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Mannschaft im Ausnahmezustand

Normalität wird beim BVB nur langsam einkehren

DORTMUND Nuri Sahin hat das in Worte fassen können, was Borussia Dortmunds Fußball-Profis seit Dienstag vor einer Woche wohl permanent im Kopf herumgeht. Er wolle die Momente nach der Explosion der Sprengsätze bei der Abfahrt des Mannschaftsbusses vom Teamhotel zum Spiel gegen AS Monaco gar nicht verdrängen, hat Sahin gesagt. "Was dort geschehen ist, ist von jetzt an immer ein Teil meines Lebens." Eine Fußball-Mannschaft im absoluten Ausnahmezustand.

Normalität wird beim BVB nur langsam einkehren

BVB-Trainer Thomas Tuchel sagt: "Jeder legt bei diesem Prozess sein eigenes Tempo vor."

Die Spieler versuchen zu funktionieren, was mal mehr, mal weniger gelingt. Drei Spiele hat Borussia Dortmund in den elf Tagen seit dem Sprengstoff-Attentat schon wieder gespielt, das erste kaum 24 Stunden nach den drei Explosionen. Der Terminkalender ließ gar keine andere Wahl. Ein Verein gefangen im Hamsterrad des eng getakteten UEFA-Kalenders.

Ständiges Auf und Ab

Am Tag nach dem Anschlag standen alle sichtlich unter dem Schock der Ereignisse und konnten sich erst in den zweiten 45 Minuten kurz frei machen vom Erlebten. "Niemand wollte heute spielen", hat Verteidiger Matthias Ginter danach zugegeben, doch auch wenn der Klub allen Spielern die Entscheidung freistellte, wollte doch niemand die Mitspieler im Stich lassen.  

Am Samstag gelang die Ablenkung beim 3:1 gegen Eintracht Frankfurt ganz ordentlich. Mittwoch, beim Rückspiel in Monaco, blieb Dortmund wieder deutlich unter seinen Möglichkeiten. Eine Woche, geprägt von einem ständigen Auf und Ab.

"Jeder legt sein eigenes Tempo vor"

Bei Trainer Thomas Tuchel ist die Aufarbeitung der Geschehnisse weit fortgeschritten. Er traue sich zu, dies auch öffentlich kund zu tun, hat Tuchel am Freitag erklärt, doch er hat dann gleich auch zugegeben, "dass ich nur für mich sprechen kann. Jeder legt bei diesem Prozess sein eigenes Tempo vor."

DORTMUND Hinter Spielern und Verantwortlichen von Borussia Dortmund liegen Tage der Angst, Unsicherheit und Ratlosigkeit. Nach dem widerlichen wie schockierenden Sprengstoffanschlag auf den Mannschaftbus am 11. April mussten die Spieler, so beschrieb es Trainer Thomas Tuchel, "einen Weg finden, damit klar zu kommen". Die nun scheinbar aufgeklärte Tat wird dabei helfen - lässt alle Beteiligten aber wohl mit dem Gefühl der Fassungslosigkeit zurück.mehr...

Als die Mannschaft am Tag nach dem Anschlag vor den eigenen Fans vor der Südtribüne gefeiert wurde, standen vielen Spielern Tränen in den Augen. Torhüter Roman Bürki berichtete von schlaflosen Nächten, Sahin davon, wie es war, am Dienstag nach dem Anschlag nach Hause zu kommen, wo Ehefrau und Kind vor der Tür auf ihn warteten. Und nur froh waren, dass er überlebt hatte.

Sicherheitsstufe eins

Die Tage nach dem feigen Anschlag. Während die Polizei Spuren auswertet und eine Sonderkommission mit Hochdruck ermittelt, werden die Sicherheitsvorkehrungen rund um die Mannschaft massiv verstärkt. Noch weiß man wenig über das Motiv, nichts soll ausgeschlossen werden.  

Polizeiepräsenz vor dem Trainingsgelände, Eskorten auf dem Weg ins Stadion, ein Hubschrauber, der vor dem Abflug nach Monaco über der Landebahn am Dortmunder Airport schwebt. Sicherheitsstufe eins auch in Monaco. Die schwer bewaffneten Polizisten tragen automatische Pistolen vor sich her. "Auch wenn wir uns sehr sicher gefühlt haben", sagt Tuchel, "es war das Zeichen, dass nichts normal ist."

Im gewohnten Umfeld bleiben

Vor dem Auswärtsspiel in Mönchengladbach hat der BVB auf ein Hotel in Spielortnähe verzichtet und bezieht nur Tagesbetten. Möglichst lange sollen die Spieler in ihrer gewohnten familiären Umgebung bleiben. Normalität wird auch jetzt, wo die Zuversicht groß ist, dass der Attentäter gefasst ist, wohl nur sehr langsam einkehren. Wie lange das dauert, vermag niemand vorherzusagen.

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