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Taktikanalyse

So sollte der BVB gegen den VfB Stuttgart spielen

DORTMUND Nach desolaten Ergebnissen zum Saisonstart hat der VfB Stuttgart zuletzt eine Siegesserie hingelegt - das offensive Potenzial der Schwaben ist enorm. Jetzt kommt es im Viertelfinale des DFB-Pokals zum Vergleich mit Borussia Dortmund. Der BVB-Gegner in der Taktikanalyse.

So sollte der BVB gegen den VfB Stuttgart spielen

Zentraler Spieler des VfB Stuttgart: Timo Werner (l.).

1. Wie agiert Stuttgart bei eigenem Ballbesitz?

Aus dem Spielaufbau heraus hat der VfB unter Jürgen Kramny mittlerweile leichte Ähnlichkeiten zum BVB. Aus einem 4-1-4-1 heraus versuchen sie, flach durch das Zentrum nach vorne zu spielen. Die Räume vor der gegnerischen Abwehr werden im Wechsel von einrückenden Flügelspielern oder vorstoßenden Achtern besetzt. Die drei zentralen Mittelfeldspieler versuchen sehr aktiv sich freizulaufen, während die Flügel eher spät eingebunden werden.

Herausragend ist aber vor allem die personelle Konstellation der Schwaben. Alle Mittelfeldspieler und Stürmer sind stark im Dribbling und bieten zudem Läufe in die Tiefe an. Daher ist die Mannschaft kaum zu stoppen, wenn sie erst einmal in die Offensivräume gekommen ist. Der Ballführende bewegt sich dann meist geschickt durch den Raum und wird sofort von nachstoßenden Spielern unterstützt. Diese Spielweise macht auch die Stuttgarter Konter enorm gefährlich.

 

2. Wie spielt Stuttgart gegen den Ball?

Unter Alexander Zorniger versuchte der VfB beständig, im Angriffspressing sehr viel Druck auf den Gegner auszuüben. Dabei rückten sie häufig zu unbalanciert auf und die Abstände zwischen Abwehr und restlicher Mannschaft wurden zu groß. Unter Kramny fokussieren sie sich nun mehr auf die Kompaktheit und warten meist in der eigenen Hälfte auf den Gegner.

Die Flügelspieler halten dabei engen Kontakt zu den Außenverteidigern, wodurch die Flügel gut kontrolliert werden. Dafür rücken die Achter immer wieder geschickt heraus und versuchen, zusammen mit dem Stürmer Druck zu machen. Die Räume zwischen dem Sechser und den Flügeln sind dadurch häufig etwas geöffnet. Allerdings kann der athletische Serey Die auf der Sechserposition auch ohne Unterstützung viel abräumen.

 

3. Auf welchen Spieler muss der BVB besonders achten?

Stuttgarts Offensive ist so gut besetzt, dass man kaum einen einzelnen Spieler herauspicken kann. Zudem lassen sie den Ball zwischen den Positionen im richtigen Moment laufen. Gegen Dortmund dürfte allerdings das Konterspiel entscheidend werden, wofür Timo Werner ein zentraler Spieler ist.

STUTTGART Kevin Großkreutz räumt dem VfB Stuttgart im Viertelfinale des DFB-Pokals gegen seinen ehemaligen Verein Borussia Dortmund nur Außenseiterchancen ein. "Dortmund hat ein Weltklasseteam. Nicht umsonst sind sie Zweiter", sagte der Winterzugang des schwäbischen Fußball-Bundesligisten.mehr...

Er nutzt seine Geschwindigkeit sehr geschickt und vielseitig. Er läuft unterschiedliche Freiräume an, je nachdem wie der Gegner aufgerückt ist. Er kann sich auf den Flügel absetzen, direkt in die Tiefe starten oder sich zurückfallen lassen, um den Ball auf nachrückende Spieler abzulegen. Durch Technik, Timing und Antritt sind sowohl die Zuspiele auf ihn schwer zu verhindern, wie auch seine Aktionen am Ball. Das ermöglicht Kostic, Didavi und Co., die langen Wege nach vorne zu machen, bevor der Ball verloren geht.

 

4. Welche Chancen bieten sich dem BVB?

Grundsätzlich erscheint das 4-1-4-1 als eher unpassendes System gegen die Borussen. Die wichtigen offensiven Halbräume sind schlecht geschützt und Hummels kann gegen den alleinigen Stürmer frei eröffnen. Zudem kann Weigl nicht gut gestört werden. Es kann also entscheidend werden, wie Kramny reagiert. Der FC Ingolstadt löste diese Probleme, indem der Stürmer sich an Weigl heftete und die Flügelspieler nach vorne rückten. Das wäre für die Stuttgarter jedoch eine ungewohnte Umstellung und könnte die Flügel öffnen.  

Entscheidend wird auf jeden Fall, dass die Räume im offensiven Mittelfeld gut besetzt werden. Zuletzt war das Problem vor allem, dass Castro und Kagawa keine Bindung ans Spiel fanden, sodass die Verbindung zwischen Offensive und Defensive abbrach. Gegen Stuttgart muss die Struktur um Gündogan und Mkhitaryan herum wieder besser werden.

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