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Reus und Witsel retten taumelnden BVB gegen Fürth

Pokal-Blamage abgewendet

Doppeltes Glück für den BVB: Zwei späte Tore verhindern beim 2:1 (1:1) nach Verlängerung in Fürth ein peinliches Pokal-Aus. Auf Trainer Lucien Favre wartet viel Arbeit.

Fürth

, 20.08.2018
Reus und Witsel retten taumelnden BVB gegen Fürth

Der Last-Minute-Treffer von Axel Witsel rettete den BVB gegen Fürth in die Verlängerung. © imago

Borussia Dortmunds ausgerufener Neustart geriet bei der ersten Prüfung zum Pokalkrimi mit Herzinfarkt-Gefahr: Erst in der 120. Minute erlöste Kapitän Marco Reus den taumelnden BVB vor dem Aus. Seinen Treffer zum 2:1 hatte Axel Witsel ermöglicht - der Neuzugang traf in der fünften Minuten der Nachspielzeit zum späten 1:1 und verhinderte in dem Moment das vorzeitige Aus. Exakt 100 Tage nach dem erschütternden Saisonfinale im Mai sollte das Erstrundenspiel im DFB-Pokal bei der SpVgg Greuther Fürth den ersten Schritt in die Zukunft abbilden. Stattdessen tänzelte der BVB am Abgrund. Und hatte das glückliche Ende für sich. „Das war ein typisches Pokalspiel. Wir sind mit Glück in die Saison gestartet. Das können wir auch gebrauchen“, sagte Matchwinner Reus.

Wolf erhält Vorzug gegenüber Philipp

Favre überraschte bei seinem Debüt mit einer Personalie: Marius Wolf begann anstelle von Maximilian Philipp auf dem linken Flügel - der ehemalige Frankfurter, nach dem Aus der Eintracht als einer der letzten Titelverteidiger noch im Rennen, sollte das Offensivspiel mit anschieben. Mit der ersten Triple-Chance wähnten sich die Gäste auch auf dem richtigen Weg, doch nacheinander scheiterten Marcel Schmelzer, Marco Reus und Mahmoud Dahoud in aussichtsreicher Position (8.). Trotzig klatschte Kapitän Reus danach in die Hände, er wollte mehr. Doch zunächst drehten die Platzherren auf.

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DFB-Pokal, 1. Runde: SpVgg Greuther Fürth - BVB 1:2 n.V. (1:1, 0:0)

20.08.2018
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Bilder der Pokal-Partie zwischen der SpVgg Greuther Fürth und Borussia Dortmund.© dpa
Bilder der Pokal-Partie zwischen der SpVgg Greuther Fürth und Borussia Dortmund.© dpa
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Bilder der Pokal-Partie zwischen der SpVgg Greuther Fürth und Borussia Dortmund.© dpa
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Bilder der Pokal-Partie zwischen der SpVgg Greuther Fürth und Borussia Dortmund.© dpa
Bilder der Pokal-Partie zwischen der SpVgg Greuther Fürth und Borussia Dortmund.© dpa
Bilder der Pokal-Partie zwischen der SpVgg Greuther Fürth und Borussia Dortmund.© dpa

Am Nachmittag noch hatte die Kleeblätter die Nachricht erschüttert, dass sie Trainer Damir Buric wegen eines Trauerfalls im engsten Familienkreis nicht würde coachen können im Spiel, auf dass sich die Franken so immens gefreut hatten. Gespielt werden musste trotzdem, und das taten die Fürther in engagierter Außenseiter-Manier. Der Zweitligist lieferte dem Champions-League-Starter einen ehrbaren Pokalkampf vor 15.500 Zuschauern im ausverkauften Sportpark Ronhof. Mehr als zwei Distanzschüsse von Daniel Keita-Ruel (11.) und Max Wittek (36.) ließ die aufmerksame BVB-Abwehr vor der Pause aber nicht zu.

Zahnräder greifen selten ineinander

Doch die eigenen Zahnräder griffen bei den Dortmundern selten ineinander. Der BVB machte sich durch eine Reihe von Missverständnissen das Fußballspielen schwer. Viel zu schnell gab der BVB die Kugel in der Anfangsphase wieder ab. Erst allmählich erarbeiteten sich die Borussen etwas Sicherheit im Kombinationsspiel. Klar erkennbar war der Wille, nahezu jede Situation spielerisch zu lösen und im vorderen Drittel mit Überraschungseffekten zum Ziel zu kommen.

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Die Fehlpassquote geriet für dieses fehleranfällige Vorgehen jedoch zu hoch. „Geduld“ fordert Favre von seinen Schützlingen, diese Geste zeigte er auch am Spielfeldrand immer wieder, mit beiden Handflächen nach unten drückend. Der Schweizer fand seinen Stamm-Stehplatz am Rand der Coaching Zone. Er hatte viel zu tun.

Dreifache Dortmund-Chance

Treffer hätten den Schwarzgelben bei allen Mängeln dennoch gelingen können. Wolf, Reus und Schmelzer verpassten bei der nächsten dreifachen Gelegenheit den Einschuss (23.), einen direkten Freistoß von Reus entschärfte Kleeblatt-Keeper Sascha Burchert (32.), dann verzog der aufgerückte Thomas Delaney nach Vorarbeit von Christian Pulisic (44.). Kurz zusammengefasst: Zu viel klein-klein, und ein Torjäger hätte dem BVB gutgetan. Reus ist hier keine 1a-Lösung.

Auch nach dem Seitenwechsel ließen die Dortmunder jegliche Konsequenz vermissen. Fürth durfte sich auf Augenhöhe fühlen und seine Chance wittern. Pulisic beklagte nach einem Pfostenschuss Pech, die Partie blieb hoch spannend. Favre brachte Philipp für Götze (64.), der BVB baute Druck auf, ohne den Treffer erzwingen zu können. Reus war nach einem Abpraller zu überrascht (69.), ehe Burchert seinen Schuss noch entscheidend abfälschte (75.).

Plötzlicht steht es 0:1

Alles sah nach einem baldigen Dortmunder Erfolgserlebnis aus - ehe die SpVgg Greuther Fürth urplöztlich zuschlug: Nach einer weiten Flanke und dem direkten Querpass stand Sebastian Ernst frei vor dem Tor, und er ließ sich anders als so viele Borussen zuvor diese Chance nicht nehmen. Die Grün-Weißen flippten vollkommen aus, der BVB schien damit bereits geschlagen.

Bis der Ball in der fünften Minute der Nachspielzeit beim eingewechselten Axel Witsel landete - der rettete seine Elf in die Verlängerung. Dort rettete Roman Bürki phänomenal gegen Fürths Fabian Reese (114.). Dann setzte Reus den Schlusspunkt unter einen denkwürdigen Pokalabend. Mit dem überaus glücklichen Ende für seine Schwarzgelben.

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