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Sorgen eines Siegers

DORTMUND In den Internetforen der Borussia Dortmund-Fans war am Freitagabend die Hölle los: Als bekannt wurde, dass der BVB und Ligakonkurrent Hamburger SV die Stürmer Mladen Petric (27) und Mohamed Zidan (26) tauschen würden, prallten extremste Emotionen und Positionen ungebremst aufeinander.

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Zidan: Ab Dienstagmorgen in Dortmund.

Noch steht Dede nicht wieder auf den Platz.

Von „Wie soll ich das meinen Kids erklären?“ über „Hätte ich auch so gemacht“ bis zu „Michael Zorc raus“ reichte das Meinungsspektrum. Mehrheitlich wird das Geschäft, das dem BVB mit mehr als 4,5 Millionen Euro versüßt wird, sehr skeptisch beäugt. Sportdirektor Zorc betonte am Sonntag, er wisse, „dass die Entscheidung, Petric gehen zu lassen, unpopulär ist. Aber die Initiative ging wirklich nicht von uns aus“. Petric wollte weg. Unbedingt. In der Hinrunde der Vorsaison hatte er sich mit elf Toren in die Herzen der Fans geknallt – seitdem gelang ihm (möglicherweise aufgrund von Verletzungen) sowohl im Nationalteam als auch beim BVB wenig. „Ich habe meine Leistung nicht abrufen können. Ich bin enttäuscht“, urteilte er noch vor wenigen Wochen. Und wirkte im Training häufig so, als würde er den Fuß vom Gas nehmen.

Offenbar rechnete der Mann mit der sensationellen Schusstechnik fest damit, seinem Rivalen Alexander Frei Platz machen zu müssen, wenn dieser sich in wenigen Wochen wieder fit meldet. Hintergrund: Trainer Jürgen Klopp setzt auf „jagende“ Angreifer mit Pferdelunge und Explosivität, zumindest aber auf solche mit eingebautem Rückwärtsgang. Das Jobprofil passt nicht zu Petric, wohl aber zu Zidan. Und Frei wirft zumindest Arbeiter-Qualitäten in die Waagschale. Entsprechend nüchtern betrachtete Klopp die Angelegenheit am Samstagnachmittag. „Ich habe schon von schlechteren Geschäften gehört“, urteilte er, als absehbar war, dass der Deal über die Bühne gehen würde. Die Rahmendaten: Sowohl Petric als auch Zidan unterschrieben Vier-Jahres-Verträge. Petrics neues Salär soll bei mehr als zwei Millionen Euro liegen. An Zidan, den Ägypter mit dänischem Pass, müssen die Dortmunder deutlich weniger überweisen. In Hamburg galt der schnelle Mann, der unter Klopp beim FSV Mainz 05 seinen Durchbruch schaffte (41 Spiele/22), als beinahe untrainierbar. Weder an der Elbe (21/2) noch bei seinem ersten deutschen Arbeitgeber Werder Bremen (15/3) überzeugte er. In Dortmund befürchten kritische Geister nun einen Verlust an sportlicher Qualität. „Die Frage danach“, betont KGaA-Boss Hans-Joachim Watzke, „habe ich Trainer und Sportdirektor auch gestellt. Beide haben mir versichert, wir würden mit Zidan nicht schlechter dastehen als zuvor. Alleine vor dem Hintergrund der finanziellen Aspekte hätte ich das Geschäft nicht abgewickelt. Die waren nebensächlich.“

Dass Dortmund sein frisches Geld nutzen will, um den langfristigen Ausfall von Linksverteidiger Dede zu kompensieren, steht fest. Die Führungs-Troika hat sich inzwischen darauf verständigt, dass nach Möglichkeit ein Ersatz für Dede ausgeliehen werden soll. Wird Zorc auf dem Markt fündig, darf er direkt zugreifen – bis dahin könnten Marcel Schmelzer oder Patrick Owomoyela aushelfen. Watzke sagt: „Am Montag treffe ich mich mit Zorc und Klopp. Wir gehen analytisch und nicht panisch an die Sache heran.“ Dede erlitt beim 3:2 in Leverkusen einen Riss des vorderen Kreuzbandes im linken Knie und wird innerhalb der nächsten Tage  (Dede: „Eigentlich war der Montag geplant. Aber das wäre zu früh“) von Spezialist Dr. Jürgen Eichhorn in Straubing operiert. Der 30 Jahre alte Publikumsliebling gilt auf dem Platz seit 1998 als verlässlichste BVB-Größe, als einer der besten Zweikämpfer der Liga und obendrein als integratives Bindeglied zwischen ausländischen und deutschen Profis. Am Samstagabend war Dede völlig niedergeschlagen. Er schrieb uns nach der endgültigen Diagnose: „Heute ist ein schwarzer Tag. Aber mein Glaube ist sehr stark, und ich hoffe, die Sonne wird bald wieder für mich scheinen.“ Sein Teamkollege Mats Hummels betonte: „Ihn können wir nur gleichwertig ersetzen, wenn wir Philipp Lahm kaufen.“

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