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Kehl verbreitet nach sechs BVB-Wochen viel Optimismus

Der Regulator

Seit gut sechs Wochen ist Sebastian Kehl nun wieder in Amt und Würden bei Borussia Dortmund. Der ehemalige BVB-Kapitän soll negative Entwicklungen frühzeitig erkennen. Daran arbeitet er intensiv.

Dortmund

, 19.08.2018
Kehl verbreitet nach sechs BVB-Wochen viel Optimismus

Schaut ganz genau hin: Sebastian Kehl. © Inderlied/Kirchner

Das Wort „Regeln“ fällt ziemlich häufig in diesen Tagen bei Borussia Dortmund. Torhüter Roman Bürki hat im Trainingslager darüber gesprochen, Stürmer Maximilian Philipp auch. Alle halten sich jetzt an sie, die Regeln. So war und ist der Tenor. Es gebe beispielsweise keine Verspätungen mehr, erzählte Bürki in Bad Ragaz, niemand müsse mehr auf den anderen warten - und schob achselzuckend hinterher: „Aber das ist ja eigentlich selbstverständlich.“

Einzug des Schlendrians

Ist es. Und doch war es eben anders in der vergangenen Saison. Es gab Spieler, die Regeln und Disziplin lieber müde belächelten, als sie konsequent umzusetzen und vorzuleben. Ousmane Dembele und Pierre-Emerick Aubameyang waren Extrembeispiele, aber sie hatten durchaus Gesellschaft beim BVB. Irgendwann hatte sich irgendwo und irgendwie der Schlendrian eingeschlichen - und es sich in der BVB-Kabine ziemlich gemütlich gemacht.

Freilich nicht nur, aber auch deswegen, ist Sebastian Kehl zurück bei Borussia Dortmund. Als Leiter der Lizenzspielerabteilung. Sportdirektor Michael Zorc beschreibt ihn gerne als „Königstransfer dieses Sommers“, Kehl selbst beschreibt sich als „Bindeglied zwischen Management und Mannschaft“.

Zahlreiche Einzelgespräche

Seit gut sechs Wochen ist der ehemalige Kapitän der Schwarzgelben, mittlerweile 38 Jahre alt, wieder in Amt und Würden beim BVB. Er sagt über die ersten anderthalb Monate: „Alles auf das Thema Disziplin runterzubrechen, wäre zu kurz gegriffen. Es gibt einige Dinge, an denen ich in den vergangenen Wochen gearbeitet habe.“ Er habe die vergangene Saison analysiert und sich in vielen Einzelgesprächen mit Spielern und Betreuerteam einen Eindruck verschafft, erzählt Kehl.

Und dann sagt er: „Wir haben uns für den Neustart viel vorgenommen. Dazu gehören auch Regeln. In der Vergangenheit haben gewisse Dinge das Klima belastet, deswegen haben wir an einigen Punkten den Hebel angesetzt.“ Der Plan lautet: „Wir versuchen durch Präsenz, aber auch durch klare Kommunikation, manche Dinge gar nicht erst aufkommen zu lassen.“ Das laufe im Moment „sehr gut“, zieht Kehl eine erste Zwischenbilanz.

„Harmonisches Arbeiten“

Die Stimmung des Neustarts sei überall beim BVB zu spüren, der neue Trainer verbreite viel Optimismus, findet Kehl. „Trotz der Kadergröße war es ein sehr harmonisches Arbeiten in den vergangenen Wochen. Ich erlebe die Jungs sehr fokussiert.“

Kehl verbreitet nach sechs BVB-Wochen viel Optimismus

Sebastian Kehl (l.) im Smalltalk mit Mario Götze. © Inderlied/Kirchner

Das „Dortmund-Gefühl“, das in der vergangenen Saison verloren gegangen ist, soll zum BVB zurückkehren. Es geht um Werte und Tugenden. Respekt, Bodenständigkeit, Bereitschaft. Kehl fordert eine „professionelle Berufsauffassung“. Die Spieler müssten gewillt sein, „eine Leistungskultur zu entwickeln“.

Schwieriger Vergleich

Auch das sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, aber es offenbart, wie gemütlich es sich der Schlendrian beim BVB in der Vergangenheit tatsächlich gemacht hat. Ob es das in seiner Zeit als BVB-Kapitän auch gegeben hätte? „Das ist schwer zu vergleichen. Die Zeiten verändern sich, die Spielertypen verändern sich. Ein paar Dinge haben sich verschoben“, meint Kehl. Auch das sagt viel aus.

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