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"Kinderriegel" zergeht auf der Zunge

DORTMUND Die Euphorie um Borussia Dortmunds neuen Trainer überrollte am Samstag die Lausitz. Keine fünf Meter konnte Jürgen Klopp im Cottbuser Stadion gehen, ohne nicht in ein Fotohandy grinsen zu müssen – wahlweise samt Frau oder Mann im Arm. Das Lachen fiel Klopp auch nach dem Spiel beim FC Energie leicht: Seine Elf geht nach dem 1:0 (1:0) mit sieben Punkten in die Pause. Das nennt man einen Traumstart.

von Von Dirk Krampe

, 31.08.2008

 Klopp, der scheinbar permanent unter Strom steht, gönnte sich nach 90 intensiven Minuten im Stadion der Freundschaft erstmals ein Durchatmen. „Wir haben harte Wochen hinter uns“, meinte er, „jetzt ist Zeit, mal durchzupusten.“ Einige seiner Spieler würden auf die Länderspielpause vor dem Derby gegen den FC Schalke 04 wohl gern verzichten. „Es soll der Wahnsinn sein, das emotionalste Spiel überhaupt. Ich freue mich riesig darauf“, sagte zum Beispiel Siegtorschütze Neven Subotic. Und Kapitän Sebastian Kehl meinte: „Jetzt kann gegen Schalke alles gehen.“

Den sechsten Sieg in Serie in der Lausitz verdiente sich Borussia Dortmund in der ersten Halbzeit: Valdez hätte früh das Tor machen müssen (1./2.), Kringe und Valdez behinderten sich bei Dortmunds größter Chance vor dem 1:0 gegenseitig (25.). Der BVB kontrollierte auch nach der Pause das Spiel, es ging freilich nicht ganz ohne Zittern ab: Timo Rosts Schuss strich knapp am Tor vorbei (58.), dann senkte sich Skelas Flanke über Ziegler auf die Latte, der Abpraller landete bei Rangelov, der aus drei Metern übers Tor köpfte (67.) – Cottbus´ dickste Chance.

Doch fehlte der Heimelf die Energie, die der Stadionsprecher vor dem Anpfiff beinahe flehentlich herbeisehnte („Jetzt kommt die Energiiiiiiie“). Es fehlten vor allem klare Aktionen Richtung Dortmunder Tor. Das geriet auch deshalb nur selten in Gefahr, weil die BVB-Innenverteidigung mit Subotic und Hummels einen Sahnetag erwischte. Die Abgeklärtheit des „Kinderriegels“ in brenzligen Situationen verblüfft. „Wir haben“, sagte Subotic, „beinahe vom ersten Tag an harmoniert.“

Mit solchen Auftritten wie am Samstag schwinden freilich die Chancen für eine Zukunft Hummels´ im BVB-Trikot. „Es wird sehr schwer, ihn zu halten“, gestand Manager Michael Zorc. Aus München ist das Signal da, dass der 19-Jährige nach Ablauf der Leihfrist im Sommer 2009 wieder an der Säbener Straße erwartet wird. Zorc wird dennoch alles in die Waagschale werfen: „Wir werden zeitig mit allen Parteien reden.“ Dass Dortmund nach dem 1:0 durch Subotic, der ungehindert eine Kringe-Ablage im Fünfmeterraum verwerten durfte (45.), zu wenig auf das 2:0 spielte, erinnerte an die zweite Halbzeit gegen die Bayern. Klopp blieb das nicht verborgen: „Hinten raus“, meinte er, „hatten wir auch etwas Glück.“  

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