss.“

Heute (15.30 Uhr/live bei Premiere) soll er den Anfang machen, die Suche nach dem eigenen Rhythmus massiv vorantreiben. Kehl hofft nach wie vor, dass es seine Spielzeit wird und er zurückfindet in den Kreis der Elitekicker. „Bundestrainer Joachim Löw“, sagte er schon vor einigen Wochen, „hat mir nach der EM versichert, dass ich für ihn ein Thema bleibe, wenn ich fit bin und meine Leistung bringe. Die Weltmeisterschaft 2010 bleibt ein langfristiges Ziel.“ Das kurzfristige ist der nahezu perfekte Saisonstart. In Cottbus, wo Dortmund alle fünf Liga-Duelle gewann (15:3 Tore), stehen die Punkte fünf, sechs und sieben auf dem Spiel. Gestern Nachmittag hob der 19-köpfige Kader mit den angeschlagenen Mohamed Zidan (Fußprellung), Jakub Blaszczykowski (Probleme mit dem Schienbeinmuskel), Robert Kovac (Infekt) und Mats Hummels (Verhärtung) an Bord von der Startbahn Ruhrgebiet ab. Alle Akteure hatten das Abschlusstraining beschwerdefrei absolviert. Abermals nicht zum BVB-Tross gehören wird der brasilianische Neuzugang Felipe Santana.   

Ziegler - Rukavina, Subotic, Hummels, Schmelzer - Blaszczykowski, Hajnal, Kehl, Kringe - Valdez, Zidan

Lesen Sie jetzt