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Schallende Ohrfeige für Degen

DORTMUND Wäre das Leben des Philipp Degen (24) ein Puzzle, dann stünde Dortmunds Rechtsverteidiger vor einer unlösbaren Aufgabe. Wie er sich auch anstrengen würde, er könnte aus all den Teilen kein großes Ganzes mehr fertigen. Sie passen zurzeit einfach nicht zusammen. Jedenfalls nicht in der Ruhrpott-Metropole.

Schallende Ohrfeige für Degen

Philipp Degen: "Seuchensaison"

Zum einen ist da dieses Angebot einer Vertragsverlängerung, das beinahe jedem Spieler des BVB zuteil wird, dessen Kontrakt bald ausläuft (in Degens Fall am 30. Juni 2008). Es basiert darauf, dass im Fußball-Geschäft ein Ersatzmann neben dem Gehalt in der Regel Handgeld und eine opulente Ablösesumme kostet. Da macht die Fortsetzung einer bewährten Zusammenarbeit mitunter Sinn.

Zum anderen streiten sich die Geister in Dortmund aber mal wieder darüber, ob sich die Zusammenarbeit mit Degen denn nun zu bewähren beginnt, weil der Profi seinen unverkennbaren fußballerischen Aufwärtstrend regelmäßig selbst konterkariert.

"Trotzdem haut er mich um"

In Leverkusen (2:2) übersah Schiedsrichter Meyer sein Foul an Kießling in der Nachspielzeit, das zwingend zu einem Elfmeter hätte führen müssen. Gegen die Bayern (0:0) foulte der Abwehrspieler Miroslav Klose als letzter Mann – das Rot blieb aus. Zweimal hatte er großes Glück, der dritte Aussetzer wurde ihm nun zum Verhängnis: In Hannover beförderte Degen Sergio Pinto am Samstag beim Stande von 0:0 im eigenen Strafraumeck so gnadenlos zu Boden, als müsse er sich mit einer Machete den Weg frei hacken. Nur war überhaupt keine Gefahr im Verzug. Nicht mal ein Ball in der Nähe. Was selbst Pinto schwer wunderte. „Ich habe gespürt, dass ich nicht an den Ball komme“, sagte der Mittelfeldspieler: „Und ich habe gespürt, dass Degen nicht an den Ball kommt. Trotzdem haut er mich um!“ Huszti verwandelte den fälligen Strafstoß zum 1:0.

Senf nach der Halbzeit

Durch das Einsteigen zog sich Degen („Das war nicht sehr clever“) geballten Zorn zu. Seit Samstag steht er intern unter Beschuss. „Saudämliche Aktion“, betonte Stürmer Mladen Petric. „So gehe ich niemals dahin. Das zeugt nicht von einer professionellen Einstellung“, urteilte Trainer Thomas Doll, der Degen vor wenigen Tagen noch ausgiebig für seine fußballerische Entwicklung gelobt hatte („Endlich laufen die Gegner mal ihm hinterher. Ich bin sehr zufrieden mit Philipp“). Zum Rapport will Michael Zorc den Eidgenossen aber nicht bitten. „Das“, so sagt er, „wäre wie Senf nach der Mahlzeit.“

Ob der Sportdirektor bald den unterschriebenen neuen Vertrag seines Abwehrspielers in Empfang nehmen darf, bleibt ungewiss. Degen („Ich will möglichst bald international spielen“) liegen abermals Anfragen aus dem Ausland vor. Möglich also, dass sein Dortmunder Puzzle unvollendet bleibt.

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