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Der BVB-Gegner

Latza über Mainz, Dortmund und kalte Nächte

DORTMUND Er spielte zwölf Jahre lang auf Schalke, zwei Jahre für Darmstadt und zwei für Bochum. Seit Sommer 2015 kickt Danny Latza für den FSV Mainz 05, mit dem er am Sonntag (17.30 Uhr) nach Dortmund kommt. Im Gespräch mit Peter Kehl verrät er seinen mutigen Tipp fürs Spiel.

Latza über Mainz, Dortmund und kalte Nächte

Danny Latza kickte zwölf Jahre auf Schalke, der BVB ist für ihn aber kein Feindbild. Schlagen will er ihn trotzdem.

Sie gelten als die Überraschung der Liga, haben den Sprung aus der 2. Liga ohne Lehrjahr geschafft. Sie gehören auf Ihrer Position auf der Sechs regelmäßig zur Startelf, waren aber zuletzt verletzt. Haben Sie mit solch einer starken Bilanz eigentlich gerechnet? Natürlich nicht, zumal ich auch Glück hatte und durch den verletzungsbedingten Ausfall von Fabi Frei in die Elf kam. Dass es so gut lief und ich so oft in der Startelf stand, damit habe ich nicht gerechnet. Ob ich am Sonntag in Dortmund von Beginn an dabei bin, kann ich aber noch nicht sagen. Das entscheidet der Trainer.

Haben Sie das Europa-League-Spiel des BVB gegen Tottenham verfolgt? Ja, am Fernseher. Der BVB war wirklich enorm stark. Allerdings war Tottenham auch schwach, ohne die Leistung des BVB schmälern zu wollen.  

Sie haben bemerkenswerte Erfolge gegen favorisierte Gegner erzielt: in Reihenfolge Mönchengladbach, Schalke, Leverkusen und München geschlagen. Folgt am Sonntag die Fortsetzung? Wie stark der BVB ist, wissen wir ja spätestens seit unserer 0:2-Niederlage aus dem Hinspiel. Das wollen wir jetzt aufarbeiten. Auf jeden Fall werden wir nicht nach Dortmund fahren, um uns zwei oder drei Tore einschenken zu lassen. Wir können frei aufspielen, werden uns nicht verstecken, sondern nach vorn spielen. Drei Punkte wären eine Sensation, ein Punkt wäre aber schon toll.

Ihre Karriere verlief nicht besonders gradlinig. Zwölf Jahre auf Schalke, U 19-Europameister, dann in die 3. Liga nach Darmstadt und zuletzt für zwei Jahre in die 2. Liga zum VfL Bochum. Haben Sie eigentlich zwischenzeitlich mal den Glauben an Ihrem persönlichen Aufstieg verloren? Eine Zeit lang schon. Nach meinem Mittelfußbruch habe ich unter Trainer Felix Magath auf Schalke nicht mehr den Anschluss gefunden. Da habe ich schon überlegt, ob ich nicht nebenbei ein Studium beginnen sollte. Aber diesen Gedanken wieder schnell vergessen. Mein Ziel hieß immer: Ich will in der 1. oder 2. Liga Fußballspielen.

Mit dem Borussen Sven Bender haben sie den U19-Europameistertitel geholt. Der hat den schnellen Aufstieg geschafft. Sie sind erst mit 26 Jahren am Ziel. Wurmt Sie das? Nein. Ich habe das Ziel ja auch über Umwege geschafft. Und die Stationen Darmstadt oder Bochum haben mich persönlich weitergebracht.

Und mit Mainz haben Sie ja einen seriösen und erfolgreichen Bundesliga-Verein gefunden. Was ist eigentlich das Besondere an diesem Verein? Mainz ist einfach anders. Auch bei Misserfolgen steht man nicht so schnell unter Druck wie zum Beispiel auf Schalke.

Besonders war auch das Trainingslager im schweizerischen Wallis. Statt in der Wärme im Süden haben Sie ein Zeltlager in den Bergen bezogen, bei Temperaturen um 10 Grad Minus. Wie war das? Einfach verrückt. Nachts bist du nur rausgegangen, wenn es wirklich dringend war. Es hat aber unglaublich den Gemeinschaftssinn gestärkt.

Inwiefern? Zum Beispiel hatten wir keinen Handy-Empfang. Da tauscht man sich halt mehr aus, redet viel mehr zusammen. Da wächst man als Team zusammen.

Was haben Sie abends gemacht? Da haben wir auf der Hütte geredet. Und sind dann früh in unsere Zelte gegangen.

Sie sind in Gelsenkirchen geboren, haben dort zwölf Jahre gespielt. Wie ist Ihr persönliches Verhältnis zum BVB? Ich habe da kein Feindbild. Ich sehe das nüchtern. Ich freue mich auf die tolle Atmosphäre im Dortmunder Stadion. Als Spieler betrete ich zum ersten Mal den Rasen. Darauf freue ich mich.

Wie lautet Ihr Tipp? Ich tippe auf 2:1 für uns.

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