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Schlaudraff-Deal wieder gescheitert

DORTMUND Die Frage, die sich in Borussia Dortmunds Umfeld fast alle stellen, stellt sich auch der Vorsitzende der Kommanditgesellschaft auf Aktien, Hans-Joachim Watzke. „Woran“, formulierte der 48-Jährige im Rahmen der Aktionärsversammlung am Dienstag, „liegt es nur, dass wir so weit unten stehen?“

Schlaudraff-Deal wieder gescheitert

Jan Schlaudraff liegt wieder ein BVB-Angebot vor.

Eine Antwort hat auch er nicht gefunden. „Die einfachste Erklärung wäre“, so Watzke, „dass wir nur Schrott gekauft haben. Dann hätten wir aber nicht einen Klub wie Bremen geschlagen. Potenzial hat das Team nachgewiesen, allerdings keine Konstanz.“

Die Stimmung in Dortmund ist wie so oft im Keller. Dass Trainer Thomas Doll den BVB noch aus der Krise führen kann, glauben einer Umfrage des Kicker zufolge nur noch 25,18 Prozent der Teilnehmer. Im Online-TED unserer Zeitung trauen mehr als 76 Prozent der User Dortmund den Abstieg zu. Borussias Spielern, die aktuell ein zartes Drei-Punkte-Pölsterchen vom Rotlichtviertel der Liga trennt, schrieb Watzke nunmehr ausdrücklich ins Stammbuch: „Wir brauchen Hierarchie. Leute, die Reizpunkte setzen und sagen: ‚So wird es nicht weitergehen!‘“

Hohe Ablösesummen ausgeschlossen

Ob Watzke selbst mit Sportdirektor Michael Zorc und Doll weitergehen will, ist entgegen anders lautenden Meldungen nicht entschieden. Kaum zu überhören waren in den vergangenen Tagen allerdings die schmeichelnden Lobgesänge auf Zorc. Zu dessen Anteil an der sportlichen Entwicklung äußerte sich Watzke zwar nicht, hob aber umso mehr hervor, Zorc habe „brillante, überlebenswichtige Transfers“ wie den von David Odonkor (für 6,25 Mio. Euro zu Betis Sevilla, d. Red.) abgewickelt. Zaghaft deutet sich nun eine Zukunft mit dem Urgestein an.

Doll wiederum kam in den offiziellen Reden eher fußnotenartig vor. Rein zufällig? Vertragsgespräche mit beiden, erklärte Watzke gestern jedenfalls gebetsmühlenartig, würden wie geplant erst in der Winterpause geführt.

Bis dahin wird Zorc die Suche nach neuen Spielern intensivieren. Überteuerte Kandidaten werden längst gehandelt wie Sauerbier, obwohl Watzke an eine strenge Absprache mit Hauptgläubiger Morgan Stanley gebunden ist, der zufolge „es keine Neuverschuldung geben wird“.

Hoeneß sagt "Nein"

Belegt ist bislang nur, dass auch Borussias zweiter Versuch, Nationalspieler Jan Schlaudraff (24/, 41 BL-Spiele, 8 Tore, 6 Vorlagen) zu verpflichten, gescheitert ist. „Die Bayern geben ihn nicht ab“, sagt Zorc. Schlaudraff, der nach langer Verletzungspause erst 35 Liga-Minuten (verteilt auf drei Einsätze) für den Rekordmeister gespielt hat, betont: „Es stimmt. Dortmund hat wieder angefragt. Aber Manager Uli Hoeneß sagt, ein Ausleihgeschäft komme nicht in Frage. Man sei zufrieden mit mir.“

Vor einem Jahr hatte sich der Offensiv-Allrounder für die Bayern entschieden. Und gegen Dortmund. Hauptgrund damals: nicht etwa das Geld, sondern die unklare Trainersituation beim BVB. „Unter Doll“, sagt Schlaudraff rückblickend, „hätte ich mir einen Wechsel zum BVB vorstellen können. Aber der war damals nicht einmal im Gespräch.“

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