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Sören Dieckmann hadert mit dem Verletzungspech

BVB-II-Spieler vor OP

Eigentlich ist Sören Dieckmann ein positiver Typ. Immer freundlich, stets gut drauf, jederzeit für einen lockeren Spruch zu haben. Doch in jüngster Vergangenheit wird es dem 21-Jährigen nicht unbedingt leicht gemacht, die gute Laune zu wahren. Nach seiner jüngsten Verletzungsdiagnose hadert er sogar offen mit seinem Schicksal.

Dortmund

, 21.07.2017
Sören Dieckmann hadert mit dem Verletzungspech

Außer Gefecht: Bis zum nächsten sportlichen Zweikampf wird für Sören Dieckmann (l.) noch einige Zeit vergehen.

„Es ist einfach eine schwierige Zeit gerade. Und manchmal frage ich mich: warum ich?“, sagt Dieckmann. Am Mittwoch hat sein Arzt ihm mitgeteilt, dass er wohl vor einer weiteren langen Verletzungspause steht. Diagnose: O-Bein. Behandlungsmethode: Bein brechen. Bein richten.

Knorpel in Mitleidenschaft gezogen

Was klingt wie ein billiger Scherz aus einem schlechten Hollywood-Film mit Arnold Schwarzenegger ist im Fall von Sören Dieckmann bitterer Ernst. Denn wegen des O-Beins ist der Knorpel seines rechten Knies in Mitleidenschaft gezogen worden. Zwar wird sich der Außenbahnspieler noch weitere medizinische Meinungen einholen, doch Stand heute ist eine Operation wohl unumgänglich. Dieckmanns Bein muss gerichtet werden, sonst werden die Schmerzen im Knie nicht aufhören.

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„Meine erste Frage war, ob ich um die Operation rumkomme, wenn ich die Fußballschuhe an den Nagel hänge“, erzählt Dieckmann, „aber der Arzt meinte, dass das eigentlich nichts ändern würde.“ Dann lacht der gebürtige Dortmunder und sagt: „Also kann ich auch weitermachen. Wahrscheinlich hätte ich es sowieso nicht sein lassen können. Dafür macht mir Fußball viel zu viel Spaß.“

"Es nervt einfach"

Während Dieckmann diese Sätze erzählt, ist förmlich zu spüren, wie es in ihm arbeitet. Auf der einen Seite ist da der positive Dieckmann, der Sätze sagt wie: „Aufgeben ist nicht unbedingt das, was mich auszeichnet. Irgendwie kommt man immer zurück.“ Auf der anderen Seite ist da der von Verletzungen gebeutelte Dieckmann, der Sätze sagt wie: „Klar, alle sagen immer, ich komme stärker zurück. Aber es nervt einfach. Wieder Reha, wieder lange kein Fußball, wieder alleine fürs Comeback schuften.“

Er spricht aus Erfahrung. Schon in der vergangenen Saison verpasste Dieckmann fast die gesamte Rückrunde wegen eines Risses der Syndesmose. Ganze 136 Einsatzminuten sammelte er nach der Winterpause. Jetzt der erneute Rückschlag. „Natürlich ist das schwer zu akzeptieren“, sagt er, „ich meine, wie viele Fußballer haben O-Beine? Fast alle. Mir muss deswegen allerdings das Bein gebrochen werden. Trotzdem bleibt mir ja nichts anderes übrig, als die Situation so anzunehmen, wie sie ist und positiv nach vorne zu schauen.“

Volle Unterstützung vom BVB

Im Falle einer Operation kann er bestenfalls im kommenden Februar wieder Fußball spielen. Es ist ein weiter Blick nach vorn, für den Dieckmann aus dem Klub aber volle Unterstützung erhält. „Natürlich ist Sörens Diagnose ein herber Schlag für uns“, sagt sein Trainer Jan Siewert, „er hat aber das Potenzial, um zurückzukommen und in dieser Saison noch sehr wichtig für uns zu werden. Dabei werden wir ihm alle helfen, so gut es geht.“ Und BVB-II-Manager Ingo Preuß sagt: „Sören ist einer der besten Jungs, die wir hier haben. Er wird auch diese Verletzung überstehen.“