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Leverkusens Pressingfußball bleibt unangenehm

Der BVB-Gegner

Die heutige Partie gegen Bayer Leverkusen (18.30 Uhr) ist dieses Mal kein Topspiel für Borussia Dortmund. Doch trotz des mäßigen Saisonstarts bleibt Roger Schmidts Pressingfußball eine der unangenehmsten Aufgaben in der Liga. Der BVB-Gegner in der Taktik-Analyse.

DORTMUND

von Martin Rafelt (spielverlagerung.de)

, 01.10.2016
Leverkusens Pressingfußball bleibt unangenehm

Stets torgefährlich: Bayer-Stürmer Chicharito.

1.) Wie agiert Leverkusen bei eigenem Ballbesitz?

Die Intensität gegen den Ball fängt bei Bayer schon an, wenn die Mannschaft noch selber den Ball hat. Das Zentrum wird sehr dicht besetzt, sodass nach einem Ballverlust viele Spieler schnell in Ballnähe kommen können, um sofort im Gegenpressing den Ball zurückzuholen. Nicht umsonst bezeichnet Roger Schmidt seine Außenspieler nicht als Flügel sondern als Zehner. 

In dieser Saison halten sich auch die Außenverteidiger häufig eher tief, um Anspielstationen für die Innenverteidiger zu bieten und Gegner herauszulocken. So versucht Leverkusen zwar über die sehr spielstarken Kampl und Aranguiz auf der Doppelsechs nach vorne zu kommen und diese bewegen sich auch sehr aktiv ballfordernd. Durch die enge und tiefe Grundstaffelung wird dann aber dennoch vermehrt zum langen Ball gegriffen. Wenn dieser erst mal abprallt, geht Leverkusen mit vielen Spielern und immenser Intensität auf den zweiten Ball - diese Momente sind beim BVB eher ein Schwachpunkt.

 

2.) Wie agiert Leverkusen gegen den Ball?

Das sogenannte 4-2-2-2 erkennt man bei Schmidts Elf zuletzt nicht mehr ganz so deutlich. Öfter formiert sich die Mannschaft mit breiteren Flügeln in einem 4-4-2 auf Höhe des Mittelfelds. Das ist etwas konventioneller und zurückhaltender als man das von Leverkusen schon gesehen hat. Das Verschieben zum Flügel findet dennoch in höchster Intensität statt. Der ballferne Flügel schiebt weit ins Zentrum und zuweilen pressen beide Stürmer bis auf eine Seite durch.

So leitet Leverkusen das Spiel auf eine Seite und stellt dort eine sehr kompakte Überzahl her. Dagegen wusste sich der BVB vor gut einem Jahr aber schon einmal hervorragend zu wehren. Besonders Julian Weigl bewegte sich damals geschickt, um immer trotz dieser Kompaktheit Verlagerungen oder Vertikalpässe zu ermöglichen. So kann Bayers Pressing bestraft werden.

 

3.) Auf welchen Spieler muss der BVB besonders achten?

Den Unterschied kann oftmals Chicharito ausmachen. Der mexikanische Mittelstürmer bewegt sich in der Spitze so gut wie kaum ein anderer Spieler auf der Welt. Er setzt sich dynamisch in kleine Lücken ab, sucht schnelle Kombinationen, stiehlt sich im Rücken der Abwehrspieler davon und schafft es immer wieder, im richtigen Moment mit Tempo hinter die letzte Linie zu gehen.  

Für einen Abwehrspieler ist das kaum zu kontrollieren, da er nicht nur wild und viel läuft, sondern vor allem sehr clevere, saubere Laufwege wählt, bei denen er den Angriffsverlauf gut antizipiert und die Verteidiger vor Entscheidungsprobleme stellt. Zudem sind natürlich seine Abschlüsse sehr gut.

 

4.) Wo liegen die Chancen für den BVB?

Es hat seine Gründe, wieso die Ergebnisse bei Leverkusen bisher ausbleiben. In der personell etwas umstrukturierten Mannschaft greifen noch nicht alle Mechanismen in voller Kraft. Die meisten Gegner fanden Momente, in denen sie das Pressing umspielen konnten, um dann mit Tempovorteilen hinter die letzte Linie zu kommen. Das gelang zum einen durch lange Bälle. Wenn der erste Ball festgemacht wird, zieht sich die Abwehr nicht zurück, doch auch das Rückwärtspressing aus dem Mittelfeld ist nicht top.

Auf der anderen Seite griff das Gegenpressing mehrfach in den Situationen nicht, wo es eigentlich am leichtesten ist: Wenn man den Gegner bereits bis in den eigenen Strafraum zurückgedrängt hat. Leverkusen brachte dann einige Male so viele Spieler in den Strafraum, dass im Rückraum große Lücken entstanden und der Gegner dadurch Konter einleiten konnte. Wenn man Spieler wie Aubameyang und Dembele hat, sind das vielversprechende Möglichkeiten.

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