Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Anzeige
Anzeige

Gipfeltreffen gegen die Bayern

Plötzlich ist die Chance des BVB wieder da

DORTMUND Nach den Sensations-Meisterschaften des BVB 2011 und 2012 wurde die Rivalität zwischen Dortmund und Bayern auf eine ganz besondere Stufe gestellt. Das "German Clásico" war geboren, in Anlehnung an "El Clásico", dem ewig elektrisierenden Duell zwischen dem FC Barcelona und Real Madrid in Spanien. Heute kann der BVB mit einem Sieg tatsächlich für neue Spannung sorgen. Von den Kennzahlen her hinkt der Vergleich aber immer noch.

Plötzlich ist die Chance des BVB wieder da

Beim 1:5 im Hinspiel war der BVB chancenlos.

Die Langeweile war allgegenwärtig. Deutscher Meister in der Dauerschleife, allein sieben Titel im neuen Jahrtausend im Zeitraum zwischen 2000 und 2010 - die Vormachtstellung des FC Bayern schien erdrückend.

DORTMUND Es ist der Klassiker im deutschen Fußball: Borussia Dortmund gegen Bayern München. Auch wenn es diesmal nicht um die Tabellenspitze der Bundesliga geht, erwartet die Fans am Samstagabend doch ein Top-Match. Zeigen Sie in unserem Quiz, wie gut Sie sich mit den beiden Teams auskennen. Testen Sie Ihr Wissen!mehr...

Und es war weit und breit niemand in Sicht, der am Thron der Münchner nachhaltig rütteln konnte. Dann spielte sich Borussia Dortmund mit einem charismatischen Trainer und begeisterndem Hurra-Fußball mitten hinein in diese Phalanx, wurde dafür mit Siegen in Serie und am Ende einer sensationellen Meisterschaft belohnt.

Neuer Zweikampf

Und weil es so schön war, wiederholten diese Teufelskerle ihre scheinbar einmalige Mission im folgenden Jahr einfach noch einmal. Ein neuer Zweikampf war geboren, eine neue Rivalität, endlich war da jemand, der diesen Bayern auf Augenhöhe begegnen konnte. Fortan war es Borussia Dortmund vorbehalten, in der Bundesliga eine Spannung an der Spitze zu generieren. Weil alle anderen Konkurrenten längst die weiße Fahne gehisst hatten.  

Dreieinhalb Jahre nach dem achten deutschen Meistertitel des BVB hat sich allerdings ein anderes Phänomen ausgeprägt. Die Bayern haben auf die beiden demütigenden Spielzeiten durch die Dortmunder mit einer Wucht  reagiert, die man erwarten durfte.

Schwachstellen ausgemerzt

Sie haben ihre Schwachstellen mit Konsequenz ausgemerzt, sie haben ihre Mannschaft in einem Maße gestärkt, dass sie nicht nur gewappnet sind für alle Attacken der nationalen Konkurrenz. Sie stehen mittlerweile in Europa auf einer Stufe mit dem FC Barcelona oder Real Madrid. In der Champions League um den Titel mitzuspielen, das gehört zum Selbstverständnis.

Dauerrivalen und besondere Geschichten

Die vergangenen Duelle zwischen dem BVB und Bayern

DORTMUND Alles, außer gewöhnlich: Dortmund gegen München, diese Partie bringt immer besondere Geschichten. Ein Beweis: Der Blick auf die jüngsten Duelle zwischen dem Bundesliga-Primus aus der bayrischen Landeshauptstadt und dem ersten Verfolger aus der westfälischen Metropole.mehr...

Der BVB hat die auch weiterhin ungleichen Rahmenbedingungen zu spüren bekommen. Zwei zweite Plätze nach den Meisterschaften kaschierten nur unzureichend die weiter großen Unterschiede. Die verkorkste letzte Spielzeit hat Dortmund zwar gut weggesteckt, national aber, so scheint es, führt kein Weg am FC Bayern vorbei. In der Liga hat sich dafür  mindestens eine Drei-Klassen-Gesellschaft herausgebildet. Da sind die Münchnener, dann die Dortmunder. Und dann lange nichts, bevor der große Rest sich um die restlichen Plätze an den Fleischtöpfen balgt.

Magische Umsatz-Grenze

Die nüchternen Kennzahlen verdeutlichen die unterschiedlichen Voraussetzungen, mit denen Dortmund im Westen weiterhin gegen die Übermacht aus dem Süden ankämpft. Der Kaderwert der Bayern ist doppelt so hoch wie der des BVB, resultierend aus einem Umsatz, der ebenfalls beinahe doppelt so hoch ist.  

"3 Punkte sind das Wichtigste!" @lewy_official freut sich auf die Rückkehr nach Dortmund. #BVBFCB#packmashttps://t.co/DvursD7wpa

— FC Bayern München (@FCBayern)

Im vergangenen Geschäftsjahr übersprangen die Bayern die magische Umsatz-Grenze von 500 Millionen Euro, der BVB verpasste durch die schwache Saison die 300 Millionen recht deutlich. Das bedeutet eine immense Reserve, die die Münchner mehr in ihren Kader stecken können als der BVB. Beinahe drei Mal so hoch ist der Umsatz des FC Bayern aus Merchandising-Produkten, das zeigt den globalen Stellenwert des Klubs.

"Wollen den Rückstand verkürzen"

Dennoch ist in diesem einen Spiel immer auch alles möglich. Während die nationale Konkurrenz schon kapituliert hat, Stammspieler gegen die Bayern schont und feiert, wenn man nicht zu hoch verliert, würden wohl auch die Münchner nicht widersprechen, wenn man behauptet, dass Borussia Dortmunds Kader immer in der Lage ist, in einmal 90 Minuten die Bayern zu schlagen.

BVB gegen Bayern - die Spieler im direkten Vergleich

Roman Bürki: In Freiburg stand er regelmäßig unter Beschuss, in Dortmund seltener. Dafür wird dann genauer hingeschaut. Der ganz große Rückhalt ist er noch nicht, dafür leistet er sich (wie gegen Hoffenheim) zu viele Fehler.
Lukasz Piszczek: Der polnische Dauerbrenner auf der rechten Seite. Einstiger Vorlagen-König, hat sich seinen Stammplatz zurückerkämpft. Defensiv stabil. Und seine tolle Flanke brachte die Wende im Spiel gegen 1899.
Sven Bender: Manni, der Libero, hat sich mit seiner neuen Rolle in der Innenverteidigung arrangiert. Wirft auch da alles in die Waagschale. Mit seiner Vertragsverlängerung wird er zum Dauer-Borussen.
Mats Hummels: In der Hinrunde sah er sich einige Male zu Unrecht kritisiert. Hat für sich entschieden, keine Fehler mehr zu machen, um diesen Diskussionen zu entgehen. Sein Formhoch verspricht seit Wochen gutes Wetter über Dortmund.
Marcel Schmelzer: Heimliche Führungsfigur bei der Borussia. Sein Wort hat Gewicht, seine Leistungen auf dem Platz haben es mittlerweile auch wieder. Mal schauen, ob Joachim Löw Ende März seine Formkonstanz belohnt.
Julian Weigl: Auch wenn er eine erste kleine Delle in seiner Entwicklung hinter sich hat: Weigl ist die Entdeckung dieser Saison. Frech, passsicher, mit gutem Auge. Da wächst ein Großer heran.
Ilkay Gündogan: Welch´ begnadeter Fußballer! Und wie schön, dass er das auch wieder auf den Rasen bringt. Er kann den Unterschied ausmachen - und das macht ihn auch für andere begehrenswert.
Nuri Sahin: Ewig lange fehlte er, nun ist er zurück und hat nichts verlernt. Sahins Routine und Übersicht kann der BVB auch gegen die Bayern gut gebrauchen.
Henrikh Mkhitaryan: Mozart am Ball, hat die "SZ" mal über ihn geschrieben. Seit er darauf verzichtet, sich selbst permanent zu hinterfragen, ruft er sein großes Leistungsvermögen immer konstanter ab.
Pierre-Emerick Aubameyang: Der verrückteste Spieler im BVB-Kader, mit einer Vorliebe für das Extravagante. Auf dem Rasen aber Mr. Zuverlässig und mit vorbildlicher Einstellung. Kämpft gegen Lewandowski auch um die Torjägerkanone.
Marco Reus: Feingeist am Ball, leider von Verletzungen verfolgt. 2016 möchte er seinen ersten Titel holen. Dafür wird er alles einsetzen.
Manuel Neuer:  Manu, der Libero. Manu mit den Riesenhänden. Manu, die Krake. Der Bayern-Torhüter hat viele Spitznamen, die allesamt auf seine Extraklasse als mitspielender Torhüter verweisen. Und wenn er patzt, heißt es: Vielleicht ist das gar nicht Manuel Neuer …
Philipp Lahm: Zum Glück spielt der Routinier besser als er twittert, sonst wäre er wohl nie Weltmeister geworden. Für die Bayern so wichtig wie der Ball fürs Spiel. Kein anderer ist so polyvalent. Niemand sonst erkennt den Rhythmus einer Partie so gut wie er.
Joshua Kimmich: Guardiola bezeichnete seinen Aushilfs-Innenverteidiger jüngst als seinen Sohn. Ähnlich viel Talent wie der „Papa“ hat der Youngster in jedem Fall. Ob er allerdings in der Defensivzentrale wirklich am besten aufgehoben ist? Zweifel sind erlaubt.
David Alaba: Den österreichischen Lausbub kann man nur lieb haben. Sie erinnern sich doch sicher noch an sein Tanga-Selfie mit Mitchell Weiser, oder? Verhasst allerdings ist er beim Gegner, denn der Tausendsassa kann fast alles besser als normale Profis.
Juan Bernat: Der kleine Spanier komplettiert die Mini-Abwehr. Nach schwerer Verletzung kämpft er sich langsam zurück, doch nicht nur aufgrund des langen Ausfalls verläuft sein zweites Jahr in München nicht wirklich glücklich. Ihm fehlt die Konstanz.
Arturo Vidal: Wir würden ihn ja gern als lebensfrohen Nachtschwärmer beschreiben, fürchten aber Post vom Anwalt. Reden wir also übers Sportliche: Der „Krieger“ ist einer von diesen Fußballern, gegen die man nie spielen möchte. Beinhart und nicht klein zu kriegen.
Thomas Müller: Gäbe es ihn nicht, man müsste ihn erfinden. Niemand in der Bundesliga sieht so ungelenkig, unbeholfen und tölpelhaft aus, wenn er auf dem Platz steht. Und niemand ist so gut wie er. Eine Klasse für sich. In absolut jeder Beziehung.
Arjen Robben: Es wurde in diesem Jahr wieder nichts mit dem Oscar, aber der Holländer mit dem Hang zur spektakulären Flugshow wird es verkraften können. Sportlich kann ihm ja ohnehin keiner was. Er ist die personifizierte Gefahr auf dem Flügel.
Thiago: Mario Götzes Mundwinkel sinken vermutlich noch heute auf Merkel-Niveau, wenn er diesen Namen hört. „Thiago oder nix“, hatte Guardiola 2013 trotz des Götze-Transfers gefordert - und ihn bekommen. Oft Weltklasse, zuletzt aber wenig konstant.
Douglas Costa: In der Hinrunde staunte man über seine erstaunlichen Tempo-Dribblings, denen selbst die jahrelange Kälte in Donezk nichts anhaben konnte. Zuletzt allerdings hat er sich im „Universum der Übersteiger“ verirrt, wie es die SZ treffend beschrieb.
Robert Lewandowski: Cristiano Ronaldo wird das ungern hören, aber: Bayerns Nummer 9 ist der beste Stürmer der Welt. Allein sein Tor gegen Wolfsburg … Man kann nur immer wieder stauen, wie er selbst schwerste Dinge aussehen lässt wie Selbstverständlichkeiten.

„Wir haben es selbst in der Hand, dafür zu sorgen, dass eine Entscheidung im Titelkampf weiter vertagt wird.“ Thomas Tuchel hat das in dieser Woche gesagt. Der Satz hat an Gültigkeit durch die überraschende Niederlage der Münchner gegen Mainz noch an Brisanz gewonnen. „Wir wollen den Rückstand auf zwei Punkte verkürzen, ganz klar“, hat Mats Hummels nach dem Sieg in Darmstadt gesagt. Um dann mal zu sehen, wie die Bayern dann reagieren würden.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Aubameyang provoziert erneut

Schürrle spricht Klartext: Das Thema schafft Kopfschütteln

BERLIN Spielen durfte er nicht. Weil er im Abschlusstraining "nicht gerade on fire" gewesen sei, wie Peter Stöger in Berlin erklärte. Pierre-Emerick Aubameyang war dennoch in aller Munde, weil "zufällig" während der laufenden BVB-Partie in der Hauptstadt Bilder auftauchten, die ihn beim Spaß-Zock in einer Dortmunder Soccerhalle zeigten.mehr...

Der Kommentar

Aubameyang-Abgang: Auf den BVB wartet die nächste Zäsur

BERLIN Durch den bevorstehenden Abgang von Pierre-Emerick Aubameyang steht dem BVB die nächste Zäsur ins Haus. Neu ist diese Situation für die Schwarzgelben nicht - weh tut sie dennoch. Dirk Krampe kommentiert.mehr...

BVB-Einzelkritik

Toprak und Sancho überzeugen - Schwachstelle Toljan

BERLIN Ömer Toprak hält den Laden hinten dicht beim 1:1 des BVB in Berlin. Der 17-jährige Jadon Sancho macht Lust auf weitere Einsätze. Jeremy Toljan bleibt eine Schwachstelle. Die Borussen in der Einzelkritik.mehr...

1:1 bei Hertha BSC

Spätes Erwachen: BVB vergibt den Sieg im Olympiastadion

BERLIN Der BVB wacht beim Spiel in Berlin spät auf und muss sich mit einem 1:1 (0:0) begnügen. Aubameyangs unklare Zukunft bleibt das beherrschende Thema bei den Schwarzgelben.mehr...

Durm erneut verletzt

Abschied rückt näher! BVB ohne Aubameyang nach Berlin

DORTMUND Nächster Paukenschlag beim BVB: Ohne Pierre-Emerick Aubameyang reisen die Schwarzgelben nach Berlin. Der Verbleib des Torjägers in Dortmund wird immer unwahrscheinlicher. Zudem muss Erik Durm erneut wochenlang pausieren.mehr...

Klartext schwarzgelb

Günna: Aubameyangs Psychospielchen nicht bieten lassen

DORTMUND Der "Rohrkrepierer erster Klasse" gegen Wolfsburg sitzt noch im Hinterkopf. Aber der Murks auf dem Platz ist nicht das einzige Thema, das ihn beschäftigt. In der Aubameyang-Affäre sollte der BVB mal "Eier zeigen", sagt Günna in seinem "Klartext schwarzgelb" zum 19. Bundesliga-Spieltag.mehr...