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Neuer BVB-Trainer zeigt Respekt vor der Größe des Klubs

Lucien Favre

Der BVB stellt seinen neuen Trainer Lucien Favre vor. 100 Journalisten sind dabei. Der Schweizer zeigt Respekt vor der Größe des Klubs. Sportlich hat er klare Erwartungen.

DORTMUND

, 06.07.2018
Neuer BVB-Trainer zeigt Respekt vor der Größe des Klubs

Kraft für Neues: Lucien Favre heißt der neue BVB-Trainer, der 60-jährige Schweizer wurde am Freitag vorgestellt. © dpa

Lucien Favre wirkt schwer beeindruckt, als er um 13.31 Uhr den Presseraum im Signal Iduna Park betritt. So ein Auflauf! Favre war Trainer bei Servette Genf und beim FC Zürich, er trainierte in der Bundesliga in Berlin und Gladbach, zuletzt in Frankreich bei OGC Nizza. Doch dieser Medienrummel hat ihn offenbar überrascht, er wirkt gar ein bisschen überrumpelt. Im Mittelpunkt zu stehen, ist ihm ohnehin fremd. Pressekonferenzen sind ein notwendiges Übel, aber am liebsten würde er nur auf dem Platz stehen, nur das tun, woran er die meiste Zeit des Tages denkt.

„Dann sagst du nicht ab“

Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc nehmen den Neuen in die Mitte, sie halten sozusagen schützend seine Hand über den Mann aus der Schweiz, der Borussia Dortmund nach dem zweiten turbulenten Jahr in Serie wieder in ruhiges Fahrwasser führen soll. Nötig ist das eigentlich nicht, denn Favre ist ein alter Hase, 60 Jahre jung. Er hat Erfahrung genug gesammelt. Doch dass Borussia Dortmund „ein richtig großer Klub“ ist, wie er in seinem Eingangsstatement sagt, das spürt er in diesem Moment zum ersten Mal am eigenen Leib.

Favre stammt aus dem Französisch sprechenden Teil der Schweiz, sein Deutsch ist nach zwei Jahren in Frankreich noch ein bisschen eingerostet, als er erklärt, der Kontakt zum BVB sei auch nicht abgerissen, nachdem im vergangenen Sommer der Wechsel ins Ruhrgebiet noch am Veto seines Klubs aus Nizza scheiterte. „Das war okay, damit muss man sich dann abfinden.“ Als die Anfrage im Frühjahr erneut kam, habe er nicht lange überlegen müssen. „Wenn ein Verein wie Dortmund anfragt, sagst du nicht ab!“ Und in diesem Jahr konnte Lucien Favre eine Ausstiegsklausel ziehen, die ihm für drei Millionen Euro den Wechsel erlaubte.

Klare Struktur und Philosophie

Dieses Geld glaubt die Borussia gut investiert zu haben. Favres hervorstechende Referenz, sagt Geschäftsführer Watzke, sei nicht nur, dass er überall erfolgreich gearbeitet habe. „Er hat auch überall das vorhandene Potenzial voll ausgeschöpft.“ Sportdirektor Zorc spricht von „klarer Struktur und Philosophie“, mit der Favres Mannschaften agiert hätten. „Darüber hinaus arbeitet er gern mit jungen Spieler, die er weiterentwickelt. Und damit auch die gesamte Mannschaft.“

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Offizielle Vorstellung von Lucien Favre im Signal Iduna Park

06.07.2018
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Offizielle Vorstellung von Lucien Favre im Signal Iduna Park.© Kirchner/Inderlied
Offizielle Vorstellung von Lucien Favre im Signal Iduna Park.© Kirchner/Inderlied
Offizielle Vorstellung von Lucien Favre im Signal Iduna Park.© Kirchner/Inderlied
Offizielle Vorstellung von Lucien Favre im Signal Iduna Park.© Kirchner/Inderlied
Offizielle Vorstellung von Lucien Favre im Signal Iduna Park.© Kirchner/Inderlied
Offizielle Vorstellung von Lucien Favre im Signal Iduna Park.© Kirchner/Inderlied
Offizielle Vorstellung von Lucien Favre im Signal Iduna Park.© Kirchner/Inderlied
Offizielle Vorstellung von Lucien Favre im Signal Iduna Park.© Kirchner/Inderlied
Offizielle Vorstellung von Lucien Favre im Signal Iduna Park.© Kirchner/Inderlied
Offizielle Vorstellung von Lucien Favre im Signal Iduna Park.© Kirchner/Inderlied
Offizielle Vorstellung von Lucien Favre im Signal Iduna Park.© Kirchner/Inderlied
Offizielle Vorstellung von Lucien Favre im Signal Iduna Park.© Kirchner/Inderlied
Offizielle Vorstellung von Lucien Favre im Signal Iduna Park.© Kirchner/Inderlied
Offizielle Vorstellung von Lucien Favre im Signal Iduna Park.© Kirchner/Inderlied
Offizielle Vorstellung von Lucien Favre im Signal Iduna Park.© Kirchner/Inderlied
Offizielle Vorstellung von Lucien Favre im Signal Iduna Park.© Kirchner/Inderlied
Offizielle Vorstellung von Lucien Favre im Signal Iduna Park.© Kirchner/Inderlied
Offizielle Vorstellung von Lucien Favre im Signal Iduna Park.© Kirchner/Inderlied
Offizielle Vorstellung von Lucien Favre im Signal Iduna Park.© Kirchner/Inderlied
Offizielle Vorstellung von Lucien Favre im Signal Iduna Park.© Kirchner/Inderlied
Offizielle Vorstellung von Lucien Favre im Signal Iduna Park.© Kirchner/Inderlied
Offizielle Vorstellung von Lucien Favre im Signal Iduna Park.© Kirchner/Inderlied
Offizielle Vorstellung von Lucien Favre im Signal Iduna Park.© Guido Kirchner
Offizielle Vorstellung von Lucien Favre im Signal Iduna Park.© Guido Kirchner
Offizielle Vorstellung von Lucien Favre im Signal Iduna Park.© Guido Kirchner
Offizielle Vorstellung von Lucien Favre im Signal Iduna Park.© Guido Kirchner
Offizielle Vorstellung von Lucien Favre im Signal Iduna Park.© Guido Kirchner
Offizielle Vorstellung von Lucien Favre im Signal Iduna Park.© Guido Kirchner
Offizielle Vorstellung von Lucien Favre im Signal Iduna Park.© Guido Kirchner

Favre wird gefragt, wie er Fußball spielen lassen möchte. Sofort spannt sich seine Körperhaltung. Kerzengerade sitzt er da und man spürt: Jetzt ist er in seinem Element. Über Fußball redet er gern. Er führt aus, dass er den Aufbau vom Torwart aus sehen, das Mittelfeld beherrschen und intelligente Lösungen beim Spiel in die Spitze möchte. Dortmund soll auch unter seiner Ägide hoch stehen, sehr hoch sogar. „Und wir müssen auch den Konter beherrschen. Ohne gutes Konterspiel gewinnst du keine Spiele.“

Komplexe Vorgaben

Das sind ziemlich komplexe Vorgaben. Favre fordert Geduld ein und folgt damit seinem Chef. Hans-Joachim Watzke betont explizit, dass er eine zu hohe Erwartungshaltung an den neuen Trainer und auch das Team für überzogen halte. „Extrem realistisch“, schätze die Führungsetage die Situation ein. „Wir haben keine Titelträume!“ Der Umbruch sei nach dieser Sommertransferperiode keinesfalls abgeschlossen: „Wir sind darauf eingestellt, dass es mindestens zwei Transferperioden dauern wird, bis wir die Mannschaft nach unseren Vorstellungen umgebaut haben.“

Favre hält sich in dieser Diskussion gern zurück. Dass der Kader mit aktuell 30 Spielern noch zu groß sei, will er nicht bestreiten. „Es wird sich aber ja sowohl auf der einen wie der anderen Seite vielleicht noch etwas tun.“ Beim Thema Stoßstürmer und der Frage, ob er den als Verfechter eines 4-4-2 in seinem System überhaupt benötigt, bleibt Favre wage. „Als Trainer musst du akzeptieren, dass manche Dinge nicht funktionieren. Ich stelle mich auf die Gegebenheiten ein.“

Erste Kontaktaufnahme fällt kurz aus

Am Ende der erstaunlich kurzen ersten Kontaktaufnahme mit der Dortmunder Medienwelt lässt die Anspannung beim neuen BVB-Cheftrainer ein wenig nach. Er bringt ein Lächeln zustande, das Zufriedenheit und Stolz ausdrückt.

Vielleicht hat sich „die große Vorfreude auf die spannende Aufgabe“ ja nach diesen ersten Minuten noch gesteigert - auch wenn Lucien Favre es ja gar nicht gern hat, im Mittelpunkt des Medieninteresses zu stehen.

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