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Konstanter BVB steht für Hoffnung auf Spannung

Traum von der Meisterschaft

Ungewohnt offen haben Borussia Dortmunds Spieler ihre Hoffnung geäußert, den Titelkampf spannend halten zu können. Zumindest einige BVB-Akteure wagen sich in der Meisterschaftsfrage ein wenig aus der Deckung. Doch die Herausforderungen werden größer nach der Länderspielpause. Zudem hilft der Blick in den Rückspiegel.

Dortmund

, 03.10.2017
Konstanter BVB steht für Hoffnung auf Spannung

BVB-Abwehrchef Sokratis, der hier nach dem 6:1 den Gladbacher Raffael tröstet, glaubt an die Chance für seine Borussia, den Titelkampf in der Bundesliga spannend gestalten zu können.

Dass er zu einem richtig großen Verein gewechselt ist, das war Peter Bosz eigentlich vom ersten Trainingstag an klar. Den Beleg aber bekam er, als Borussia Dortmund vor zwei Wochen die Tabellenführung mit einem furiosen 6:1 gegen Borussia Mönchengladbach festigte, während der FC Bayern daheim nur 2:2 gegen den VfL Wolfsburg spielte.

Beeindruckende Leistung

Die Fans sangen "Deutscher Meister wird nur der BVB", und Bosz musste nach einer beeindruckenden Leistung seiner Elf die Frage beantworten, was er denn von den Gesängen halte - und ob sein Team nach Jahren der bajuwarischen Dominanz am Thron der Münchner rütteln könne.

Als Jürgen Klopp den Überraschungs-BVB im Frühjahr 2011 sensationell zur siebten deutschen Meisterschaft führte, da stand dieses eine Wort, "Meisterschaft", noch auf dem Index, als im Frühling schon die Blumen sprießten und der BVB am 30. Spieltag Mitte April seinen Vorsprung auf den Zweiten Bayer Leverkusen auf acht Zähler ausbaute. Nur nicht drüber reden, könnte ja sein, dass das Wunder dann nicht eintrifft. Doch das ist lange her.

Borussen in der Offensive

Schon nach dem klaren 3:0 in Hamburg, als der BVB seine Serie ohne Gegentor in der Liga auf 450 Minuten ausgebaut hatte und Dortmunds Spieler mit den Gesängen der Fans konfrontiert wurden, wagten sie sich einige Borussen in die Offensive. Warum eigentlich auch nicht? "Ja, ja,", meinte Christian Pulisic, "die Fans wollen das. Und wir natürlich auch!" Abwehrchef Sokratis wurde sogar noch konkreter: "Bayern ist Favorit", sagte er bedeutungsschwanger, "aber wenn wir so weiterspielen, können wir es spannend machen."

Peter Bosz käme so ein Satz nicht in den Sinn. Er hat auch nach der Demonstration gegen Gladbach darauf verwiesen, wie "früh in der Saison" es doch noch sei. Und er hat natürlich Recht damit. Nach dem Dusel-Sieg in Augsburg verbot sich das Thema ohnehin für ihn. Bosz hoffte vielmehr, dass seine Elf diese "Qualität", auch schlechte Spiele zu gewinnen, nicht allzu häufig zeigen werde.

Nahrung für die Hoffnung

18, 10, 33, 19, 25 – die fünf Zahlen zeigen den Punktevorsprung der Bayern auf den BVB in den letzten fünf Jahren. Es ist also kein Wunder, dass sich die Hoffnung auf mehr Spannung in der Liga nicht nur an den Stammtischen artikuliert. Es ist ein wenig kurios, aber das 2:1 des BVB in Augsburg, als die Borussia erstmals in der Liga so richtig ins Schwimmen geriet, hat dieser Hoffnung noch mehr Nahrung gegeben.

"Wenn du so spielst und trotzdem gewinnst, ist das groß", meinte Sokratis, der dann noch ausführte, dass sein BVB solche Spiele "in den letzten zwei, drei Jahren" eher nicht gewonnen habe.

Der November hat es in sich

Bei der Einordnung der Tabellenführung mit nun fünf Punkten Vorsprung auf den FC Bayern hilft der Blick in den Rückspiegel. Gegen die drei Klubs aus München, Hoffenheim und Leipzig, die sich derzeit "Verfolger" nennen dürfen, hat Dortmund noch nicht gespielt. Von den derzeitigen Top-Ten der Liga sind in den kommenden Wochen noch sechs Klubs Gegner der Borussia. Mit den Spielen gegen die Bayern, Schalke und in Leverkusen hat es vor allem der November in sich.

Bosz hat sich unlängst erstaunt gezeigt, wie gut die Mannschaft seine Vorstellungen vom Ballbesitzfußball schon umsetzen würde. Das erlaubt die Frage, wie gut der BVB spielen kann, wenn die Automatismen noch mehr greifen. Und in München, geschockt durch ein weiteres 2:2 nach einer 2:0-Führung, stellte Interimstrainer Willy Sagnol ernüchtert fest: "Wir sind nicht mehr die stärkste Mannschaft in Deutschland!" Nicht nur die Fans an den Stammtischen dürfen nach diesen so unterschiedlichen Aussagen ihrer Fantasie weiter freien Lauf lassen.

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