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Schmelzer nimmt BVB-Torhüter Bürki in Schutz

Patzer gegen Nikosia

Der Unglücksrabe des Abends schob sich hinter einer blickdichten Wand an den wartenden Journalisten vorbei. Roman Bürki wollte nicht reden nach diesem Spiel. Borussia Dortmunds Chancen auf ein Überwintern in der Champions League sind nach dem 1:1 in Nikosia auf ein Minimum gesunken, zu allem Überfluss hat der Verein auch noch eine Torwart-Diskussion am Hals.

NIKOSIA

, 18.10.2017
Schmelzer nimmt BVB-Torhüter Bürki in Schutz

Derzeit eine Baustelle: die BVB-Abwehr um Torhüter Roman Bürki (l.).

Bürki hatte das zwischenzeitliche 1:0 für die Zyprer mit einem krassen Fehlpass in die Füße von APOEL-Mittelfeldmann Estathios Aloneftis quasi selbst vorbereitet. Zu allem Überfluss ließ er den dann dessen (haltbaren) Schuss auch noch nach vorne abprallen, direkt vor die Füße des nachsetzenden Stürmers Mickael Poté, der dann im zweiten Anlauf erfolgreich war. Es war ein dicker Patzer des Schweizers, der sich danach aber der Rückendeckung seiner Mitspieler sicher sein durfte.

"Er hat Riesenqualitäten mit dem Fuß"

Marcel Schmelzer stützte seinen Hintermann mit klaren Worten. "Er hat Riesenqualitäten mit dem Fuß", meinte Dortmunds Kapitän. "Jetzt ging es schief, aber wenn man sich den Platz angeschaut hat, weiß man, warum es schief ging."

 

Schmelzer brach eine Lanze für den Schweizer Torhüter: "Ich mache ihm keinen Vorwurf, niemand tut das. Wir wollen, dass er mitspielt und meistens macht er es gut. Beim besten Torhüter der Welt sind solche Fehler auch öfter mal passiert, und Manuel Neuer hat dennoch immer weiter gemacht", meinte Schmelzer. Und bevor er ging, schob er noch hinterher: "Bei uns in der Mannschaft und ich glaube auch im Verein gibt es keine Diskussion. Er ist die klare Nummer eins."

Unglückliche Situationen

Dass Bürki keinen guten Lauf hat im Moment, wird dennoch niemand bestreiten. Vor allem in der Champions League entzündeten sich an den ersten beiden Gegentoren beim Spiel gegen Tottenham in London und beim entscheidenden 3:1 für Real Madrid Diskussionen über Bürkis Stellungsspiel. Auch am Samstag beim 2:3 gegen Leipzig sah er beim 1:1-Ausgleich nicht glücklich aus, als er nach der Kopfballvorlage von Marcel Halstenberg aus dem Kasten stürzte und gegen den köpfenden Marcel Sabitzer zu spät kam. Kein klarer Torwartfehler, dennoch aber eine unglückliche Situation.

Speziell Bürkis Stärken als "mitspielender Torhüter" sind eigentlich unumstritten und auch unter Peter Bosz wichtiger Bestandteil des Dortmunder Aufbauspiels.  "Wenn sein Ball ankommt, haben wir drei Gegner überspielt und nicht wie sonst elf gegen uns", unterstrich auch Schmelzer den Wert Bürkis als Anspielstation in der hintersten Reihe. Leider kam der Ball nicht an.

"Er hat gepatzt, das weiß er am besten selbst"

Rückhalt für den Torwart gab es auch vom Abwehrchef. "Wir vertrauen ihm", meinte Innenverteidiger Sokratis. "Zu 100 Prozent." Trainer Peter Bosz erklärte: "Er hat gepatzt, das weiß er am besten selbst. Aber er hat uns schon sehr oft geholfen. Jetzt muss die Mannschaft Roman helfen."  

Auf eine Torhüter-Diskussion wird sich Trainer Peter Bosz in der momentanen Situation kaum einlassen. Damit dürfte allerdings auch ein eventuell angedachter Einsatz von Roman Weidenfeller zum Beispiel beim Pokalspiel in Magdeburg vom Tisch sein. Bürki jetzt aus dem Tor zu nehmen, wäre kontraproduktiv und würde den Schweizer zu sehr beschädigen.

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