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Ultras eingekesselt

Polizei: Hatten Hinweise auf Straftaten

DORTMUND Straftaten sollten verhindert werden: Einen Tag nach einem umstrittenen Polizeieinsatz vorm BVB-Spiel gegen Braunschweig hat die Polizei am Montag weitere Details zu dem Einsatz mitgeteilt. Ein Sprecher der Gruppe "The Unity" rechtfertigte derweil den Stimmungsboykott der Ultras.

Polizei: Hatten Hinweise auf Straftaten

Die Dortmunder Südtribüne.

Polizeisprecher Wolfgang Wieland erklärte auf Anfrage, dass es Hinweise darauf gegeben habe, dass die Ultra-Gruppe "Desperados" im Stadion verbotene Plakate hochhalten wollte. Das sei in der Vergangenheit bereits zwei Mal geschehen. Deshalb hätten Polizisten etwa 60 Desperados vor dem Spiel festgesetzt und auf strafbare Plakate hin durchsucht - allerdings ohne Ergebnis.

Hintergrund ist ein Plakat, das Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp im Fadenkreuz zeigt. Dieses war im letzten Heimspiel der Vorsaison gegen Hoffenheim gezeigt worden. "In dieser Sache laufen zwei Ermitllungsverfahren", so Sprecher Wieland. Außerdem seien von Desperado-Mitgliedern Plakate mit der Aufschrift A.C.A.B gezeigt worden. Diese Buchstaben stehen für den Spruch "All Cops are bastards" (Alle Polizisten sind Bastarde). Auch das halte die Dortmunder Polizei für strafrechtlich relevant, erklärte Wieland. Juristisch ist das allerdings umstritten.

Wieland widersprach Darstellungen, nach denen auch andere Ultra-Gruppen überprüft wurden oder die Fans Trommeln abgeben mussten. Der Einsatz sei im Vorfeld nicht mit dem BVB abgesprochen worden. "Das passiert nicht mit allen unseren Aktionen", so Wieland. Er betonte, dass man Hinweisen auf Straftaten nachgehen müsse.  Ein zunächst für Montag von der Polizei angekündigtes Video wird nun doch nicht veröffentlicht. "Auf den Bildern ist nichts Spektakuläres zu sehen", so Wieland. 

In der Zwischenzeit hat sich auch der Sprecher der Ultragruppierung "The Unity", Jan-Henrik Gruszecki zu dem Polizeieinsatz geäußert. Er sagte erneut, dass neben den "Desperados" auch Ultras von "The Unity" und einer weiteren Gruppe "Jubos" von der Polizei durchsucht worden seien. Es seien deshalb weit mehr als 60 Fans betroffen gewesen und viele von ihnen hätten ihre Trommeln nicht mit ins Stadion nehmen dürfen, sondern hatten sie wieder wegbringen müssen.

Das Schweigen der Ultragruppierungen im Stadion erklärt Gruszecki so: "Wir hatten richtig Bock auf das Spiel. Aber wir konnten nach dieser Aktion nicht in den Normalmodus schalten." Das Stadion sei für die Ultras die einzige Möglichkeit, eine "Gegenöffentlichkeit" zu schaffen. "Der Verein und die Mannschaft können nichts dazu. Das tut uns wirklich leid", sagt Gruszecki. Am Freitag, beim nächsten BVB-Heimspiel, solle es dann wieder anders klingen: "Wir werden gegen Bremen doppelt so laut sein."

Die Fronten zwischen Polizei und Ultras bleiben bis dahin wohl verhärtet. Aktuell bestünde wenig Bereitschaft seitens der Ultras, mit der Polizei zu sprechen, so Gruszecki. "Das Verhältnis war auch vorher schon alles andere als optimal. Im Moment ist die Basis für einen Dialog nicht gegeben", sagte der Sprecher weiter. Die Ultras fühlten sich von der Polizei als Schwerverbrecher dargestellt. "Das war ein völlig unnötiger Einsatz", sagt Gruszecki.  

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