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Akanji greift nach mehr Verantwortung

Mehr als nur eine Alternative in der Defensive des BVB

Dortmund Manuel Akanji musste sich gedulden, gleich mehrfach sogar. Erst klappte der Wechsel des 22-Jährigen zu Borussia Dortmund nicht im ersten Anlauf, dann lief es sportlich noch nicht wie geplant für den Schweizer. Jetzt wird Akanji für den BVB immer wichtiger.

Mehr als nur eine Alternative in der Defensive des BVB

Manuel Akanji bekommt mittlerweile deutlich mehr Spielzeit. Foto: dpa

Im ersten Anlauf hakte der Transfer vom FC Basel zu Borussia Dortmund, weil Akanjis ehemaliger Klub die Hand aufhielt und pokerte. Als die Schweizer ihn dann im Januar endlich zum BVB ziehen ließen, für bis zu 20 Millionen Euro Ablöse, standen die nächsten Lektionen an.

Akanji: "Ich wusste, ich muss mir Zeit geben"

Akanji musste noch einen Trainingsrückstand wettmachen, weil die heimische Liga einem anderen Terminkalender folgte. Schließlich nominierte ihn sein neuer Arbeitgeber nicht für die Europa League, und auch Trainer Peter Stöger wartete trotz überzeugender Trainingseindrücke noch ab, ehe er den neuen Innenverteidiger aufs Feld schickte. „Ich wusste, ich muss mir Zeit geben“, sagte Akanji. Leicht gefallen sei ihm das, bei allem Verständnis, keineswegs.

BVB-Training am 20. März

Bilder des BVB-Trainings am 20. März.
Bilder des BVB-Trainings am 20. März.
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Bilder des BVB-Trainings am 20. März.

Sechs Wochen und fünf Startelf-Einsätze in der Bundesliga später hat der Schweizer längst erfolgreich die ersten Werbetouren in eigener Sache hinter sich gebracht. Seine Statistiken qualifizieren ihn als sehr guten Zweikämpfer (63 Prozent gewonnene Duelle; Ömer Toprak: 70, Sokratis: 68), den Sprung nach Deutschland hat Akanji also nachweislich drauf. Auch im erweiterten Zuständigkeitsbereich, der Spieleröffnung, weiß er zu gefallen. 82 Prozent Passquote (Toprak: 90, Sokratis: 87) weisen die Datenbanken aus.

"Mehr Pässe in die Schnittstelle"

Auch wenn er noch nicht so präsent, dominant und effizient die Eröffnungen taktet wie er das aus der Super League im Nachbarland gewohnt ist und von sich „mehr Pässe in die Schnittstellen“ erwartet, ist ihm zuzutrauen, diese Großbaustelle im Dortmunder Spielvortrag zu schließen.

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Fußballerisch fehlte in der Abwehrkette lange der Spieler, der neben Sicherheitspässen auch das vertikale Pendant beherrscht. Zeitweise füllte in Julian Weigl ein Mittelfeldmann diese Aufgabe aus, doch das Problem besteht im Grunde länger. „In der Defensive ist Mats Hummels bis heute nicht ersetzt“, kritisierte Fußball-Experte Steffen Freund. „Alle anderen können das nicht schaffen, denn der ist nun mal der Beste.“

Der BVB sieht sich gut gerüstet

Die Rückkehr des früheren Kapitäns aus München ist aktuell keine wahrscheinliche Konstellation, mit der Verpflichtung von Akanji und zuvor Ömer Toprak sowie Dan-Axel Zagadou wähnt sich der BVB nach den Abgängen von Sven Bender, Marc Bartra und Neven Subotic gerüstet.

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Nun fällt Zagadou mit seinem Muskelbündelriss noch mehrere Wochen aus. Immerhin sieht es bei Ömer Toprak, der am Sonntag über muskuläre Probleme geklagt hatte und ausgewechselt werden musste, nicht nach einer schweren Verletzung aus. Er könnte im nächsten Spiel beim FC Bayern München am 31. März wieder zur Verfügung stehen.

Stöger: "Viele gute Innenverteidiger"

Es sei super, „so viele gute Innenverteidiger zu haben“, die in den verschiedensten Formationen miteinander spielen könnten, meinte der Ex-Leverkusener noch, und auch Stöger sieht neben Sokratis und Toprak in Akanji eine echte Alternative, und womöglich sogar mehr. „Alle haben es verdient, zu spielen“, sagt er. Der Neue aus der Schweiz hat nicht lange gebraucht, den Neuen aus Österreich von sich zu überzeugen.

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In ähnlicher Mission ist Akanji nun mit der „Nati“ unterwegs. Dort will er sich, mit Blick auf die Weltmeisterschaft in Russland im Juni, bei Trainer Vladimir Petkovic positionieren und seinen bisher vier Länderspielen entweder in Griechenland (am Donnerstag, 23. März) oder gegen Panama (Dienstag, 27. März) weitere Einsätze hinzufügen. Seine Konkurrenten heißen dort Fabian Schär (26, Deportivo La Coruña), Johan Djourou (31, Antalyaspor) und Timm Klose (29, Norwich City).

Lob vom Sportdirektor

„Manuel hat schon nachgewiesen, dass er auf höchstem europäischem Niveau spielen kann“, schrieb ihm BVB-Sportdirektor Michael Zorc in seiner Begrüßungsadresse auf die Fahnen, „gleichwohl sehen wir in ihm weiteres Entwicklungspotenzial.“ Akanji hat die Krallen ausgefahren und greift nach mehr Verantwortung.

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