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Shinji Kagawa: Ein Asiate verzückt Dortmund

Saisonstart gegen Leverkusen

Eine kurze Einführung in die Kunst des japanischen Vorstellens hat Michael Zorc (47) am Donnerstag erhalten. „Shinji Kagawas Eltern waren im Stadion. Sie haben sich auf die traditionelle Weise vor mir verbeugt und ihre Hände gefalten“, sagt Borussia Dortmunds Sportdirektor. Zorc konterte die Geste ebenfalls mit einer zielsicheren Oberkörper-Bewegung in Richtung Stadionbeton.

DORTMUND

von Von Sascha Fligge

, 21.08.2010

Kagawa (21), das 350 000 Euro-Transferschnäppchen, macht ganz Fußball-Dortmund verrückt. Mit enger Ballführung und permanentem Zug zum Tor. „Mich hat ja kaum jemand ernst genommen, als ich im Sommer gesagt habe: Der macht immer seine Tore“, sagt Zorc. Inzwischen glauben ihm seine Gesprächspartner, denn in der Europa League traf Kagawa beim 4:0 gegen FK Qarabag Agdam zweimal. Nur einem fehlerhaften Abseitspfiff war es geschuldet, dass der Regisseur sein Torekonto nicht sogar noch aufstockte. Zuvor hatte er im DFB-Pokal bei Wacker Burghausen (3:0) bereits zwei Tore vorbereitet. „Ich habe Shinjis Eltern am Donnerstag zu ihrem Sohn beglückwünscht“, sagt Trainer Jürgen Klopp (43).

Ob er seinen Neuzugang im ersten Dortmunder Bundesliga-Spiel der Saison am morgigen Sonntag gegen Bayer Leverkusen (17.30 Uhr/Sky) erneut im offensiven Mittelfeld einsetzen wird, ist allerdings fraglich. „Eigentlich“, sagte Klopp nach dem Europa League-Auftakt, „will ich so wenig wie möglich ändern“. Ein erneuter Faserriss im Oberschenkel des Mittelfeld-Sprinters Jakub Blaszczykowski (24) macht aber Umstellungen in der offensiven Dreierreihe notwendig. Kevin Großkreutz dürfte den Polen auf der rechten Bahn ersetzen, Kagawa könnte sowohl im Zentrum als auch links spielen. Um den letzten Platz im Triumvirat ringen 4,5-Millionen-Zugang Robert Lewandowski (22) und Supertalent Mario Götze (18). Auf der rechten Abwehrbahn meldet sich nach „einer Nacht auf dem Pott“ Routinier Patrick Owomoyela (30) zurück und geht trotz der überzeugenden Leistung von Lukasz Piszczek (25) gegen Qarabag davon aus, „dass der Trainer auf mich setzt, denn ich bin mit voller Kraft zurück“.

Ob man Letzteres auch von Leverkusens Michael Ballack (33) behaupten kann, ist zurzeit Gegenstand vieler Spekulationen. Als der genesene Kapitän der Nationalmannschaft am Donnerstag nach 3018 Tagen wieder ein Pflichtspiel im Bayer-Trikot bestritt (3:0 gegen Simferopol in der Europa League), war er auf Anhieb Regisseur und Torschütze. „Michael hat gelenkt und dominant gespielt. Das hatte ich mir erhofft“, sagte sein Trainer Jupp Heynckes (65) im Gespräch mit unserer Zeitung. Owomoyela wertet die Rückkehr des „Capitano“ als Zeichen für das gestiegene Renommee der Liga. „Ballack, Raúl, van Nistelrooy – das sind Namen, die für große Fan-Augen sorgen“, meint der BVB-Profi: „Und wer weiß, ob unsere Freunde aus Gelsenkirchen nicht noch Robinho holen…“ Zuzutrauen wäre es ihnen. Sascha Fligge

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